Vom Einzelobjekt zum Portfolio: Der erfolgreiche Aufbau Ihres Immobilienportfolios

Inhaltsverzeichnis
- Was sind Immobilienportfolios?
- Welche Vorteile bieten Immobilienportfolios?
- Planung ist alles: Wie Sie eine Strategie für den Aufbau Ihres Immobilienportfolios entwickeln
- Wie institutionelle Investoren Immobilienportfolios strukturieren
- Der Aufbau eines nachhaltigen Immobilienportfolios
- Risikominimierung bei Immobilieninvestitionen: Die Diversifikation im Immobiliensektor
- Ein Immobilienportfolio aufzubauen braucht das richtige Know-How
Zusammenfassung: Der Artikel erklärt, wie sich ein Immobilienportfolio aufbauen lässt, egal welche Ausgangslage – also viel oder wenig Eigenkapital. Die Risiken und Chancen werden aufgezeigt und welche Vorteile und Voraussetzungen Nachhaltigkeit und Digitalisierung mit sich bringen und das anhand von vielen Praxisbeispielen.
Ein Sprichwort sagt: Es ist nicht schwer Geld zu verdienen, es ist schwer es zu behalten. Ein Zitat des US-Staatsgründers Benjamin Franklin ergänzt diesen Gedanken: “Hüte Dich vor kleinen Ausgaben. Ein kleines Leck kann ein großes Schiff zum Sinken bringen.” Warum diese zwei Zitate am Anfang eines Artikels zum Aufbau des Immobilienportfolios?
Weil ein Portfolio nichts anderes als eine Form des Vermögensaufbaus ist, um sich neben dem Lohn ein zusätzliches Einkommen, eine Altersvorsorge oder steuerliche Vorteile zu sichern. Dabei ist die Fähigkeit ausschlaggebend, aus der Immobilie Rendite zu generieren – und das hängt vom Umgang mit Kosten und Ausgaben ab. Das gilt besonders für Personen ohne Startkapital, die auf einen Kredit zurückgreifen. Wer finanziell gut ausgestattet ist, dem fällt der Aufbau eines Portfolios wesentlich leichter.
Aber egal woher das Startkapital kommt, es ist beim Aufbau eines Portfolios nur die halbe Miete: Die Wahl der Objekte bestimmt das Potential des Portfolios, sie ist Grundstein und Weichenstellung zugleich. In weiterer Folge ist es genauso wichtig, aus den Immobilien Überschüsse zu generieren, die Drittfinanzierungen so klein wie möglich halten. Denn auch große Immobilienportfolios gehen unter, wenn sie zu sehr von Fremdkapital abhängen. Der spektakuläre Fall des Benko-Imperiums zeigt das nur zu gut.
Was sind Immobilienportfolios?
Sobald eine Person oder eine Firma mehrere Immobilien ihr Eigentum nennt, ist der Begriff Portfolio erlaubt. Sicherlich ist der Begriff bei größeren Beständen üblicher, aber streng genommen kann auch jemand mit nur einer Handvoll Immobilien Halter:in eines Portfolios sein.
Die entscheidende Frage dabei: Handelt es sich um verschiedene Immobilienarten? Das ist das ausschlaggebende Merkmal, das eine Sammlung ähnlicher Objekte von einem Immobilienportfolio unterscheidet. Dieses enthält Objekte unterschiedlicher Natur, um das Risiko zu streuen und ein Portfolio dadurch krisenresistenter zu machen.
Anhand eines Beispiels ist dieser Kerngedanke leichter erklärt: Eine Privatperson mit sieben Wohnungen in einem Gebäude hat noch kein Portfolio. Wenn sie aber drei Wohnungen, zwei Gewerbelokale und zwei Stellplätze besitzt, so handelt es sich um ein Portfolio, da die Objekt-Typen unterschiedlich sind. Dadurch ist das Risiko eines Mietausfalls gestreut oder von anderen Überraschungen, wie z.B. einer Gesetzesänderung, die Mieten für Wohnungen deckelt. Allerdings: Ab einer gewissen Menge an Objekten ist die Trennschärfe dieser Definition verwässert.
Denn wer mehrere Hundert Wohneinheiten hat, ist eigentlich nicht Halter:in eines Portfolios, sondern Großeigentümer:in. Allerdings fallen sehr wahrscheinlich die vielen Wohnungen so unterschiedlich aus, dass von unterschiedlichen Objekttypen gesprochen werden kann. In diesem Beispiel würden Expert:innen dem Portfolio eine zu geringe Risikostreuung attestieren, da alle Einheiten ähnlich wären.
Beispiele von Immobilienportfolio-Halter:innen
Hier sind Beispiele klassischer Halter:innen von Immobilienportfolios:
- Wohnungsunternehmen: Egal ob privat, kommunal oder genossenschaftlich organisiert, Wohnungsunternehmen sind per Definition Eigentümer von Portfolios: Immobilien sind ihr Kerngeschäft. Allein die Menge und räumliche Streuung ihrer Einheiten machen sie diversifiziert. Auch verfügen viele Wohnhäuser, besonders in Ballungszentren, über Gewerbeeinheiten und Stellplätze, was die Diversifikation des Portfolios weiter erhöht. Hier ein paar Beispiele großer Wohnungsfirmen:
- Vonovia SE ist die größte private Wohnungsfirma Deutschlands mit539.753 Wohneinheiten, 162.697 Garagen und Stellplätzen sowie 8.331 gewerblichen Einheiten. Laut Geschäftsbericht 2024, betrug ihr Adjusted EBITDA über 2,6 Mrd. Euro und der Verkehrswert des Immobilienbestands lag bei fast 82 Mrd. Euro (dies entspricht in etwa dem jährlichen BIP Litauens)
- Die SAGA GmbH in Hamburg ist mit 140.000 Wohnungen und 1.400 Gewerbelokalen die größte kommunale Wohnbaugesellschaft. Im Jahr 2024 belief sich der Umsatz auf 1,15 Mrd. Euro
- Die Aufbau Dresden eG ist die größte Genossenschaft im Bereich Wohnungsbau: Ihren Mitglieder:innen gehören, Stand: 30.06.2025, unter anderem 17.075 Wohnungen, 2.958 Stellplätze, 1.900 Garagen und 195 Gewerbeeinheiten. Damit erwirtschaftete sie 2024 einen Umsatz von 105 Mio. Euro.
- Vonovia SE ist die größte private Wohnungsfirma Deutschlands mit539.753 Wohneinheiten, 162.697 Garagen und Stellplätzen sowie 8.331 gewerblichen Einheiten. Laut Geschäftsbericht 2024, betrug ihr Adjusted EBITDA über 2,6 Mrd. Euro und der Verkehrswert des Immobilienbestands lag bei fast 82 Mrd. Euro (dies entspricht in etwa dem jährlichen BIP Litauens)
- Fonds: Immobilienfonds versprechen Anleger:innen eine feste Rendite und müssen deswegen das Risiko breitestmöglich streuen. Typischerweise investieren sie in unterschiedliche Gewerbeobjekte, wie Büros, Hotels, Einkaufs- und Logistikzentren. Wohnimmobilien gehören ebenfalls zu einem gesunden Mix, es sei denn, es handelt sich um einen reinen Wohnfonds. Zu den größten Immobilienfonds gehören Deka-Immobilien, Uniimmo und Hausinvest, die zusammen mit rund 40 Mrd. Euro bewertet sind.
- Corporate Real Estate Management (CREM), auf Deutsch betriebliches Immobilien-Management: Bezeichnet die Verwaltung aller Liegenschaften größerer Unternehmen oder Konzerne, das eine zusätzliche Einnahmequelle jenseits ihres Kerngeschäfts darstellt. Aus demselben Grund also, der Portfolios für Privatpersonen interessant macht. Hier ein paar Beispiele:
- Die Allianz Versicherung, Umsatz von 162 Mrd. Euro, hält ein Immobilienportfolio von über 50 Mrd. Euro. Die Verwaltung von 1,7 Bn. Euro von Immobilien-Investor:innen ist eine zusätzliche Einnahmequelle fern des Versicherungsgeschäfts.
- ÖPNV-Firmen erwirtschaften im Schnitt 5 bis 10 % ihres Umsatzes mit der Vermietung von Gewerbeflächen, bei der DB sind es sogar 20 % (siehe weiter unten).
- Lebensmittelketten erhöhen ebenfalls ihre Einnahmen und Frequenz dank Gewerbeflächen und gehen seit ein paar Jahren von Mieten zum Eigentum ihrer Flächen über: Sie bauen auf hohem Niveau ein Immobilienportfolio auf. Ziel ist es, den Ausbau dieser und z.B. Wohnraum in Ballungszentren anzubieten.
- Profitable Unternehmen legen traditionell ihre Überschüsse in Immobilien an, da diese langfristig als eine der sichersten Investitionen gelten. Folglich gehören die Eigentümer:innen solcher Unternehmen, egal ob Einzelpersonen oder Familien, zu den größten Eigentümer:innen Deutschlands. Gute Beispiele sind die Brüder Albrecht (Aldi), die Samwer-Brüder (Rocket Internet) oder die Familie Otto (Otto Versand). Einen Überblick über den Wandel von Unternehmer:innen zu Portfolio-Eigentümer:innen bietet dieser Artikel.
- Public Real Estate Management (PREM): Gemeinden sind Eigentümer einer Vielzahl unterschiedlicher Liegenschaften, zu denen auch mittelbar Wohnobjekte gehören. Allerdings sind diese in der Regel in kommunalen Firmen ausgelagert (siehe oben). Zu den weiteren Immobilien gehören Verwaltungsgebäude, Schulen, Parks, Sporteinrichtungen und vieles mehr. Kommunen stehen vor der Herausforderung, ein sehr diversifiziertes Portfolio wirtschaftlich und transparent zu verwalten. Als Beispiel der Dimensionen: Berlin besitzt 5.400 Gebäude mit einer Gesamtfläche von 62 Mio. Quadratmetern.
Grafik: Das Immobilienportfolio der Stadt Berlin, 2022

Zusätzliche Beispiele atypischer Immobilienportfolios mit deren Bandbreite:
- Deutsche Bahn: Aktuell besitzt das Transportunternehmen 1,2 Mrd. Quadratmeter Immobilienfläche in Deutschland. Von den 5.400 Bahnhöfen und Haltestellen gehören ihr nur noch 670 sogenannte Empfangsgebäude, der Rest wurde seit dem Jahr 2000 an Kommunen und Investor:innen verkauft, was dem krisenanfälligen Unternehmen regelmäßig frisches Kapital brachte. Die Vermietung der Geschäftslokale in den eigenen Gebäuden macht immerhin rund 20 % des Umsatzes von 56 Mrd. Euro aus (2022).
- Kirchen: Mit rund 150.000 Gebäuden gehören die Kirchen sicherlich zu den größten Immobilien-Eigentümern Deutschlands. So besaß 2023 die evangelische Kirche nach Angaben des EKD 21.000 Kirchen, 17.000 Pfarrhäuser, 13.000 Gemeindezentren und 14.000 weitere Gebäude wie Kindergärten, Pflegeheime, Krankenhäuser und Schulen. Die katholische Kirche kommt auf 33.350 Kirchen, 30.500 Pfarrhäuser, 22.000 Gemeindezentren und weitere 23.000 Gebäude. Insgesamt wird das Immobilienvermögen der Kirchen auf 108 Mrd. Euro geschätzt. Wohlbemerkt: Bei der Akquise hatten sie viele Jahrhunderte Vorsprung.
Welche Vorteile bieten Immobilienportfolios?
Hier muss zwischen Privatpersonen sowie kleineren Anleger:innen und institutionellen Investor:innen unterschieden werden. In diesem Abschnitt begrenzen wir uns auf Privatpersonen, für institutionelle Akteur:innen verweisen wir auf diesen Artikel zum Thema Immobilien Asset Management. Für Privatpersonen sind Immobilienportfolios aus folgenden Gründen interessant: Sie erlauben einen Vermögensaufbau, die Nutzung von Steuervorteilen, eine Altersvorsorge und sichere Einnahmen.
Immobilien als Vermögensaufbau
Auch wenn der Immobilienmarkt Fluktuationen unterliegt, wie der starke Preisrückgang bei Wohneigentum zwischen 2022 und 2024 zeigt, so ist langfristig mit einem Wertzuwachs zu rechnen, wie die u.a. weltweite Entwicklung der Immobilienpreise seit 1975 verdeutlicht.

In Deutschland ist die Wertentwicklung der Immobilien ähnlich solide – und das trotz der Krise nach 2022. In den Jahren 2017 bis 2025 stiegen die Preise um 40 bis 50 Prozent, je nach dem ob es sich um eine Eigentumswohnung oder ein Einfamilienhaus handelte. Die Zinswende von September 2022 unterbrach zwar den stetigen Zuwachs, doch langsam erholen sich die Preise, auch wenn sie noch nicht an das damalige Niveau angeschlossen haben. Das zeigt die unten angeführte Grafik aus dem Bericht Immobilienmark Deutschland 2025 | 4 von Wüest Partner. Bei Mehrfamilienhäusern war die Entwicklung ähnlich, allerdings erlebten größere Objekte im Jahreswechsel 2024–2025 einen regelrechten Preissturz. Dieser war jedoch von kurzer Dauer: Mitte 2025 hatte sich die Achterbahn auf ein Plus von fast 40 Prozent stabilisiert.

Die Erkenntnis: Immobilien sind eine renditeträchtige und, vor allem auf lange Sicht gesehen, krisenresistente Anlage. In der oben dargestellten Grafik sind aus 100 Euro, die 2016 investiert wurden, acht Jahre später zwischen 140 und 150 Euro geworden. Das sind durchschnittliche Werte, welche die Kosten der Immobilie nicht mit einberechnen. Da diese meist mit fünf bis zehn Prozent des Kaufpreises veranschlagt werden, bleibt jedoch ein solider Überschuss. Auch die Inflation, die in der Periode 2017 bis 2025 einem Kaufkraftverlust von rund 20 Prozent entspricht, wird durch die Preissteigerung kompensiert. Es ist darauf hinzuweisen, dass die hier angeführten Werte Durchschnitte sind: Einzelne Immobilien können diese Werte über- oder unterschreiten.
Steuerliche Aspekte bei Immobilieninvestitionen kennen und nutzen
Immobilien, die zur Vermietung erworben werden, bieten zahlreiche steuerliche Vorteile. Das betrifft besonders vermietete Objekte und zuallererst die Einkommenssteuer: Bei einem Rechenbeispiel der Interhyp-Bank mit einer Wohnung im Wert von 300.000 Euro wären immerhin 3.000 Euro jährlich absetzbar. Auch die Kosten des Kredits, Maklerprovision und Notargebühren lassen sich als Werbeausgaben abziehen.
Altersvorsorge sichern
Mit dem Eintritt ins Rentenalter sinkt in Deutschland das monatliche Einkommen eines Angestellten um 30 bis 40 %. Besonders für kleinere Einkommen kann das zu starken Einbußen der Lebensqualität führen. Der über die Jahre ins Rentensystem eingezahlte Betrag steht selten im Verhältnis zur ausgezahlten Summe. Wer aber Immobilien erworben hat, darf sich über Mieteinnahmen im Alter freuen. In diesem Fall sollte das Vorhaben so strukturiert sein, dass nicht sofort Erträge generiert werden, sondern diese in das Abbezahlen des Kredits fließen. Das ermöglicht auch Personen mit weniger Vermögen, das Ziel einer besseren Altersvorsorge zu erreichen
Generierung von Mieteinnahmen
Besonders Wohnimmobilien bieten sichere Einnahmen. Auch wenn die Rendite im Vergleich zur Investition im unteren einstelligen Prozentbereich liegt und sie daher, wie aktuell, unter der Inflationsrate wären. Allerdings geht es bei kleinen Portfolien immer um den Einzelfall: Wurde das Objekt günstig erworben oder waren die Kreditkonditionen gut? Soll es einer langjährigen Vermietung dienen oder als Ferienobjekt? Steht es an einem begehrten Standort, mit überdurchschnittlichen Wertsteigerungen, die sich auf die Miete auswirken? Befinden sich in dem Portfolio nicht nur Wohn‑, sondern auch Gewerbeimmobilien, die eine höhere Rendite generieren? Oder Stellplätze, die ein vorteilhaftes Verhältnis zwischen Investition und Ertrag bieten, bei geringeren Instandhaltungskosten?
Bei kleineren Portfolien sind pauschale Aussagen über deren Rendite schwer zu treffen, diese hängen von der jeweiligen Gestaltung ab. Daher ist die Strategie beim Aufbau eines kleinen Immobilienportfolios umso wichtiger.
Welche Anlageformen und Möglichkeiten gibt es, um ein Immobilienportfolio aufzubauen?
Ein Immobilienportfolio besteht aus mehreren Objekten, die nicht von dem oder der Eigentümer:in genutzt werden, sondern vermietet werden. Um ein Portfolio aufzubauen, ist Kapital notwendig, da führt kein Weg daran vorbei. Wer über gar kein Startkapital verfügt, wird es daher schwer haben, es ist jedoch nicht unmöglich. Siehe dazu den Abschnitt weiter unten: Wie eine Amerikanerin mit wenig Geld ein Immobilienportfolio aufbaute[1] . Denn Banken bieten auch Vollfinanzierungen an, in diesem Fall muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Immobilie mehr Ertrag abwirft als der Kredit kostet – das wird als Cash-Flow positive Immobilie bezeichnet. Aber auch hier sind Rücklagen notwendig, denn Immobilien können immer unvorhergesehene Kosten verursachen, wie bei einem Mietausfall, einer notwendigen Reparatur oder einem Schaden.
Alternativen zum direkten Immobilieneigentum
Allerdings gibt es viele Formen des Immobilien-Eigentums, die auch Menschen mit wenig Kapital erlauben, es mit Immobilien zu vermehren. Der Vorteil dabei ist: Die Investition verursacht viel weniger Arbeit als das direkte Eigentum einer Immobilie. Nachstehend listen wir die häufigsten Formen des indirekten Immobilieninvestments auf:
- Immobilienfonds bündeln Kapital von Anleger:innen, um in Immobilien zu investieren. Es gibt offene Fonds, bei denen das investierte Geld schneller wieder verfügbar ist und geschlossene, mit Kapitalbindung und fester Laufzeit. Offene Fonds erlauben Einlagen ab 25 Euro pro Monat, geschlossene Fonds beginnen ab ein paar Tausend Euro Investment. Die Renditen bewegen sich zwischen ein und zwei Prozent bei offenen und fünf bis sieben Prozent bei geschlossenen Fonds.
- Mit Immobilienaktien investieren Anleger:innen nicht direkt in Immobilien, sondern in börsennotierten Firmen, die Immobilien besitzen und verwalten. Der Gewinn liegt in der Ausschüttung von Dividenden – die bei manchen Unternehmen bei vier Prozent liegen können – und dem Verkauf der Aktien bei Kurszuwächsen. Auch hier ist ein Einstieg mit geringen Summen möglich.
- REITs, die Abkürzung von Real Estate Investment Trusts, sind eine Mischform aus Aktien und Immobilienunternehmen. Die Erträge sind wie bei Aktien Dividenden, allerdings sind REITs stärker reguliert und müssen 90 Prozent ihrer Gewinne ausschütten. Die Renditen sind deswegen höher, sie liegen in der Regel bei vier bis acht Prozent pro Jahr. Investitionen in REITs sind auch mit sehr kleinen Summen möglich.
Wer sich genauer über alternative Immobilien-Investitionen informieren will, inklusive weiterer Formen wie Immobilienanleihen oder digitalen Investments, dem empfehlen wir diesen Artikel.
Planung ist alles: Wie Sie eine Strategie für den Aufbau Ihres Immobilienportfolios entwickeln
Wichtig ist anfangs festzulegen, welches Ziel mit dem Immobilienportfolio verfolgt wird: Das bestimmt die Strategie. Vom jeweiligen Ziel hängen die benötigten Mittel und die Zeit für dessen Erreichung ab. Wenn jemand schnell von den Einnahmen seiner Immobilien leben will, werden mehr Ressourcen und ein anderes Tempo benötigt, als wenn es um das langfristige Ziel einer finanziell abgesicherten Rentenzeit geht. Ähnlich verhält es sich bei der Nutzung von Immobilien als Instrument zur Steuerminderung.
Allerdings können auch die Gegebenheiten bei der Entwicklung einer Strategie Einfluss nehmen. Wer in einem dichten Ballungszentrum lebt, hat andere Möglichkeiten als in einer Kleinstadt oder einer touristisch gepriesenen Gegend. Überlegen Sie z.B. auch, wie Sie die Immobilien akquirieren wollen: Klassisch über Makler:innen, über persönliche Kontakte, um Maklergebühren zu vermeiden oder bei Zwangsversteigerungen.
Sind die Ziele des Portfolios einmal klar definiert, sollten sie auch detailliert ausgearbeitet und die Erwartungen in Zahlen und Zeiträumen festgelegt werden:
- Wie soll der Mix von Objekttypen aussehen?
- Wie viel Zeit kann in den nächsten Jahren dafür aufgewendet werden?
- Wie viel soll ab wann verdient werden?
- Wie viele Finanzmittel stehen zur Verfügung und welche Finanzierungen sind möglich?
- Wie viel soll vom Ertrag in das Portfolio reinvestiert werden?
Steht die Strategie fest, sind eine Reihe weiterer Schritte erforderlich. Nachstehend listen wir die acht wichtigsten auf.
Wie werden Immobilienportfolios aufgebaut und verwaltet?
- Immobilienmarktanalyse – Wie Immobilien auswählen?
Untersuchen Sie die Immobilienmärkte, um Gebiete mit hohem Wachstumspotenzial und starker Mietnachfrage zu identifizieren und darin die Objekte, die sich für Ihre Strategie eignen. Berücksichtigen Sie Faktoren wie die wirtschaftliche Stabilität, Infrastrukturentwicklung und demografische Trends. Konsultieren Sie Verzeichnisse von Zwangsversteigerungen, bei denen sich immer wieder sehr interessante Gelegenheiten finden lassen. - Standortanalyse – Mikrolage
Nehmen Sie sich Zeit um das unmittelbare Umfeld der Immobilie zu analysieren. Der Radius sollte von ein paar Hundert Metern bis zu einem oder zwei Kilometern reichen. Wertbeeinflussend sind Naherholungsgebiete, Einkaufsmöglichkeiten, Nähe und Art der Transportmöglichkeiten. Die Immobilie selbst und ihre Merkmale wie Aussicht, Ausstattung, Bausubstanz und nicht zuletzt Nutzer:innen spielen natürlich auch eine wichtige Rolle. Mit digitalen Tools lässt sich eine Standort-Analyse wesentlich schneller und präziser durchführen.
☞ Mehr dazu in diesem Artikel: Standortanalyse Immobilien: So finden Sie den besten Standort für eine erfolgreiche Investition - Finanzierungsstrategien für Immobilien und Budgetierung
Klären Sie Ihre Finanzierungsmöglichkeiten und erstellen Sie ein Budget, das den Kaufpreis, Renovierungskosten, laufende Betriebskosten und eventuelle Leerstandszeiten umfasst. Hier gelten folgende Faustregeln: Banken verlangen meistens 20 % der Kaufsumme als Anzahlung, eine Immobilie verursacht zwischen fünf und zehn Prozent des Kaufpreises pro Jahr an Kosten. Prüfen Sie, ob und welche Förderungen existieren. Besonders im Bereich energetischer Sanierungen gibt es sehr viele. - Steuerliche Aspekte bei Immobilieninvestitionen
Informieren Sie sich über steuerliche Vorteile und Verpflichtungen, die mit Immobilieninvestitionen verbunden sind. Professionelle Beratung kann helfen, die Steuerlast zu minimieren und die Rendite zu maximieren. Macht es für Sie mehr Sinn, als Privatperson zu kaufen? Ist es vielleicht vorteilhafter, mit einer eigens gegründeten Firma zu arbeiten? - Immobilieninvestitionsgrundlagen
Wählen Sie Immobilien, die Ihren Investitionszielen entsprechen. Lernen Sie, die Tücken und Potentiale zu erkennen. Legen Sie besonderen Wert auf die energetischen Eigenschaften, denn die aktuellen Bestimmungen sehen ab 2033 die Energieeffizienzklasse D für Gebäude vor. Diversifizieren Sie Ihr Portfolio entlang Ihrer Strategie, indem Sie in verschiedene Arten von Immobilien (z.B. Wohnungen, Häuser, Gewerbeimmobilien, Stellplätze oder andere atypische Objekte) und Standorte investieren. - Kaufverhandlungen
Verhandeln Sie Kaufverträge sorgfältig, um die besten Konditionen zu erzielen. Ein Kauf wird Sie für Jahre binden, also lassen Sie sich Zeit. Aktuell sind die Preise niedrig, der Markt ist also vorteilhaft für Käufer:innen. Eine alte Immobilienweisheit sagt: Der Gewinn liegt im Einkauf. - Verwaltung
Entscheiden Sie, ob Sie die Immobilien selbst verwalten oder professionelle Verwalter:innen beauftragen. Die Verwaltung umfasst die Mietersuche, Instandhaltung, Reparaturen und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften. Das verursacht Kosten, benötigt aber weniger Zeit. Doch gerade für fremdfinanzierte Projekte sind Kosten ein ausschlaggebender Faktor. - Optimierung des Immobilienportfolios
Überwachen Sie regelmäßig die Performance Ihres Portfolios. Nehmen Sie Anpassungen vor, um die Rendite zu maximieren, sei es durch Renovierungen, Mietanpassungen oder die Minderung der Kosten. Eventuell kann der Verkauf weniger gewinnbringender Immobilien erwogen werden, jedoch ist das stark von der jeweiligen Marktlage abhängig. - Netzwerk aufbauen
Ein starkes Netzwerk aus Immobilienmakler:innen, Finanzberater:innen, Hausverwalter:innen, Handwerker:innen und anderen Akteur:innen kann wertvolle Unterstützung und Einsichten bieten. Besonders interessant sind Hinweise zu Objekten, die direkt erworben werden können, anstatt über Makler:innen.

Wir unterstützen Sie bei sämtlichen Punkten, von der Strategie bis zur Erweiterung Ihres Immobilienportfolios. Treten Sie gerne mit uns in Kontakt
Wie institutionelle Investoren Immobilienportfolios strukturieren
Für Privatpersonen beginnt der Aufbau eines Immobilienportfolios häufig mit Startkapital, Finanzierung, Objektverfügbarkeit und persönlichen Zielen. Institutionelle Investor:innen gehen anders vor: Sie strukturieren Immobilienportfolios entlang einer klaren Allokationslogik. Ein Objekt ist nicht nur deshalb interessant, weil es für sich genommen attraktiv wirkt. Es muss auch im Zusammenspiel des Gesamtportfolios funktionieren, etwa mit Blick auf Risikoausgleich, Nutzungsarten, Standorte, Cashflows und langfristige Anlageziele.
Entscheidend sind dabei vor allem drei Punkte:
- Governance und Reporting: Entscheidungen müssen über mehrere Assets, Mandate oder Fonds hinweg nachvollziehbar sein. Dafür braucht es klare Verantwortlichkeiten, einheitliche Kennzahlen und Reports, die für interne Gremien, Investor:innen, KVGs oder Prüfer:innen belastbar sind.
- Szenarien: Neben dem Ist-Zustand eines Portfolios bewerten institutionelle Investor:innen auch regelmäßig wie sich unterschiedliche Annahmen zu Mieten, Leerstand, Finanzierungskosten, CapEx, ESG-Maßnahmen oder Verkäufen auf Rendite und Risiko auswirken. Szenariensimulationen ermöglichen genau das und schaffen dabei fundierte Entscheidungsgrundlagen für eine proaktive Planung.
- Datenkonsistenz: Je größer ein Portfolio wird, desto wichtiger ist eine einheitliche Datenbasis. Nur wenn Objekt‑, Portfolio- und Fondsdaten konsistent gepflegt werden, lassen sich Entscheidungen vergleichen, Risiken früh erkennen und Berichte effizient erstellen.
Für Versicherungen, Pensionskassen, Versorgungswerke, Investmentgesellschaften und Immobilien-Spezialfonds kommt es deshalb neben der Wirtschaftlichkeit der Objektauswahl auch darauf an, wie sich jedes Asset in die Gesamtstrategie einfügt und wie gut sich das Portfolio laufend steuern lässt. Für diese datenbasierte Steuerung bietet Wüest Dimensions eine digitale Lösung für institutionelle Immobilieninvestor:innen.
Der Aufbau eines nachhaltigen Immobilienportfolios
Hierfür gibt es leider kein allgemeines Erfolgsrezept, da zu viele Faktoren eine Rolle spielen: Wohnort, Startkapital, kaufmännische Erfahrung und auch etwas Glück. Denn ob passende Objekte zur Verfügung stehen, hängt nicht von einem selbst ab. Deswegen ist vermutlich das Beispiel einer Person, die ohne großes Startkapital den Aufbau eines Immobilienportfolios erreicht hat, vermutlich sinnvoller als allgemeine Regeln.
Wie eine Amerikanerin mit wenig Geld ein Immobilienportfolio aufbaute
Die US-Amerikanerin Dana Bull überzeugte im Alter von 22 Jahren ihren Freund, gemeinsam mit ihr eine Wohnung zu kaufen. Damals wusste sie nicht, dass das der Grundstein einer Karriere als Immobilien-Unternehmerin sein würde, wie sie in einem Artikel des Business Insiders berichtete. Als sie die Wohnung abbezahlt hatten, erhielten sie dadurch einen Kredit für den Kauf eines Doppelhauses. In der einen Hälfte wohnten sie, den Kredit zahlten die Mieteinnahmen der anderen Hälfte und der schon erworbenen Wohnung ab. Nach und nach kauften sie immer mehr Wohnungen und Häuser in der Gegend um Boston: Bei der Auswahl dieser war das oberste Kriterium, dass die Einnahmen den Kredit vollständig bedienten.
Rückblickend meint Dana Bull, der Kauf des Doppelhauses war die richtige Entscheidung. Denn kleine Mehrfamilienhäuser seien eine gute Anfangsstrategie für Leute, die, wie sie, wenig Startkapital haben. Allerdings stellt sie auch fest, dass sehr viel Durchhaltevermögen notwendig ist. Die ersten zehn Jahre waren wenig einträglich, gleichzeitig nahm die Verwaltung sehr viel Zeit in Anspruch, da sie aus Kostengründen so viel wie möglich selber machte. Sie musste sich immer wieder ihr Ziel vor Augen halten, um gelegentliche Motivationstiefs zu überwinden und die Frage zu beantworten, ob die vielen Entbehrungen sich auch lohnen würden.
Ausschlaggebend ist für sie jedoch die Einstellung. Der Kauf einer Immobilie kommt der Gründung einer Firma gleich: Es macht einen zu Unternehmer:innen. Mit allen Vorteilen, der Gestaltungsfreiheit, aber auch den Nachteilen: Die Verantwortung, Verpflichtungen, die anfänglichen Entbehrungen und auch die Widrigkeiten, die auftreten werden. Denn es kann durchaus sein, dass Mieter:innen zahlungsunfähig werden oder andere Schwierigkeiten auftauchen, wie z.B. mit Baufirmen. Das bedeutet die Bereitschaft, Auseinandersetzungen auszutragen.
Die Vorteile die Dana Bull im Aufbau eines Portfolios sieht, sind folgende:
- Ein kontinuierlicher Geldfluss: Auch wenn es anfangs nicht viel sein mag, sind die Objekte einmal abbezahlt, entstehen regelmäßige Einkünfte. Wie damit umgegangen wird, liegt im eigenen Ermessen. Für Bull war klar, dass die Geldflüsse mehrheitlich oder wenn möglich ausschließlich dem Ausbau ihres Portfolios dienen sollten.
- Wertsteigerungen: In der Regel, aber nicht immer, steigen über die Jahre die Häuser im Wert. Das gilt vermutlich mehr für den europäischen als den US-Immobilienmarkt, der sehr viel stärkeren Schwankungen unterliegt. Allerdings ist er auch fragmentierter und besteht aus wertstabilen und ‑instabileren Gegenden. In Europa ist demnach auf lange Sicht eine Immobilie eine sichere Zukunftsvorsorge (siehe die weiter oben dargestellten Preisentwicklungen über längere Zeiträume).
- Kapitalanlage: Wer über mehrere Objekte verfügt, hat die Möglichkeit, sie zu veräußern. Damit werden die Zeit, Energie und Geld, die investiert wurden, auf einen Schlag in Kapital umgewandelt. Das ist auch bei einer laufenden Rückzahlung möglich. Dadurch haben Halter:innen von Portfolios eine Sicherheit für schlechtere Tage.
Energetische Nachhaltigkeit bei Immobilienportfolios
Nach EU-Plänen sollen bis 2050 alle Immobilien vollständig klimaneutral sein, Deutschland will dieses Ziel sogar bis 2045 erreichen. Das stellt die gesamte Branche vor eine immense Herausforderung, denn knapp 60 Prozent der deutschen Immobilien haben eine Energieeffizienzklasse von E bis H, wie die Firma Purpose Green in einer Analyse von November 2025 feststellte. Dafür untersuchte sie 7.000 Objekte bundesweit. Bis 2033 sollen alle Gebäude mindestens die Effizienzklasse D aufweisen, was bedeutet: Es gibt noch viel zu tun.
Zwar zwingen diese Vorgaben Eigentümer:innen, etwas Geld in die Hand zu nehmen, um ihren Bestand zu sanieren. Allerdings sind nachhaltige Immobilien wirtschaftlich vorteilhaft: Sie erreichen schon jetzt um knapp fünf Prozent höhere Preise, wie Wüest Partners Studie CO2-Ausstoße und Immobilienwerte (2025) analysierte. Sie erfreuen sich einer höheren Nachfrage, da ihre Kosten im Betrieb niedriger sind, was zu höheren Mieten führt. Nutzer:innen zahlen deswegen nicht zwangsläufig mehr, da ihre Betriebskosten bei energetisch hochwertigen Objekten viel geringer sind. Allerdings erhöht sich der Ertrag für Eigentümer:innen. Nachhaltige Immobilien stehen auch finanziell besser da: Sie finden leichter Finanzierungen und das zu besseren Konditionen, zusätzlich kommen sie in den Genuss von steuerlichen Vorteilen.
Sicherlich werden dadurch die Überlegungen beim Aufbau des Immobilienportfolios etwas komplexer. Auf der anderen Seite ist dadurch die Möglichkeit entstanden, Förderungen in Anspruch zu nehmen, die es vor den Nachhaltigkeitszielen nicht gab. Für Leute mit wenig Kapital stellen sie eine große Chance dar, vorausgesetzt, es besteht eine Vorliebe für das Recherchieren, das Kalkulieren und das Erstellen von Anträgen. Für Eigentümer:innen und Investor:innen bietet Wüest Partner eine umfassende Fördermittelberatung und mehr Informationen auf dieser Seite.
☞ Erfahren Sie hier, wie Wüest Partner beim Thema Nachhaltigkeit und Immobilien helfen kann.
Risikominimierung bei Immobilieninvestitionen: Die Diversifikation im Immobiliensektor
Ein schon erläutertes Grundmerkmal eines Portfolios ist die Diversifikation. Wer 12 Stellplätze sein Eigentum nennt, besitzt kein Portfolio. Wer dagegen jeweils zwei Wohnungen, Gewerberäume und Garagen hat, steht an der Spitze eines kleinen Portfolios. In dem oben angeführten Beispiel von Dana Bull, die ohne nennenswertes Startkapital über die Jahre ein Immobilienportfolio aufbaute, war die Diversifikation eher gering. Sie hatte nur Wohnobjekte, allerdings waren diese unterschiedlich ausgeprägt: Wohnungen, Doppel- und Mehrfamilienhäuser.
Der Sinn einer Diversifikation ist, den Geldfluss so ausfallresistent wie möglich zu halten. Wer z.B. nur Wohnimmobilien in einer sozioökonomisch angespannten Lage hat, wird vermutlich stärker von einer Erhöhung der Energiepreise betroffen sein. 2022 führte das nicht wenige Haushalte in Deutschland an ihre Kapazitätsgrenzen oder darüber hinaus – der Staat musste Mietausfällen mit Zuschüssen entgegensteuern. Wer nur Gewerbeimmobilien hat, wäre von der Pandemie-Zeit sicherlich sehr viel härter betroffen gewesen, als Eigentümer:innen von Wohnobjekten.
Klar ist: Wer ein Portfolio aufbaut, wird sich ohne genügend Startkapital zu Beginn eine Diversifikation nicht leisten können. Hierbei ist die Person gut beraten, mit einer kleinen, aber sicheren Investition zu beginnen. Z.B. eine Ferienwohnung eignet sich gut, da sie viel mehr abwerfen kann als ein Objekt für eine dauerhafte Vermietung. Oder atypische Investments, wie ein Stell- oder ein Garagenplatz, die viel weniger Instandhaltungskosten verursachen, erschwinglicher sind und eine etwas höhere Rendite haben. Noch dazu fällt eine Betriebskostenabrechnung aus. Kleine Gewerbelokale, die jedoch gut platziert sind, können auch in Betracht gezogen werden.
Sobald der erste Meilenstein erreicht ist, das Volleigentum eines Objektes, egal welcher Größe,
sollte bei der zweiten Investition das Ziel der Diversifikation umsetzen. Hier nochmal die Vorteile der Diversifikation:
- Ideale Übereinstimmung von Rendite und Sicherheit
- Objekte mit schlechteren Entwicklungen können durch positive Entwicklungen von anderen abgefedert werden
- Verschiedene Anlageobjekte sorgen in Kombination für höhere Renditen bei (fast) gleichbleibenden Risiken
Das effiziente Management von Immobilien und Portfolios
“Es gibt immer was zu tun” lautet der Slogan eines bekannten Baumarkts. Für Immobilien gilt das ebenfalls: sie bedeuten Arbeit. Von der Vermietung bis zur Instandhaltung, von Reparaturen bis zu Sanierungen, vom Verkauf bis zum Ankauf, das alles bietet in Deutschland 3,5 Millionen Menschen Arbeit. Das sind immerhin 10 Prozent der Arbeitnehmer:innen hierzulande, die in 810.000 Firmen beschäftigt sind. Dazu gehören u.a. das Facility Management, Banken, Hausverwaltungen, Energieberater:innen und nicht zuletzt – oder allen voran das Immobilien- Management. Dessen Aufgabe ist, Tag für Tag Gebäude zu verwalten und sie zu optimieren.
Verwaltung von Immobilienportfolios
Eine Handvoll Immobilien zu verwalten, das ist zwar mühsam, lässt sich aber von einer Person vielleicht noch stemmen. Bei mehreren Hundert oder auch Tausend Einheiten ist ein professionelles Immobilien-Management auf jeden Fall notwendig. Besonders wenn die Objekte über verschiedene Asset-Klassen gestreut sind, wie Wohnen, Gewerbe, Logistik z.B., denn jede Klasse hat ihre eigenen Anforderungen und Bedürfnisse. Das erfordert spezialisiertes Wissen und einschlägige Erfahrung.
Zusätzlich zum Spezialwissen können digitale Lösungen helfen. Setzten andere Branchen bereits vor Jahrzehnten auf Digitalisierung, folgte der Immobiliensektor erst deutlich später. Mittlerweile hat sich ein enormer Markt für Immobilien-Software und digitale Tools etabliert, auch PropTech genannt, der 2025 in Deutschland allein über 1.400 Anbieter:innen zählte. Dieses Allzeithoch und das solide Wachstum von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zeigen, der Bereich wird immer reifer. Genau wie Immobilien ist die PropTech-Landschaft breit gefächert: Sie reicht von Nischenlösungen, die teilweise kostenlos sind bis zu kompletten Real Estate Management Plattformen wie Wüest Dimensions, die alle Bereiche der Immobilienwirtschaft abdecken.

600 Kund:innen ein Immobilienvermögen von über 300 Milliarden Euro verwalten.
Der große Vorteil dieser Lösungen: Sie verwandeln das Immobilien-Management in ein datengestütztes Unterfangen. Wiederkehrende Prozesse sind automatisierbar, Entscheidungsgrundlagen gewinnen stark an Qualität, Synergien und Optimierungspotenziale werden leichter identifiziert und nicht zuletzt: Energetische Sanierungen lassen sich simulieren. Das ist von kritischer Bedeutung, denn angesichts des Zeitdrucks, Immobilien klimaneutral zu gestalten, muss die Sanierung das beste Verhältnis zwischen Kosten und Wirkung aufweisen. Das geht laut Expert:innen nur mit digitalen Tools, besonders wenn die Dekarbonisierung wirtschaftlich werden soll, wie Branchenexpert:innen bereits 2023 festhielten.
Immobilienportfolio Bewertung & Immobilienportfolio Analyse
Bei der Bewertung von Immobilien-Portfolios bieten digitale Tools erhebliche Vorteile. Alle wiederkehrenden Prozesse werden automatisiert, wodurch die menschliche Expertise sich auf die Kernaufgabe konzentrieren kann, die Analyse und Wertermittlung. Das trifft besonders auf Spezialimmobilien wie Pflegeeinrichtungen, Hotels oder Produktionsstätten zu, die sich nicht leicht modellieren lassen.
Auch bei der Analyse von Portfolios leisten digitale Tools wertvolle Hilfe: Sie bieten einen verbesserten Überblick der Kennwerte, ein tieferes Verständnis der Geldflüsse sowie des Vertragswesens und erlauben vor allem Einsparpotenziale und Synergien besser zu identifizieren. Erträge lassen sich steigern und die finanzielle Planung verbessern. Das ist insbesondere in Hinsicht auf Instandhaltungen und anstehende energetische Sanierungen wichtig. Zusätzlich erlauben professionelle Tools das sogenannte Predictive Maintenance, das heißt, die Haustechnik wird viel enger beobachtet, um möglichen Ausfällen vorzubeugen.
Wie kann ich ein Immobilienportfolio optimieren?
Gerade bei der Optimierung von Portfolios stellen digitale Tools einen Quantensprung beim Immobilien-Management dar. Sie haben einen wesentlichen Vorteil: Die Simulation, sei es von Sanierungen, Reparaturen oder Anpassungen jeglicher Art. Weil professionelle Tools auf schon durchgeführte Maßnahmen zurückgreifen, sind sie belastbar. Somit sind die zeitlichen Projektionen der Wirkung verlässlich, auch für sehr spezifische Maßnahmen, wie z.B., wie viel Strom wird durch den Einbau einer Lichtanlage mit Bewegungssensor über drei Jahre eingespart. Ohne solche Simulationen bleiben Entscheidungen rund um Immobilienveränderungen letztlich Bauchentscheidungen, mit allen finanziellen und operativen Risiken, die das mit sich bringt.
Besonders bei energetischen Sanierungen – aktuell die häufigste Form der Optimierung – erlauben Simulationen die Maßnahme mit dem besten Kosten-Nutzen-Faktor auszuwählen. Beim oben genanntes Beispiel der automatisierten Lichtanlage konnte dank der Simulation festgestellt werden, dass diese Maßnahme genauso viel Energie einsparte wie die Modernisierung der Fenster – für einen Bruchteil des Preises. Ohne eine solche Simulation wären die Eigentümer:innen, oder das Immobilien-Management, im Dunkeln getappt. Mehr zu diesem Thema in diesem Artikel.
Immobilienportfolio Software und digitale Tools
Wüest Partner setzte früh auf Software und entwickelte eigene digitale Lösungen für jeden Aspekt der Immobilienwirtschaft. Mittlerweile werden diese hauseigenen Immobiliensoftware Lösungen von über 11.000 User:innen erfolgreich genutzt. Neben seiner umfassenden und modularen Real Estate Management Plattform Wüest Dimensions bietet die Immobilien-Beratung auch Stand-Alone-Apps an, die sich auf einzelne Anwendungsbereiche konzentrieren. Jedoch lassen sich die Module von Wüest Dimensions auch einzeln nutzen. Hier eine Übersicht der Lösungen für den Bereich Immobilien- und Portfolio-Management:
- Das Wüest Dimensions Modul Asset & Portfolio Managementeignet sich für einzelne Liegenschaften wie für ausgedehnte Portfolios, auch über mehrere Regionen und Länder hinweg. Über 600 Kund:innen verwenden das Modul, um 300 Mrd. Euro an Assets zu managen.
- Mit dem Wüest Dimensions Modul Valuation & Planning lassen sich Immobilien und Portfolien, egal welcher Komplexität, effizient und gesetzeskonform bewerten. Gleichzeitig erlaubt es die Planung von Investitionen – auch für energetische Sanierungen.
- Dank der Stand-Alone App Wüest Refurbwerden CO2-Emissionen ermittelt und Sanierungsstrategien samt Kosten simuliert. Wüest Refurb erlaubt sogar die Entwicklung von CO2-Absenkpfade bis 2050.
- Die App Wüest Visits erlaubt das Modellieren von Immobilien, von der Gebäudehülle bis zur Haustechnik. Dank vordefinierter Datenstruktur erfassen auch nicht-Fachleute Objekte digital – Portfolios mit über 80 Objekten werden in wenigen Wochen erfasst.
Sicherlich ist eine umfassende Software wie Wüest Dimensions eher für größere Akteur:innen geeignet als für kleinere. Die Stand-Alone Apps wie Wüest Refurb oder Visits eignen sich jedoch auch für Halter:innen kleinerer Bestände.
👉 Wer in größeren Dimensionen im Immobiliensektor agiert, sollte die digitalen Tools von Wüest Partner für Real Estate & Portfolio Management kennenlernen.

Ein Immobilienportfolio aufzubauen braucht das richtige Know-How
Für den Aufbau eines Immobilienportfolios ist entweder ausreichendes Startkapital notwendig oder ausreichend Durchhaltevermögen. In beiden Fällen ist die Akquise jedoch nur der erste Schritt, der Erfolg wird maßgeblich von der Fähigkeit bestimmt, die Immobilien ertragreich zu verwalten. Dabei ist die Kontrolle der Kosten und die Identifikation von Einsparpotentialen oder Renditesteigerungen entscheidend.
Auch wenn das für kleinere Portfolien vielleicht weniger zutrifft, so ist die Nutzung von digitalen Tools, um wiederkehrende Verwaltungsprozesse zu beschleunigen und Einsparpotenziale zu simulieren, ein großer Vorteil. Auch ist Expertise hilfreich, besonders bei der Entwicklung einer Portfoliostrategie. Dabei kann Wüest Partner als eine der führenden Beratungsfirmen im DACH-Raum unterstützen. Auch wenn sich das Angebot eher an größere Investor:innen richtet, können zum Beispiel deren Fallstudien eine Inspirationsquelle sein.
Egal ob für kleinere oder größere Akteur:innen, die ein Immobilienportfolio aufbauen wollen, steht fest: Die aktuell angespannte Lage am Immobilienmarkt ist ein guter Zeitpunkt, um das Vorhaben anzugehen. Die rückläufigen Preise geben Käufer:innen bei Verhandlungen eine günstige Position, der weiterhin knappe Wohnraum garantiert eine hohe Nachfrage nach Mietobjekten und ab kommendem Jahr, so Weltwirtschaft will, werden die Zinsen sinken.
Wer eine Beratung zum Aufbau eines Immobilienportfolios sucht, kann gerne Kontakt zu uns aufnehmen.
Häufige Fragen zu Immobilienportfolios
Was sind Immobilienportfolios?
Ein Immobilienportfolio ist eine Reihe von Liegenschaften, die Eigentümer:innen gehören, die als Kapitalanlagen gehalten werden. Sie verdienen damit Geld, das ist ein wichtiges Merkmal und unterscheidet ein Portfolio von mehreren Immobilien, die privat genutzt werden. Ein Immobilienportfolio kann eine Handvoll oder tausende Objekte umfassen.
Was spricht für das Investment in Immobilien?
Immobilien gelten seit jeher als solides Investment, mit vergleichsweise sicheren (aber selbstverständlich nicht komplett risikofreien) Erträgen. Mit dieser Sicherheit geht auch eine eher geringe Rentabilität zusammen, auch wenn es viele Ausnahmen zu dieser traditionellen Sicht gibt. Investitionen in Finanzprodukte, die auf Immobilien basieren, bieten in der Regel höhere Renditen. Immobilien im Direkteigentum sind eine langfristige Angelegenheit, während das Investment in Immobilien-Finanzprodukte, oder indirektes Eigentum, mehr Flexibilität bietet. Der große Vorteil von direkt gehaltenen Immobilien: Anders als andere Investments wie Gold, können sie für Kredite beliehen werden. Mehr als andere Investments bieten sie dadurch finanziellen Spielraum.
Kann ein Immobilienportfolio eigenständig aufgebaut werden?
Ja, natürlich kann ein Immobilienportfolio eigenständig aufgebaut werden. Das hängt vom verfügbaren Eigenkapital ab, vom Finden der passenden Immobilien und vom kaufmännischen Geschick. Eigenkapital ist dabei hilfreich, aber nicht notwendig, da Banken auch Vollfinanzierungen anbieten. Wichtiger ist der Ertrag einer Immobilie und zu welchem Teil dieser die Kreditraten abdeckt.
Wie baue ich mir ein Immobilienportfolio auf?
Um sich ein Immobilienportfolio aufzubauen, ist zuallererst Entschlossenheit und Ausdauer notwendig. Insbesondere wenn man mit wenig Eigenkapital anfängt, wird in den ersten Jahren viel Eigenleistung benötigt. Egal zu welchem Anteil die ersten Objekte finanziert werden, das ausschlaggebende Kriterium ist eine Cashflow-positive Immobilie. Das bedeutet, der Ertrag der Immobilie, also die Mieten, sind höher als die Tilgungsraten des Kredits.
Wie kann ich ein Immobilienportfolio finanziell strukturieren?
Die erste grundsätzliche Frage ist, ob ich als Privatperson oder über eine Firma ein Immobilienportfolio finanziell strukturiere. Ob es sinnvoller ist, ein Portfolio privat oder gewerblich aufzubauen, hängt von der jeweiligen Situation ab. Klar ist, dass der gewerbliche Weg viel mehr Spielraum zulässt, aber mehr Verwaltungsaufwand bedeutet. Die zweite Grundsatz-Frage ist die der Risiko-Bereitschaft: Will ich höhere Erträge generieren und z.B. in Gewerbe-Immobilien investieren, wo Mieter:innen-Wegfall wahrscheinlicher ist? Oder in Wohnobjekte anlegen, die weniger Rendite abwerfen, dafür in der Regel weniger Mietausfall und Leerstände haben, besonders bei der aktuellen Lage des Marktes.
Welchen Zeitaufwand verursachen Immobilienportfolios?
Für kleinere Privatinvestor:innen ist der Zeitaufwand, den ein Immobilienportfolio erzeugt, vor allem am Beginn des Aufbaus hoch bis sehr hoch. Hauptsächlich deshalb, da vermutlich noch nicht genug Ertrag vorhanden ist, um Arbeiten auszulagern. In dieser Phase ist jede Ersparnis, also jede in Eigenleistung durchgeführte Arbeit, ein Gewinn. Ab dem Moment, wo das Portfolio ausreichend Rendite abwirft, können Arbeiten outgesourct werden. Aber bis zum Punkt, ab welchem ein Portfolio passives Einkommen generiert, ist jede Menge aktives Arbeiten nötig, was nicht unterschätzt werden darf. Für die reine Verwaltung bieten digitale Tools allerdings eine große Hilfe, da viele Management-Tätigkeiten wie Betriebskosten-Abrechnungen, Erstellung von Mietverträgen usw. wiederkehrend und damit automatisierbar sind.
Hilft Nachhaltigkeit die Performance von Immobilienportfolios zu verbessern?
Ja, nachhaltige Immobilienportfolios haben in der Regel eine bessere finanzielle Performance als energetisch schlechtere. Das ist auf drei Gründe zurückzuführen:
1. Die Nachhaltigkeit einer Immobilie wirkt sich positiv auf deren Wert aus.
2. Nachhaltige Immobilien sind gefragt, denn sie haben geringere Nebenkosten, weshalb Bewohner:innen auch bereit sind dafür höhere Kaltmieten zu zahlen.
3. Nicht-nachhaltigen Immobilienportfolios droht ein Wertverfall, das Schicksal eines Stranded Assets. Je nachhaltiger ein Immobilienportfolio ist, desto besser ist es davor geschützt.
Welche Firma begleitet den Verkauf von Immobilienportfolios?
Sofern es sich um ein größeres Immobilien-Portfolio handelt, wird der Verkauf von spezialisierten Firmen durchgeführt. Der wichtigste Grund dafür: Investor:innen werden sich eher auf die Bewertung und Angaben eines Dritten verlassen, als auf die Angaben von Verkäufer:innen. Ein weiterer Grund ist, dass große Transaktionen komplex sind, mitunter auch Fremdkapital benötigen, weswegen die Koordination aller Stakeholder:innen oft an eine spezialisierte Firma ausgelagert wird. Hierzulande gelten die Firmen wie Wüest Partner als führende Begleiter:innen von Portfolio-Transaktionen.
Welche Risiken gibt es bei Immobilienportfolios oder wie sicher sind sie?
Wie bei jeder Investition gibt es auch bei Immobilienportfolios Risiken. Der Teufel steckt einerseits im Detail, oder in der Immobilie selbst. Denn eine Immobilie kann immer Überraschungen oder unerwartete Kosten verursachen, die nicht von Versicherungen gedeckt sind. Die häufigsten sind Ausfall von Technik, oder Beschädigung durch Nutzer:innen, Mietausfälle – egal aus welchen Gründen – oder rechtliche Streitigkeiten. Je mehr Immobilien, oder je größer das Portfolio, desto wahrscheinlicher sind diese Risiken.
Darüber hinaus besteht insbesondere bei Privatinvestor:innen, die über wenig Eigenkapital verfügen, ein zusätzliches Risiko, welches durch den Werteverfall entsteht. Denn wer Liegenschaften zum Beispiel größtenteils über eine Hypothek finanziert, muss sich bewusst sein, dass – auch wenn Immobilienpreise in der Vergangenheit langfristig gesehen im Schnitt gestiegen sind – deren Wert auch fallen kann. Dies wird von vielen selbsternannten Vermögens-Expert:innen leider oft nicht genug erwähnt. Trifft so ein Szenario ein, können die Auswirkungen verheerend sein, da Banken bei dauerhaft sinkenden Immobilienwerten das erhöhte Risiko über höhere Zinsen oder zusätzliche Sicherheiten ausgleichen müssen.
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Veröffentlicht am: 17. April 2024 Letzte Aktualisierung: 19. August 2026

