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Erneuerungsstrategien und CO₂-Reduktion für UBS «Sima»

Veröffentlicht am: 05. September 2022 Letzte Aktualisierung: 24. März 2026

Der Immobilienfonds UBS «Sima», der grösste der Schweiz, befasst sich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit und besonders mit der Reduktion der CO2-Emissionen der bestehenden Liegenschaften. Bis 2050 soll die Schweiz und damit auch ihr gesamter Gebäudepark CO2-neutral werden. UBS «Sima» sieht sich dabei in der Verantwortung, nicht nur die Reduktion der Treibhausgasemissionen voran­zu­treiben, sondern gleich­zeitig im Sinne der Anleger die bestmög­liche Rendite zu erzielen – voraus­schauend, syste­ma­tisch, strate­gisch.

Spannungsfeld

Im Spannungsfeld zwischen CO2-Reduktion und Wertentwicklung wurde Wüest Partner damit beauf­tragt, eine strate­gische Planung zu entwi­ckeln, die nicht nur die zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele nötigen Massnahmen berück­sichtigt, sondern gleich­zeitig auch ökono­misch inter­es­sante Nutzungsreserven einbe­zieht. Dabei war die Überlegung entscheidend, dass der Zeitraum bis 2050 knapp 30 Jahre und damit in etwa einen Sanierungszyklus umfasst. In diesem Zeitraum werden alle Liegenschaften einmal saniert. Das heisst, bauliche Massnahmen sind auf jeden Fall nötig.

Graue Emissionen: Neuer Blick auf Kosten und Erträge

Ein verant­wor­tungs­voller Umgang mit dem Thema Treibhausgasemissionen ist nur dann möglich, wenn nicht nur die im Betrieb anfal­lenden Emissionen, sondern auch die sogenannten grauen Emissionen berück­sichtigt werden, also die Emissionen, die aus den baulichen Massnahmen resul­tieren. Es war daher Teil des Auftrags, diese Emissionen in die Ermittlung der bestmög­lichen Strategie mitein­zu­be­ziehen. Die Lösung bestand darin, diese Emissionen mit einem Preis zu versehen. Dieser Preis bildet zusammen mit den Investitionen die Kostenseite. Auf der Ertragsseite stehen die dank der baulichen Massnahmen erzielten wirtschaft­lichen Mehrwerte sowie die einge­sparten Emissionen.

Normstrategien

Grundsätzlich stehen für Bestandesliegenschaften vier Normstrategien zur Verfügung:

0. Fortführung:

Verzicht auf jegliche baulichen Massnahmen. Diese Strategie kommt in Anbetracht des langen Zeitraums von 30 Jahren und des in dieser Zeit zu errei­chenden des Netto-null-Ziels nicht infrage.

1. Energetische Sanierung:

Substitution des fossilen Wärmeerzeugers, Dämmmassnahmen, evtl. Photovoltaikanlage.

2. Erweiterung:

Energetische Sanierung der Bestandesbauten plus Ausbau, Anbau, Aufbau oder Zusatzbau. Nur sinnvoll im Falle von Nutzungsreserven.

3. Ersatzneubau:

Abbruch der Bestandesbauten plus Neubau. Nur sinnvoll, wenn die Bestandesbauten ein bestimmtes Alter haben und gleich­zeitig bedeu­tende Nutzungsreserven bestehen.

Priorisierungsmechanismus

Konkret galt es, für alle Liegenschaften die jeweils beste Normstrategie (Ertrag minus Kosten) sowie den optimalen Zeitpunkt für deren Umsetzung zu ermitteln. Da nicht alle Liegenschaften gleich­zeitig saniert, erweitert oder neu gebaut werden können, wurde ein Priorisierungsmechanismus entwi­ckelt, der es ermög­licht, für die Realisierung der geplanten Massnahmen eine ökono­misch und ökolo­gisch sinnvolle Reihenfolge zu finden. Diese berück­sichtigt die Verfügbarkeit der finan­zi­ellen Mittel (beschränktes jährliches Investitionsvolumen), die zur Verfügung stehenden perso­nellen Ressourcen sowie die bautech­ni­schen Notwendigkeiten.

«Social» und «Governance» komplettieren das ESG-Rating

Das Projekt steht kurz vor der Vollendung. Es soll in naher Zukunft erweitert werden zu einem kompletten ESG-Rating: Nachdem bisher die Komponente E (Environmental) im Zentrum stand, soll in einem nächsten Schritt der Fokus auf die beiden anderen Komponenten S (Social) und G (Governance) gerichtet werden.

Weiterführende Informationen

Der folgende Artikel befasst sich sehr ausführlich mit den hier skizzierten Erneuerungsstrategien:
Erneuerungsstrategien unter Berücksichtigung von Ökonomie und Ökologie

Weitere Artikel über den Zusammenhang zwischen Immobilienwerten und Nachhaltigkeit finden Sie unter den folgenden Links:
Energetische Sanierungen: 3 Gewinner
Die Wirkung von Nachhaltigkeit auf Immobilienwerte
Investorenumfrage zur Wertrelevanz der Nachhaltigkeit
10 Faktoren, die den Wert von nachhal­tigen Liegenschaften beein­flussen

Hinweis: Nachhaltigkeit für Immobilien-Profis. Ein Kurs der Wüest Academy

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