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Stadt Baden schafft Grundlage für preisgünstigen Wohnraum im Immobilienportfolio 

Veröffentlicht am: 24. August 2026

Luftaufnahme der Altstadt Baden

Von der wohnpolitischen Strategie zur operativen Umsetzung 

Die Stadt Baden verfolgt das Ziel, mit ihrem Immobilienportfolio einen aktiven Beitrag zur Bereitstellung von preis­güns­tigem Wohnraum zu leisten. Um dieses Ziel strate­gisch zu verankern und gleich­zeitig prakti­kable Instrumente für die Umsetzung zu schaffen, arbeitete die Stadt mit Wüest Partner zusammen. Gemeinsam wurde ein Modell entwi­ckelt, das wohnpo­li­tische Zielsetzungen, wirtschaft­liche Anforderungen und recht­liche Rahmenbedingungen in Einklang bringt. 

Die Herausforderung 

Die Förderung von preis­güns­tigem Wohnraum stellt Städte und Gemeinden vor komplexe Fragestellungen. Neben der Definition dessen, was als preis­güns­tiger Wohnraum gilt, müssen finan­zielle Auswirkungen auf das Immobilienportfolio berück­sichtigt sowie recht­liche und politische Anforderungen erfüllt werden. 

Auch die Stadt Baden stand vor der Frage, wie preis­güns­tiges Wohnen im eigenen Bestand syste­ma­tisch definiert und umgesetzt werden kann. Gesucht war ein Ansatz, der sowohl politisch mehrheits­fähig als auch operativ umsetzbar ist und sich in bestehende Bewirtschaftungsprozesse integrieren lässt. 

In einer ersten Projektphase wurde eine umfas­sende Auslegeordnung erarbeitet. Darauf aufbauend wurde ein auf die spezi­fi­schen Bedürfnisse der Stadt Baden zugeschnit­tenes Vermietungsmodell entwi­ckelt, in einem entspre­chendem Mietzinsreglement konkre­ti­siert und auf das städtische Portfolio angewendet werden. 

Der Lösungsansatz 

Wüest Partner begleitete die Stadt Baden über mehrere Projektphasen hinweg als strate­gi­scher und metho­di­scher Partner. Im Zentrum stand die Entwicklung eines praxis­taug­lichen Modells, das die wohnpo­li­ti­schen Ziele der Stadt in konkrete Handlungsinstrumente übersetzt. 

Zunächst wurden zentrale Begriffe wie preis­güns­tiger, bezahl­barer und gemein­nüt­ziger Wohnraum präzi­siert und vonein­ander abgegrenzt. Anschliessend entwi­ckelte Wüest Partner ein Kostenmietmodell und analy­sierte dessen Auswirkungen auf Portfolio- und Objektebene. Dabei wurden die modell­ba­sierten Mietzinse den bestehenden Marktmieten gegen­über­ge­stellt. 

Eine struk­tu­rierte Analyse des Immobilienbestands ermög­lichte die Differenzierung zwischen ertrags­ori­en­tierten Objekten und Liegenschaften mit Potenzial für preis­güns­tigen Wohnraum. Darauf aufbauend wurden nachvoll­ziehbare Kriterien für die Zuweisung von Wohnungen entwi­ckelt sowie konkrete Umsetzungselemente wie Belegungsvorschriften, Mietreglement und Transformationsprozesse erarbeitet. 

Mehrere Workshops mit den Projektverantwortlichen dienten der fachlichen Abstimmung und der Vorbereitung politi­scher Entscheidungen. Ergänzend wurde die Stadt bei juris­ti­schen Fragestellungen und bei der Ausarbeitung der Entscheidungsgrundlagen für die politi­schen Gremien unter­stützt. Darüber hinaus wurden auch Aspekte der aktiven Bodenpolitik berück­sichtigt, insbe­sondere im Zusammenhang mit Akquisitionsstrategien und möglichen Devestitionen. 

Das Ergebnis: Modell zur Förderung von preisgünstigem Wohnraum 

Die Stadt Baden verfügt heute über ein klar definiertes und rechtlich abgestütztes Modell zur Förderung von preis­güns­tigem Wohnraum im eigenen Immobilienportfolio. Die Wohnungen werden grund­sätzlich zu orts- und quartier­üb­lichen Mietzinsen unter Berücksichtigung der mietrecht­lichen Bestimmungen vermietet. Auf Basis klar definierter Kriterien können gezielte Mietzinsreduktionen gewährt werden, um bedarfs­ge­recht preis­güns­tigen Wohnraum bereit­zu­stellen. 

Die Umsetzung erfolgt im Rahmen der Verordnung über die preis­güns­tigen Wohnungen der Einwohnergemeinde Baden und ist damit sowohl rechtlich abgesi­chert als auch politisch legiti­miert. 

Das entwi­ckelte Modell verbindet markt­ori­en­tierte Mietansätze mit sozial­po­li­tisch motivierten Entlastungsmechanismen. Dadurch entsteht eine ausge­wogene Balance zwischen wirtschaft­licher Tragfähigkeit und wohnpo­li­ti­schen Zielsetzungen. Gleichzeitig schafft das Modell eine belastbare Grundlage für die zukünftige Bewirtschaftung des Portfolios sowie für Neubauprojekte und Baurechtsvergaben. 

Für die Stadt Baden resul­tieren daraus ein einheit­liches Verständnis von preis­güns­tigem Wohnraum, ein trans­pa­rentes und nachvoll­zieh­bares Berechnungsmodell sowie Klarheit über die finan­zi­ellen Auswirkungen auf das Portfolio. Die erarbei­teten Instrumente unter­stützen die operative Umsetzung und schaffen eine fundierte Grundlage für zukünftige politische Entscheidungen. 

Die Zusammenarbeit zeigt exempla­risch, wie sich komplexe wohnpo­li­tische Fragestellungen durch daten­ba­sierte Analysen, fundierte Modelle und eine enge Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Fachexperten in prakti­kable und langfristig tragfähige Lösungen überführen lassen. 

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