Weiter zum Ihnhalt

Holz ist auch im Bürobau konkurrenzfähig 

Veröffentlicht am: 17. Mai 2023 Letzte Aktualisierung: 22. April 2025

Sind Holzbauten in punkto Erstellungskosten konkur­renz­fähig zu konven­tio­nellen Gebäuden? Der Holzbau hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Um Investoren eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten, hat Wüest Partner im Auftrag von Lignum, Holzwirtschaft Schweiz, und des Bundesamtes für Umwelt BAFU Kostenkennwerte für Bürobauten in Holz ermittelt.

Analysiert wurden zehn reali­sierte Bürogebäude, deren Tragstruktur mehrheitlich in Holz ausge­führt ist. Denn der Rückgriff auf die Massivbauweise im Untergeschoss und bei den Kernen ist im Holzbau bislang eine Realität. Die Kostenkennwerten werden Referenzobjekten in Massivbauweise gegen­über­ge­stellt.

Die Erstellungskosten – struk­tu­riert nach Baukostenplan BKP1‑5 – der Holzbauprojekte belaufen sich auf rund CHF 2’915 pro m2 Geschossfläche (Median) und liegen somit unterhalb des Wertes für vergleichbare Bürobauten in Massivbauweise (CHF 3’231/m2). Der Holzbau schneidet überra­schend gut ab. Ebenso konkur­renz­fähig ist die Auswertung der Gebäudekosten BKP2: der Median für die Bürobauten liegt für die Holzbauten bei CHF 2’715 pro m2 Geschossfläche, derjenige für die Massivbauten bei leicht höheren CHF 2’779 pro m2 Geschossfläche. 

BKP 1 – 5 pro Geschossfläche (GF)
BKP 1 – 5 pro Geschossfläche (GF)
CHF BKP1‑5/GF10%-Quantil30%-Quantil50%-Quantil70%-Quantil90%-Quantil
Referenzobjekt Massivbau, Minergie2’6482’7603’3984’0154’808
Referenzobjekt Massivbau2’2962’7233’2313’9744’864
Fallbeispiele Holzbau2’6362’8012’9153’1674’068
BKP 2 pro Geschossfläche (GF)
BKP 2 pro Geschossfläche (GF)
CHF BKP1‑5/GF10%-Quantil30%-Quantil50%-Quantil70%-Quantil90%-Quantil
Referenzobjekt Massivbau, Minergie2’2532’4182’9073’6723’951
Referenzobjekt Massivbau2’1292’3363’3673’3673’976
Fallbeispiele Holzbau2’4052’6083’0463’0463’515

Die Kostenkennzahlen zeigen eine hohe Konkurrenzfähigkeit des Holzbaus im Anwendungsbereich von Bürogebäuden. Trotz grosser Spannweite der Projektgrössen, bleiben die Kosten pro m2 relativ konstant im Vergleich zum Massivbau. Mit der Materialwahl zugunsten von Holz wird häufig ein energe­tisch effizi­entes Gebäude erstellt. Dies kann im Gegensatz zu den konven­tio­nellen Bürobauten in Massivbauweise ohne signi­fi­kante Kostenfolgen erreicht werden. Die Abgrenzung der Kosten und Bezugsgrössen in Bezug auf unter­ir­dische Bauteile bleibt bei der Interpretation und Anwendung der präsen­tierten Holzbaukennzahlen eine Herausforderung. Dennoch lässt sich schluss­folgern, dass der Holzbau kosten­tech­nisch auch im Bürobau mit dem Massivbau mithalten kann.

Sie möchten mehr zur Methodik und den weiter­füh­renden Resultaten erfahren? Die Studienautorinnen Julia Selberherr und Rebekka Habegger führen im folgenden Video durch die Studie.

Der vollständige Bericht ist hier kostenlos Link verfügbar oder kompakt in einem Leporello zusam­men­ge­fasst.

Wüest Partner engagiert sich in Zusammenarbeit mit Lignum Holzwirtschaft Schweiz und dem Bundesamt für Umwelt BAFU mit weiter­füh­renden Studien zu Holzbaukennzahlen und Veranstaltungen für einen breiten Diskurs und fundierte Entscheidungsgrundlagen zum Thema Holzbau. In diesem Zusammenhang steht auch die Veranstaltungsreihe «Stadt aus Holz» zum Thema Bauen im Bestand.

Zudem beraten wir Sie gerne in Fragen der Marktfähigkeit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit von Entwicklungsprojekten in Holzbauweise.

Weiterführender Link:

Bericht Espazium (Tec21): https://www.espazium.ch/de/aktuelles/holz-kann-mithalten
Stadt aus Holz: https://www.wuestpartner.com/ch-de/wuest-academy/stadt-aus-holz/

Kontaktieren Sie unsere Expert:innen für weitere Insights.