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US-Zölle: Wirkung auf Schweizer Immobilien, Inflation und Regionen

Veröffentlicht am: 08. August 2025 Letzte Aktualisierung: 08. August 2025

39%-Zölle auf Waren­lie­fe­rungen aus der Schweiz in die USA werden hierzu­lande ihre Spuren hinter­lassen, auch wenn die Export­firmen schon mehrfach ihre Anpas­sungs­fä­hig­keiten bewiesen haben. Wir beleuchten die wichtigsten Auswir­kungen auf den Immobi­li­en­markt. Ausserdem haben wir zwei Spezi­al­aspekte zum Effekt der Zölle auf die Inflation und zur regio­nalen Betrof­fenheit analy­siert, letztere durch eine daten­ge­stützte Analyse.

Immobilien: Vier zentrale Auswir­kungen auf den Schweizer Immobi­li­en­markt

1. Rückgang der Geschäfts­flä­chen­nach­frage:

Aufgrund sinkender Umsätze bei vielen Export­un­ter­nehmen, erhöhter Unsicherheit und verbes­serter relativer Stand­ort­vor­teile in der EU, nimmt die Flächen­nach­frage nach hiesigen Gewerbe‑, Industrie- und Logis­tik­lie­gen­schaften ab. Da diese Immobilien üblicher­weise im Eigentum der direkt betrof­fenen Firmen sind, ist die Wirkung auf Mietzinsen jedoch moderat.

2. Bremsende Effekte auf Wohnim­mo­bi­li­en­preise:

Der konjunk­tu­relle Dämpfer – insbe­sondere im Vergleich zur EU, die deutlich tiefere US-Importzölle aushandeln konnte – dürfte auf das Schweizer Beschäf­ti­gungs­wachstum drücken. In der Folge ist mit einem Rückgang der Zuwan­derung zu rechnen, was die Nachfrage nach Wohnraum verringert. Zudem sinkt die Kaufkraft und damit die Zahlungs­be­reit­schaft auf dem Wohnungs­markt. Dies bremst den aktuellen Anstieg der Mieten und der Preise für Wohnei­gentum. Insgesamt dürfte die Wirkung auf den Wohnungs­markt jedoch limitiert bleiben – voraus­ge­setzt das Schweizer Life-Science-Cluster gerät nicht in Schieflage.

3. Wirkung der Zinsen:

Die für den Immobi­li­en­markt so entschei­denden Zinsen dürften eine tenden­ziell leicht sinkende Entwicklung zeigen, was die zollbe­dingte Immobi­li­en­preis­dämpfung partiell abfedert.

4. Lokale Ertrags­basis als doppel­schnei­diges Schwert:

Im Gegensatz zu vielen börsen­ko­tierten Firmen generiert der Schweizer Immobi­li­en­sektor seine Erträge überwiegend im Inland. Diese lokale Konzen­tration hat in der Vergan­genheit schon oft als Schutz­schild bei globalen Turbu­lenzen gewirkt und sorgt auch jetzt dafür, dass die Betrof­fenheit durch US-Zölle nur indirekt ist. Wenn jedoch – wie derzeit – die Schweizer Wirtschaft stärker exponiert ist als jene in Europa, dann hat die fehlende länder­über­grei­fende Diver­si­fi­kation des Immobi­li­en­sektors auch gewisse Nachteile.

Spezi­al­aspekte

Inflation:

Die Effekte der Zölle auf die Schweizer Konsumenten- und Baupreise sind vielschichtig, in der Summe jedoch vermutlich gering. Ein allfäl­liger Preis­an­stieg aufgrund von Liefer­ket­ten­an­pas­sungen wird durch einen möglichen Preis­rückgang infolge eines Überan­gebots aus Europa und Asien sowie der drohenden Konjunk­tur­ab­kühlung kompen­siert.

Regionen:

Gegenüber den US-Zöllen sind indus­trielle und agrarische Gemeinden sowie Klein­städte aufgrund des hohen Anteils verar­bei­tender Betriebe am stärksten exponiert. Dienstleistungs- und Finanz­zentren wie etwa Zürich sowie rein touris­tisch geprägte Regionen sind dagegen weniger stark betroffen.

Hier geht’s zu den aktua­li­sierten Ausfüh­rungen: