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Zweitwohnungen: Nachfrage bleibt hoch – Preise ziehen weiter an

Veröffentlicht am: 20. Februar 2026

Die Nachfrage nach Zweitwohnungen in Schweizer Tourismusgebieten bleibt sehr hoch. Entsprechend steigen die Preise deutlich. Dabei ist der Preisanstieg bei Zweitwohnungen sogar noch stärker als im dynami­schen Wohneigentumsmarkt für Erstwohnsitze.

Seit Anfang 2020 haben sich die Preise für Zweitwohnungen mittlerer Preisklassen in touris­ti­schen Regionen im Durchschnitt um 46 % erhöht. Das entspricht einem jährlichen Plus von 6.5 %. Zum Vergleich: Eigentumswohnungen (Erstwohnsitz) in der Gesamtschweiz legten im selben Zeitraum um 32 % zu, also um 4.6 % pro Jahr. Damit haben Zweitwohnungen die bereits hohe allge­meine Preisentwicklung am Schweizer Wohneigentumsmarkt klar übertroffen.

Aktuelle Entwicklung: Wachstum normalisiert sich

Zuletzt hat sich das Wachstum etwas abgeschwächt und stärker an den Erstwohnmarkt angenähert. 2025 steigen die Preise für Zweitwohnungen im Durchschnitt noch um 4.3 %, während Eigentumswohnungen (Erstwohnsitz) in der Gesamtschweiz um 4.5 % zulegen.



Regionale Unterschiede: Graubünden und Innerschweiz vorn – Tessin zurückhaltend

Die Preisentwicklung verläuft regional unter­schiedlich. Das stärkste jährliche Wachstum seit Anfang 2020 verzeich­neten Graubünden und die Innerschweiz mit 7.7 % respektive 8.3 %. Im Tessin fiel die Dynamik im gleichen Zeitraum am geringsten aus.

In jüngster Zeit hat sich zudem das Wallis überdurch­schnittlich entwi­ckelt: 2025 resul­tierte ein Plus von 6.2 %. Nach Jahren mit hoher Marktliquidität sind die Angebotszahlen in vielen Walliser Gemeinden zuletzt gesunken. Das knapper werdende Angebot trifft auf eine unver­ändert hohe Nachfrage und hat den Preisauftrieb verstärkt.



Treiber: Warum Zweitwohnungen besonders stark zulegen

Die starken Preisanstiege haben mehrere, teilweise struk­tu­relle Ursachen:

  • Erstens stärkt die zuneh­mende Verbreitung digitalen Arbeitens Trends wie «Remote Working» und «Workation». Dadurch wächst die Nachfrage nach Zweitwohnungen generell – in der Schweiz besonders in gut erreich­baren, landschaftlich attrak­tiven Destinationen.
  • Zweitens erhöhen vielerorts Investitionen in die Infrastruktur sowie der Ausbau des touris­ti­schen Ganzjahresangebots die Standortattraktivität. Wo Destinationen nicht nur von wenigen Spitzenzeiten leben, sondern über das Jahr breiter ausge­lastet sind, steigt auch die Bereitschaft, eine Zweitwohnung dauerhaft zu halten oder höhere Preise beim Kauf zu zahlen.
  • Drittens trifft die Nachfrage auf ein Angebot, das sich kaum ausweiten lässt. Die revidierte Raumplanung sowie das Zweitwohnungsgesetz machen es in vielen Gemeinden praktisch unmöglich, in einem Ausmass neue Kapazitäten zu schaffen, das mit der Nachfrage Schritt hält. Das Resultat ist vielerorts ein anhal­tender Nachfrageüberhang und entspre­chender Druck auf die Preise.


Angebot: Von «viel Auswahl» zu spürbarer Knappheit

Mit den gestie­genen Preisen ist erwar­tungs­gemäss das Angebot an verfüg­baren Eigentumswohnungen in touris­ti­schen Gebieten in den letzten Jahren deutlich zurück­ge­gangen. Bis Ende 2019 war die Auswahl vielerorts noch vergleichs­weise gross. Gründe dafür waren einer­seits die erhöhte Neubautätigkeit kurz vor dem Inkrafttreten der Zweitwohnungsinitiative, anderer­seits eine generelle Verunsicherung nach deren Umsetzung, die die Kaufbereitschaft dämpfte.

Seit Beginn der Coronapandemie hat sich das Bild jedoch grund­legend gedreht: Die spürbar höhere Nachfrage hat die Angebotszahlen merklich nach unten gedrückt. In vielen Tourismusregionen – insbe­sondere im Kanton Graubünden – ist es inzwi­schen schwie­riger, eine Wohnung zu finden als in den urbanen Zentren der Schweiz.



Ausblick: Preisauftrieb dürfte anhalten – Angebot bleibt strukturell knapp

Für die kommenden Quartale spricht vieles für weitere Preisanstiege bei Zweitwohnungen in den Schweizer Tourismusregionen, obschon die Anstiegsstärke weiter nachlassen könnte. Es gibt derzeit keine starken Anzeichen, dass die Nachfrage deutlich nachlässt. Die hohe Zahlungsbereitschaft dürfte bestehen bleiben, nicht zuletzt getragen von den anhal­tenden Trend zu flexi­bleren Arbeits- und Lebensmodellen (Remote Working / Workation) sowie die weiterhin hohe Standortattraktivität vieler Bergdestinationen.

Auf der Angebotsseite sind kaum zusätz­liche Impulse absehbar. Ausschlaggebend ist der regula­to­risch enge Spielraum: In Gemeinden mit hohem Zweitwohnungsanteil begrenzen Zweitwohnungsrecht und Raumplanung neue Kapazitäten faktisch auf wenige, klar umrissene Fälle (z. B. Ersatzneubauten im Bestand, Umnutzungen oder spezi­fische Nutzungsmodelle). Damit kann der Wohnungsbestand nicht im gleichen Tempo zulegen wie die Nachfrage. Es bleibt also ein Umfeld erhalten, das den Nachfrageüberhang und damit den Preisauftrieb stützt.

Ein mittel- bis langfris­tiger Unsicherheitsfaktor bleibt die Umsetzung der Zweitwohnungssteuer. Je nach Ausgestaltung und Höhe könnte sie das Halteverhalten (u.a. Verkaufsbereitschaft) beein­flussen und lokal entweder etwas mehr Angebot mobili­sieren oder die Nachfrage dämpfen.

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