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«Lymhof»: Studienauftrag zur Weiterentwicklung eines ehemaligen Industriegebiets 

Veröffentlicht am: 23. Juni 2022 Letzte Aktualisierung: 24. März 2026

Das Geistlich-Areal, heute unter dem Namen «amRietpark» bekannt, ist mehr als nur ein ehemaliges Industriegebiet: Wer hier, direkt am Bahnhof Schlieren, ein Areal entwickelt, betreibt Städtebau. Der «Lymhof» ist Wohn- und Arbeitsort, Drehscheibe und Treffpunkt; er schafft Synergien und überrascht durch einen Nutzungsmix mit Mehrwert für alle. 

Wo die Ed. Geistlich Söhne AG einst Leim produ­zierten, entstand in den letzten Jahren ein attrak­tiver und moderner Lebensraum für alle Generationen – ein neues, dynami­sches Quartier direkt am Bahnhof Schlieren. 
Wüest Partner begleitet die Geistlich Immobilia AG seit vielen Jahren und war mit Beratungsleistungen unter­schied­lichster Art an der Entwicklung des einstigen Produktionsareals beteiligt. Nun galt es, die Entwicklung des zentralen Baubereiches B3 voran­zu­treiben. Dieser Baubereich befindet sich direkt bei der westlichen Personenunterführung am Bahnhof und bildet das Tor zum Quartier: Es ist der Ankunftsort für Bewohner:innen, Pendler:innen und Besucher:innen.  
Wüest Partner erhielt den Auftrag, gemeinsam mit der Bauherrschaft ein standort- und markt­spe­zi­fi­sches Nutzungskonzept zu entwi­ckeln und ein Konkurrenzverfahren mit Beteiligung von ausge­wie­senen Planungsbüros durch­zu­führen. Die zu diesem Studienauftrag einge­la­denen Büros sollten ein reali­sie­rungs­fä­higes Projekt vorlegen, das gut auf die heraus­for­dernden Rahmenbedingungen des Standorts eingeht und die Nachhaltigkeit in all ihren Aspekten hochhält. Der Begriff «Schmelzpunkt» bildete dabei den Leitgedanken des Studienauftrags, folgende Themen waren dabei zentral: 

Adressbildung 
Eine archi­tek­to­nisch und städte­baulich hochwertige Konzeption soll eine identi­täts­stif­tende Wirkung entfalten. Grosszügigkeit, eine flexibel ausbaubare Struktur, eine gute Aussenraumqualität und gebün­delte Quartiernutzungen sind Stichwörter dazu. 

Vielfalt der Wohnformen 
Durchmischung ist ein wichtiges Ziel. Der Fokus liegt auf preis­güns­tigem Wohnen, die Wohnungen zeichnen sich aus durch einen hohen Nutzwert bei gleich­zeitig geringem Flächenbedarf pro Bewohner:in. Konkret bedeutet dies z.B., dass eine 4‑Zimmer-Wohnung neben einer grossen Wohnküche tatsächlich über 4 abschliessbare Zimmer verfügt. Dies ermög­licht eine flexible Nutzung, indem eines der Zimmer entweder als Wohn- oder als zusätz­liches Schlafzimmer dienen kann. Ein diffe­ren­ziertes Spektrum an Wohnungen mit unter­schied­licher Zimmerzahl spricht ein breites Zielpublikum in verschie­densten Lebenssituationen an: Familien, Paare, Singles, Wohngemeinschaften, ältere Menschen.  

Intensive Flächennutzung, hohe Nutzerdichte 
Nach dem Prinzip der Suffizienz sollte den indivi­du­ellen Wohnräumen nur so viel Raum wie nötig und sinnvoll geboten werden. Geteilte, zumietbare Flächen im Gästehaus gewähr­leisten Begegnungsmöglichkeiten und räumliche Flexibilität und stehen als Ergänzung zu den eher klein­flä­chigen Wohnungen zur Verfügung. 

Wohnergänzende und publi­kums­wirksame Nutzungen im Erdgeschoss des Gästehauses 
Die zentrale Funktion als Schmelzpunkt kommt dem Gästehaus mit Bistro zu, das kleinere Quartierversorgungsfunktionen übernimmt, einige Hotel- und Gästezimmer anbietet und einen Co-Working-Space mit Sitzungszimmern bewirt­schaftet.  

Gewerbeflächen 
Eine multi­funk­tionale Halle bietet Platz für innovative Gewerbenutzungen sowie Räume für soziale Events. Auf dem Dach dieser Halle entstehen Duplex-Atelierwohnungen. Weitere Gewerbeflächen mit starkem Bezug zu den Bewohner:innen des Rietparks und zu Schlieren beleben die Erdgeschosse der Überbauung. 

Siegerprojekt 
Als Sieger gingen aus dem Wettbewerb Clou Architekten & Atelier Oriri Landschaftsarchitekten hervor. Sie reichten «ein eigen­stän­diges Projekt in Holzbauweise mit wohl propor­tio­nierten Wohnungen, vielfäl­tigen Freiräumen und einem anregend program­mierten und ausge­stal­teten Pförtnerhaus ein. Der neue öffent­liche Weg zwischen Bahn und Park stärkt die Vernetzung in Schlieren entscheidend. Die klein­räumige Setzung lädt zum Entdecken und Verweilen ein und bietet zu den herme­ti­schen grossen umlie­genden Bauten eine wohltuende Alternative.» (Begründung der Jury) 

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