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Ablehnung der Totalrevision des CO2-Gesetzes

Veröffentlicht am: 14. Juni 2021 Letzte Aktualisierung: 12. September 2024

Auswirkungen auf den Immobilienmarkt

Das Schweizer Stimmvolk hat die Totalrevision des CO2-Gesetzes abgelehnt. Das revidierte CO2-Gesetz hatte im Wesentlichen die Regelung der Emissionsreduktionsziele von 2022 bis 2030 vorge­sehen. Neben Flottenzielen für Neufahrzeuge, einer CO₂-Kompensation für Diesel und Benzin sowie einer Flugticketabgabe sah das Gesetz auch Massnahmen vor, die einen Einfluss auf den schwei­ze­ri­schen Gebäudepark haben. Dazu gehörten zum einen höhere Lenkungsabgaben auf Heizöl, Gas und Kohle sowie Einschränkungen beim Einbau von Heizungen, die fossile Brennstoffe verbrennen. Zum andern wäre ein Klimafonds einge­richtet worden, mit dem das Gebäudesanierungsprogramm der Kantone und weitere Programme unter­stützt werden sollen.

Welche Regelungen sind nach der Ablehnung des CO2-Gesetzes von Bedeutung?

Mit der Ablehnung des C02-Gesetzes nehmen die Kantone eine wichtigere Position ein. Diese sind für die Umsetzung der Energiemassnahmen im Gebäudebereich zuständig und harmo­ni­sieren ihre Regelungen über die «Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich» (MuKEn). Dabei handelt es sich um das von den Kantonen gemeinsam erarbeitete Paket energie­recht­licher Mustervorschriften im Gebäudebereich.

Ein nach MuKEn 2014 reali­sierter Neubau wird noch rund 3,5 Liter Heizöl-Äquivalente an Wärmeenergie verbrauchen, umfassend sanierte Gebäude rund 8 Liter Heizöl-Äquivalente. Die Verbrauchsvorgaben wurden seit 1975 um über 75 Prozent gesenkt.

Werden wegen der Ablehnung des CO2-Gesetzes die Sanierungsaktivitäten abnehmen?

Trotz der Ablehnung des CO2-Gesetzes muss nicht davon ausge­gangen werden, dass die Sanierungsaktivitäten im Schweizer Gebäudepark abnehmen werden. Aufgrund des fortge­schrit­tenen Lebenszyklus vieler Gebäude, der attrak­tiven Finanzierungsbedingungen sowie der stabilen Nutzernachfrage (insbe­sondere in den urbanen Gegenden) kann gar von zuneh­menden Sanierungstätigkeiten ausge­gangen werden. Zudem werden aufgrund der MuKEn höhere Anforderungen an die Heizungen gestellt und der Ersatz eines Wärmeerzeugers wird bewil­li­gungs­pflichtig.

Aktuell wird in den Städten häufiger saniert als anderswo. Die Sanierungsquoten bewegen sich in urbanen Zentren etwas über dem Schweizer Durchschnitt. Diese leicht inten­sivere Sanierungstätigkeit korre­liert mit der hohen Wohnungsnachfrage und mit überdurch­schnitt­lichen Mietpreisen. Der effektive Instandsetzungsbedarf dürfte dennoch der grösste Sanierungstreiber sein.