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Transparenzpflichten zu Klimarisiken – Was bedeutet das für die Immobilienwirtschaft?

Veröffentlicht am: 09. Juni 2021 Letzte Aktualisierung: 14. August 2025

Die FINMA konkre­ti­siert die Transparenzpflichten zu Klimarisiken und nimmt damit grosse Banken und Versicherungsunternehmen ab 1. Juli 2021 in die Pflicht, quali­tative und quanti­tative Angaben zu klima­be­zo­genen Finanzrisiken zu machen. Dies hat auch Auswirkungen auf Immobilienportfolios.

Kürzlich hat die FINMA die Transparenzpflicht für Finanzinstitute bezüglich der Klimarisiken konkre­ti­siert. Dies bedeutet, dass Banken und Versicherungsunternehmen (vorerst Aufsichtskategorie 1 und 2) die Öffentlichkeit über die klima­be­zo­genen Finanzrisiken infor­mieren müssen, welchen sie ausge­setzt sind. Konkret müssen die wesent­lichen klima­be­zo­genen Finanzrisiken sowie deren Einfluss auf die Geschäftsstrategie, das Geschäftsmodell und die Finanzplanung beschrieben werden (Strategie). Darüber hinaus ist es erfor­derlich, den Ablauf für die Identifizierung, Bewertung und Behandlung von klima­be­zo­genen Finanzrisiken (Risikomanagement) sowie quanti­tative Angaben (inkl. Methodologie) offen­zu­legen. Abschliessend sind die Institute angehalten, die zentralen Eigenschaften ihrer Governance-Struktur hinsichtlich klima­be­zo­gener Finanzrisiken zu formu­lieren. Diese Pflicht orien­tiert sich stark an dem bereits global etablierten Rahmenwerk zur freiwil­ligen Offenlegung von Klimarisiken der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD). Zudem ist davon auszu­gehen, dass in Zukunft auch weitere Finanzinstitute, wie beispiels­weise Kantonalbanken, von der Transparenzpflicht betroffen sein werden.

Klimarisiken und deren Herausforderungen für Immobilien

Klimarisiken bezeichnen Bedrohungen, die durch den Klimawandel entstehen. Diese lassen sich in physi­ka­lische und transi­to­rische Risiken unter­teilen. Physikalische Klimarisiken beschreiben Gefährdungen, welche­di­rekt­auf­grund der Exposition von Liegenschaften entstehen − z.B. Aufgrund von Sturm, Flut oder extremer Hitze. Transitorische Risiken sind Bedrohungen, welche durch den Übergang zu einer klima­re­si­li­enten und «Net-Zero» Ökonomie entstehen − z.B. politische, regula­to­rische und reputa­ti­ons­be­zogene Risiken. Ein aktuelles Beispiel sind hierbei zukünftige Änderungen von CO2 Abgaben auf fossile Energieträger.

Damit bringt die Offenlegung der klima­be­zo­genen Finanzrisiken neue Herausforderungen für den Immobiliensektor mit sich. Denn Klimarisikobetrachtungen sind neben der Offenlegungspflicht auch für das Risk Management von Bedeutung. Beispielsweise, um das Kreditrisiko von Hypothekarportfolios oder das Risiko von «Stranded Assets» in Immobilienportfolios besser zu verstehen.

Daten und Modelle als Schlüssel zur Zielerreichung

Wüest Partner verfügt über die Kompetenzen und Modelle, um eine ganzheit­liche Risikoanalyse vorzu­nehmen. Im Ergebnis lassen sich die Modelle der Klimarisikobetrachtungen nahtlos in das Risk Managements integrieren. Der Schlüssel hierzu sind vielfältige, hochauf­ge­löste und flächen­de­ckende Datensätze. Auf dieser Basis ist es möglich, physi­ka­lische Klimarisiken, d.h. den Einfluss von Sturm, extremen Niederschlägen oder Hitze auf Gebäudeportfolios zu verstehen und konkret zu benennen. Transitorische Risiken lassen sich beispiels­weise durch das Modellieren der CO2-Emissionen von Liegenschaften und Szenarien über den zukünf­tigen CO2 Preis quanti­fi­zieren.

transparenzpflicht grafik
Unsere Analysen quanti­fi­zieren Unterschiede im Klimarisikoprofil verschie­dener Immobilienportfolios