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Das zweite Leben von Spitalbauten

Veröffentlicht am: 03. Dezember 2021 Letzte Aktualisierung: 22. April 2025

Mit der Corona-Krise sind das Gesundheitswesen und Spitalbauten wieder verstärkt in den öffent­lichen Fokus gerückt. In Anbetracht der aktuellen Welle stellt sich die Frage nach der allge­meinen Versorgungssicherheit inklusive genügend Kapazitäten in den Intensivstationen. Gleichzeitig steigen die Gesundheits- und Spitalkosten weiterhin an und entspre­chend ist auch der Spardruck weiterhin sehr hoch.

Entwicklung der Kosten in Spezialbauten

Konzentration und Spezialisierung

Ein bekanntes Instrument zur Effizienzsteigerung und Senkung der Kosten ist die Konzentration und Spezialisierung von bestimmten Leistungen und Operationen in wenigen, zentralen Standorten. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, dass die Standorte von kleineren, peripheren oder ineffi­zi­enten Spitälern zur Diskussion stehen. Mögliche Schliessungen sind klar ein emotio­nales und politisch aufge­la­denes Thema, da bei der Bevölkerung unter anderem Ängste bezüglich der Sicherstellung der lokalen Grundversorgung und dem Leistungsabbau geweckt werden.

In diesem Zusammenhang gewinnen zwei Aspekte zunehmend an Bedeutung. Einerseits sollten für die Bürger die Reisedistanzen/-zeiten zu den spezia­li­sierten Spitälern mit einem umfang­reichen Angebot möglichst gering sein. Andererseits muss auf regio­naler und lokaler Ebene ein Teil der Grundversorgung mittels ambulanter Gesundheitszentren sicher­ge­stellt werden.

Spitalbauten: Diskussionen um Schliessungen und Neupositionierungen

Diese Thematik ist aktuell auch in den Medien sehr präsent. So sind verschiedene Diskussionen im Gange, wo eine Schliessung, Umnutzung oder Neupositionierung von Regionalspitälern beschlossen oder auch bereits umgesetzt wurde. Beispiele hierfür sind die Kantone St. Gallen (Flawil, Wattwil, Rorschach und Altstätten) oder Appenzell-Ausserrhoden (Heiden).

Entwicklung Anzahl Spitalbauten

Aktive Gestaltung

Ein Blick in die jüngere Vergangenheit zeigt, wie diese Prozesse aktiv gestaltet werden können und dass die Schliessung von Spitälern auch immer neue Chancen und Möglichkeiten für alle Beteiligten bringt.

  • So verkaufte der Kanton Solothurn das Spital Grenchen nach der Schliessung in 2011 an einen privaten Investor. Nach kurzer Planungs- und Bauzeit öffnete das Gesundheits- und Pflegezentrum «Sunnepark» seine Tore. Unter anderem werden seither am Standort ambulante Gesundheitsdienstleistungen angeboten. Ferner wurde das Angebot mit Langzeitpflegemöglichkeiten und alters­ge­rechtem Wohnen ausgebaut.
  • Ebenfalls im Jahr 2011 schloss das relativ kleine Akutspital in Niederbipp. In diesem Fall wurde frühzeitig und breit abgestützt nach Lösungen gesucht. Dabei wurden die erfor­der­lichen regio­nalen Leistungen, Bedürfnisse und Angebote abgeklärt, sowie auch medizin­fremde Nutzungen geprüft. Heute wird am ehema­ligen Standort das Gesundheitszentrum «Jura Süd» durch die Spital Region Oberaargau AG betrieben. Die regionale Bevölkerung kann weitere medizi­nische Leistungen beispiels­weise im nahege­le­genen Spital Langenthal beziehen.

Spitalbauten: Nachhaltige und innovative Lösungen

Anhand dieser und weiterer Beispiele lässt sich gut aufzeigen, wie sich in einem struk­tu­riert geführten Prozess nachhaltige und innovative Lösungen für die Umnutzung und Neupositionierung von Spitalarealen finden lassen. Die folgenden Erfolgsfaktoren spielen dabei eine besondere Rolle:

  • Ein gesteu­erter Umnutzungsprozess muss frühzeitig angestossen und in der Politik, Bevölkerung und weiteren Interessensgruppen breit abgestützt werden.
  • Die Analyse der regio­nalen Bedürfnisse und Angebote im Gesundheitswesen muss im Hinblick auf das überre­gionale Angebot koordi­niert erfolgen und auch eine langfristige Planung berück­sich­tigen. Datenbasierte Prognosen und Modelle unter­stützen dabei die Entscheidungsfindung.
  • Die verschie­denen Möglichkeiten sind syste­ma­tisch zu erfassen und mitein­ander zu vergleichen. Hierzu bedarf es unter anderem Flächen- und Nutzungsanalysen sowie die Einschätzung der jeweils erwar­teten Kosten und Erträge. Wichtig ist, dass auch medizin­fremde Nutzungen in der Analyse erfasst und geprüft werden.
  • Die Umnutzung und Neupositionierung von ehema­ligen Spitalarealen bietet für die öffent­liche Hand die Möglichkeit, auch mit privaten Investoren oder anderen Trägerschaften neue Konzepte und Ideen gemeinsam voran­zu­treiben. Die auf den ersten Blick unter­schied­lichen Bedürfnisse und Sichtweisen können koordi­niert und kombi­niert zu erfolg­reichen, neuen Angeboten und Nutzungskonzepten führen.

Bei einer Umnutzung ist das Produkt entscheidend. Auf dem Weg zu einer erfolg­reichen Neupositionierung bietet Wüest Partner umfang­reiche Beratungsdienstleistungen an. Hierzu gehören unter anderem Standort-/Marktanalysen, Nutzungskonzeptionen und die Identifizierung von Zielgruppen.

Der Beratungsansatz für Spitalbauten

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