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Berggebiete: Eine empirische Studie zur Sozioökonomie

Veröffentlicht am: 01. Dezember 2021 Letzte Aktualisierung: 14. August 2025

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) hat Wüest Partner beauf­tragt, die Berggebiete sozio­öko­no­misch zu analy­sieren. Das primäre Ziel dieser Studie bestand darin, die Berggebiete der Schweiz in sozio­öko­no­mische Einheiten einzu­teilen. Diese Einheiten sollen in sich ähnliche sozio­öko­no­mische Parameter aufweisen und sich gleich­zeitig möglichst stark vonein­ander unter­scheiden. Wir schlagen vor, die in den Schweizer Berggebieten liegenden Gemeinden in 6 sozio­öko­no­mische Gemeindetypen einzu­teilen. Die Einteilung stützt sich auf die Analyse von 34 sozio­öko­no­mi­schen Variablen. Diese wurden für jede der 811 Gemeinden, die gemäss Bundesamt für Statistik in den Berggebieten liegen, erhoben. Dazu gehören das Wachstum von Bevölkerung und Beschäftigung, das Haushaltseinkommen und die Wertschöpfung der Erwerbstätigen sowie Standortfaktoren und Daten, die den Immobilienmarkt betreffen. Aus der Analyse gehen Gemeindetypen hervor, die zwar in verschie­denen Regionen liegen können, aber vor ähnlichen, wenn nicht sogar gleichen Herausforderungen stehen.

Die Berggebiete der Schweiz.

Sechs Gemeindetypen der Berggebiete

Vier der Gemeindetypen werden nun kurz vorge­stellt:

  • Tourismusgemeinden überzeugen durch eine hohe Beschäftigungsdichte, da der Tourismus in diesen vergleichs­weise dünn besie­delten Gebieten relativ viele Arbeitsplätze bietet.
  • Klassische Berggemeinden liegen typischer­weise höher als 1000 Meter über Meer und verzeichnen – trotz Baulandreserven – einen Bevölkerungsrückgang.
  • Traditionelle Landgemeinden sind stark von der Landwirtschaft geprägt und haben wenig Berufsverkehr.
  • Diversifizierte Landgemeinden verfügen über indus­trielle Arbeitsplätze sowie über eine gewisse Infrastruktur und bieten damit stabile Verhältnisse.

Als Methode wurde eine Clusteranalyse gewählt. Clusteranalysen werden zum Beispiel im Marketing angewendet, wenn es darum geht, Kundinnen und Kunden in Segmente einzu­teilen, damit diese zielgrup­pen­spe­zi­fisch angesprochen werden können. Analog sollen hier die in den Berggebieten liegenden Gemeinden so einge­teilt werden, dass Massnahmen zur wirtschaft­lichen Entwicklung möglichst genau zum jewei­ligen Gemeindetyp passen. Diese Clusteranalyse wurde compu­ter­ge­stützt umgesetzt, es kam also ein daten­ba­sierter, objek­tiver Ansatz zur Anwendung. Subjektive Entscheidungen betrafen etwa die Auswahl der Variablen und die Plausibilisierung der Ergebnisse, nicht aber die Zuteilung der Gemeinden zu bestimmten Gemeindetypen.

Die Einordnung der Berggebiete sds

Facettenreiche Erkenntnisse

Die sozio­öko­no­mi­schen Analysen bringen verschiedene Erkenntnisse zutage. Auffällig waren unter anderem folgende Aspekte:

  • Die Infrastruktur in den Berggebieten ist zwar insgesamt unter­durch­schnittlich ausgebaut. Es gibt aber zahlreiche Gemeinden im Mittelland mit weniger Infrastruktur als Gemeinden im Berggebiet. Denn aufgrund der Nähe zu lokalen oder regio­nalen Zentren sind kleine Dorfläden oder Schulen im Mittelland oftmals harter Konkurrenz ausge­setzt.
  • Die Bevölkerung in den Berggebieten ist vor allem aufgrund der inter­na­tio­nalen Migration gewachsen. Beim Geburtenüberschuss und beim Umzugssaldo mit der übrigen Schweiz resul­tieren für die klassi­schen Berggemeinden wie auch für die Tourismusgemeinden negative Werte.
  • Die Beschäftigung stieg ebenfalls an und dies dank den Branchen Dienstleistungen, Gesundheit, Bildung und Verwaltung. Das Gastgewerbe sorgte in den Tourismusgemeinden für einen Beschäftigungsaufbau, während die Baubranche einer­seits in den tradi­tio­nellen Landgemeinden und in den periurbs­sanen Wachstumsgemeinden einen wesent­lichen Beitrag zum Beschäftigungswachstum leistete.
  • Wer in den Berggebieten eine Erstwohnung sucht, ist preis­sen­si­tiver als die Menschen im Mittelland. Zudem haben die Parkierungsmöglichkeiten und die Gestaltung der Aussenflächen eine grössere Bedeutung. Gleichzeitig gibt es eine höhere Kompromissbereitschaft beim Komfort, bei der Architektur des Wohngebäudes und bei der Sicherheit.

Die komplette Studie können Sie hier Downloaden.

Weiterführende Informationen auf Sie auch auf regio­suisse.