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Immobilien-Digitalisierung 2026: Wo die Branche wirklich steht

von Alain Chaney

Alain Chaney

Veröffentlicht am: 22. Juni 2026 Letzte Aktualisierung: 30. Juni 2026

Datenprobleme bremsen, KI beschleunigt, und integrierte Plattformlösungen gewinnen: An der Wüest Dimensions Conference 2026 sprachen 300 Immobilien-Entscheider:innen Klartext über den Stand der Digitalisierung in der Schweiz. 
Datenprobleme bremsen, KI beschleunigt, und integrierte Plattformlösungen gewinnen: An der Wüest Dimensions Conference 2026 sprachen 300 Immobilien-Entscheider:innen Klartext über den Stand der Digitalisierung in der Schweiz. 

Wie weit ist die Digitalisierung der Immobilienbranche wirklich? An der Wüest Dimensions Conference 2026 haben wir diese Frage mit den Entscheider:innen aus dem gesamten Markt disku­tiert: Investor:innen, Banken, Entwickler:innen, Asset Manager:innen, Makler:innen und Vertreter:innen der öffent­lichen Hand. 

Die Live-Umfrage unter den Teilnehmenden zeichnet ein klares Bild. Drei Erkenntnisse stechen dabei besonders hervor: Erstens bleibt die Datenfrage nach wie vor die grosse Herausforderung der Branche. Die Mehrheit der Befragten nennen Datenverfügbarkeit und Datenqualität als grössten Digitalisierungsbremser. Zweitens ist KI längst opera­tiver Alltag: über die Hälfte der Teilnehmenden setzt künst­liche Intelligenz bereits produktiv in einzelnen Prozessen ein. Und drittens zeigt sich über alle Segmente hinweg ein klarer Trend weg von Insellösungen hin zu integrierten Plattformen, die Bewertung, Szenarioanalyse und Portfoliomanagement in einem durch­gän­gigen Prozess verbinden. Im Folgenden präsen­tieren wir die Erkenntnisse aus Plenar- und Breakout-Sessions, ergänzt durch die direkten Umfrageergebnisse der Teilnehmenden.

Die grössten Digitalisierungs-Bremsblöcke in der Immobilienbranche: Daten, Prozesse und fehlende Ressourcen

Digitalisierung scheitert selten an der Technologie selbst. Und erst recht nicht am fehlenden Business Case. Vielmehr sind es interne Faktoren, die den Fortschritt verlang­samen.

Sechs von zehn Befragten nennen Datenverfügbarkeit und Datenqualität als vordring­lichstes Problem. Der Immobilienmarkt kämpft noch immer mit fragmen­tierten, inkon­sis­tenten Datenbeständen, was später in der Analyse der Breakout-Sessions noch konkreter wird: Bei den Kreditvergabeprozessen dominiert die Datenverfügbarkeit ebenfalls klar als grösste Herausforderung. 

Philip Chaney, Chief Product Officer bei Wüest Partner, erklärte an der Wüest Dimensions Conference: KI löst diese Probleme nicht von selbst. Sie hilft aber, bestehende Probleme effizi­enter anzugehen und neue Lösungswege zu gehen. Ein Beispiel dafür ist die Real Estate Data Exchange (REDX), die Schnittstellenplattform von Wüest Dimensions. Sie verein­facht die Integration externer Datenquellen erheblich: Daten können über standar­di­sierte Schnittstellen angeliefert und direkt in der Plattform mittels KI auf Konsistenz und Plausibilität geprüft werden. Das ermög­licht schnellere Onboarding-Prozesse und direkte Feedbackzyklen zwischen Datenlieferanten und der Plattform, was am Ende die Datenqualität auf breiter Ebene erhöht. Denn eines gilt auch im KI-Zeitalter: gute Entscheide brauchen gute Daten. 

Fehlende Ressourcen und mangelndes Know-how bremsen 44% der Befragten. Regulatorische Anforderungen und Prozesskomplexität spielen zwar mit, sind aber nicht der entschei­dende Engpass.

KI: Vom Experiment zur strategischen Komponente 

Trotz der genannten Hürden wird KI im Immobilienmanagement mittler­weile breit einge­setzt: 

Mehr als die Hälfte der Befragten setzt KI produktiv in einzelnen Prozessen ein. Das ist eine klare Botschaft: KI im Immobilienmanagement ist längst keine Zukunftsvision mehr. Weitere 38% befinden sich in der Testphase mit Pilotprojekten. Dass nur 14% noch ohne jeglichen KI-Einsatz arbeiten und 12% KI bereits strate­gisch integriert haben, zeigt: Die Branche befindet sich nicht mehr am Anfang, sondern mitten in der Skalierungsphase. Philip Chaney brachte es treffend auf den Punkt: Fast jeder hat heute ein LLM auf dem Desktop. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie KI sinnvoll integriert wird.

Was zählt beim KI-Einsatz? Effizienzsteigerung und Qualität

Zeitersparnis und Automatisierung sind die Haupttreiber hinter dem Einsatz von KI und wurden von 58% genannt, dicht gefolgt von einer verläss­lichen Datenbasis und Qualität (54%). Interessant ist die Lücke zu den nächsten Kriterien: Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse und konkreter Mehrwert für Entscheidungen werden nur von einem Viertel der Befragten priori­siert. Nicht weil sie unwichtig wären, sondern weil Effizienz und Datenqualität noch dring­licher erscheinen. Integration in bestehende Prozesse (15%) und Datensicherheit (7%) schliessen das Bild ab. KI wird also nicht als Selbstzweck gesehen, sondern als Werkzeug, das dort überzeugt, wo es Zeit spart und auf verläss­lichen Daten fusst. 

Genau diesen Ansatz verfolgt das Konzept des „Agentic Brain“ von Wüest Dimensions: Statt starrer Modellauswahl ruft das System situativ das richtige Modell auf, kombi­niert es mit den relevanten Marktdaten und eigenen Daten und bereitet die Ergebnisse direkt für den Entscheid auf. Der Mensch bleibt dabei im Loop, also die Fachexpert:innen, welche die finale Verantwortung tragen und die generierten Entscheidungsgrundlagen inter­pre­tieren und wo sinnvoll adjus­tieren. Im Gegensatz zu wahrschein­lich­keits­ba­sierten Sprachmodellen liefert Wüest Dimensions mit seinen validierten Modellen repro­du­zierbare und damit auditierbare Ergebnisse. Das Ergebnis ist für Nutzer:innen spürbar einfach: Wer dieselbe Abfrage drei Minuten später wiederholt, erhält exakt dasselbe Resultat, wie sein Teammitglied zuvor.

Wo der Nachholbedarf am grössten ist 

Die Branche erkennt zunehmend, dass isolierte Tools nicht ausreichen. Gefragt sind durch­gängige Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Bewertung und Szenarien (38%) führt vor der alltäg­lichen Nutzung von KI-Technologien (37%) und Asset- und Portfoliomanagement (32%). Diese Felder sind es, die durch die neuen Wüest-Intelligence-Funktionen in Wüest Dimensions voran­ge­trieben werden: KI-gestützte Bewertungsprozesse sowie Optimierung von Assets, Funds, Cashflows, Liquidität und Szenarien. Transaktionen & Brokerage (24%), Finanzierung & Kreditprozesse (23%) und ESG/Nachhaltigkeit (15%) zeigen, dass der Digitalisierungsdruck die gesamte Wertschöpfungskette erfasst hat.

KI-gestütztes Investment Management: Digitalisierung als Voraussetzung für operative Exzellenz 

In der Session zur KI-gestützten Asset-Optimierung wurden die organi­sa­to­ri­schen Prioritäten im Investment Management beleuchtet.

Digitalisierung und techno­lo­gische Transformation stehen mit 72% besonders hoch in der Prioritätenliste. Danach folgt die operative Exzellenz (59%), was zeigt, dass digitale Transformation in diesem Segment nicht als Gegensatz, sondern als Voraussetzung für Effizienz verstanden wird. Nachhaltigkeit und Sourcing-Optimierung spielen für Investment Manager im Vergleich dazu eine klar unter­ge­ordnete Rolle.

Transparenz im Portfolio: Szenarien als blinder Fleck

Hinsichtlich der (fehlenden) Transparenz liegt der grösste Bedarf bei Szenarien und Alternativen (70%). Ein deutlicher Hinweis: Viele Organisationen haben Ist-Daten, wünschen sich aber noch mehr Möglichkeiten zur Vorausschau. Sie können beschreiben, wo sie stehen, aber nur schwer model­lieren, wohin sich ihr Portfolio unter verschie­denen Marktbedingungen und Portfolioveränderungen entwi­ckeln könnte. Konsolidiertes Reporting (50%) und Cashflows auf Gesellschaftsebene (35%) folgen. Die Kapitalstruktur (8%) bereitet kaum Sorgen, was angesichts des aktuellen Zinsumfelds und der soliden Eigenkapitalquoten in vielen Portfolios wenig überrascht. 

Die Szenario-Fähigkeit des neuen Fund-Management-Moduls in Wüest Dimensions ermög­licht eine parame­tri­sierte Finanzplanung auf Gesellschaftsebene: Asset Management Fees, Steuern und Kapitalstrukturen werden als regel­ba­sierte Modelle hinterlegt, sodass Szenarien mit repro­du­zier­baren Ergebnissen gerechnet und mitein­ander verglichen werden können. Zukäufe und Verkäufe lassen sich als Share Deals oder Asset Deals model­lieren. Das System zeigt direkt, welche Entitäten noch Handlungsbedarf aufweisen, z.B, wo Datengrundlagen unplau­sibel sind oder wo Liquiditätsengpässe entstehen oder Ausschüttungen unter Druck geraten könnten.

Breakout-Session: From Data to Value: KI-gestützte Optimierung von Assets, Funds, Cashflows & Liquidität

Nachhaltige Immobilienfinanzierung: Energie, CO2 und Klimarisiken im Fokus der Hypothekargeber

In der Session zur nachhal­tigen Finanzierung disku­tierten Hypothekargeber, Banken und Versicherungen die Schnittstelle von Klimarisiken und Wirtschaftlichkeit. Nachhaltigkeit ist für dieses Segment kein Trend mehr, der kommt und geht, sondern eine Realität, die sich dauerhaft in den Finanzierungsprozessen verankert hat. Ein Blick auf die CO2-Reduktion zeigt: Im Gebäudesektor wurden die Emissionen seit 1990 bereits um rund 47% reduziert. Dennoch: der Weg zu Netto-Null 2050 erfordert weitaus mehr Tempo.

Die Finanzierungsexpert:innen beschäf­tigen primär klar die Themen Energie und CO2. Naturgefahren (42%) und physische Klimarisiken (36%) folgen. Soziale Nachhaltigkeit (28%), transi­to­rische Risiken (25%) und Biodiversät (14%) spielen eine nachge­la­gerte Rolle. Das zeigt: Der Fokus liegt auf messbaren, stand­ort­be­zo­genen und handlungs­re­le­vanten Risiken. Insgesamt ist eine pragma­tische Haltung erkennbar: zuerst dort ansetzen, wo der Handlungsdruck am grössten, der Hebel am direk­testen ist und die Lösungen bereits am stärksten fortge­schritten sind. 

In Wüest Dimensions lässt sich diese Journey von der Immobiliendokumentation über die Nachhaltigkeitsanalyse bis zur Sanierungsplanung durch­gängig abbilden. Aus denselben Objektdaten, die für die Marktwertberechnung verwendet werden, können automa­tisch GEAK-angelehnte Effizienzklassen, CO2-Emissionen und Energiebedarf berechnet werden, ohne zusätz­lichen Erfassungsaufwand. Ergänzt durch Naturgefahrendaten, Klimarisiken und ein ESG-Rating auf Standortebene entsteht so eine umfas­sende Grundlage für die Kreditprüfung und Beratung.

Treiber für Nachhaltigkeitsanalysen: Regulatorien führen, noch 

Für Banken und Immobilienfinanzierer sind die Regulatorien (79%) mit Abstand der dominante Treiber hinter den Nachhaltigkeitsanalysen. Das ist ehrlich: Die Branche handelt hier teilweise reaktiv. Interne Zielsetzungen (47%) und finan­zielle Risiken (29%) gewinnen aber zunehmend an Gewicht und deuten darauf hin, dass Nachhaltigkeit langsam von einer Pflicht zu einer strate­gi­schen Überzeugung wird. Kundenbedürfnisse (im Sinne der Nachhaltigkeit) spielen mit 15% bisher eine unter­ge­ordnete Rolle, was sich mit wachsender Markttransparenz und steigendem Bewusstsein der Eigentümerschafts- und Mieterseite ändern dürfte.

Breakout-Session: Nachhaltig Finanzieren: Klimarisiken und Wirtschaftlichkeit im Fokus der Hypothekarberatung

Digitale Projektentwicklung: Standortanalyse, Potenzialprüfung und datenbasierte Entscheidungen

In der Session zur Projektentwicklung wurde anhand des folgenden Beispiels ein zentrales Dilemma aufge­worfen: Ein Projektentwickler präsen­tiert den aktuellen Stand seines Projektes, wobei Marktanalyse, Wirtschaftlichkeitsrechnung, Mieterstruktur und Baukosten separat analy­siert wurden und in verschie­denen Unterlagen dokumen­tiert werden. Daraufhin schlägt jemand einen anderen Wohnungsmix vor. Es folgen manuelle Anpassungen und ein Aufwand über Stunden oder gar Tage. Dies nur aufgrund eines simplen alter­na­tiven Szenarios. Die Problematik von nicht harmo­ni­sierten Daten kennen die meisten Anwesenden aus eigener Erfahrung.

Trotz dieser Hürden treffen bereits 23% ihre Projektentscheidungen stark daten­ba­siert und 61% zumindest teilweise. Nur 16% entscheiden primär erfah­rungs­ba­siert. Die Botschaft der Session war dabei klar: Erfahrung ist wertvoll, gerade in regional veran­kerten Märkten. Aber dort, wo Projekte komplex, langfristig und kapital­in­tensiv sind, braucht es Daten, um Szenarien durch­zu­rechnen, Risiken zu quanti­fi­zieren und Fehlinvestitionen zu vermeiden.

Grösste Herausforderungen bei Standortanalysen

Bei der Frage nach den Herausforderungen bei Standortanalysen zeigt sich ein ausge­gli­chenes Bild. Vier Herausforderungen halten sich in etwa die Waage: Vergleichbarkeit von Standorten, Unsicherheit bei der Interpretation, Zeitaufwand und fehlende Daten. Das ist aufschluss­reich. Daten fehlen seltener als vermutet. Was fehlt, ist die Qualität der Aufbereitung, die Vergleichbarkeit über Regionen hinweg und schlicht die Zeit, um aus rohen Zahlen belastbare Entscheidungsgrundlagen zu machen. Genau hier setzen KI-gestützte Chatbot-Lösungen wie der neu entwi­ckelte Wüest Intelligence Assistant an: Statt manuelle Auswertungen aus verschie­denen Modulen zusam­men­zu­tragen, erlaubt er es, Standortfragen direkt per Chat zu stellen und sofort eine struk­tu­rierte, daten­ba­sierte und repro­du­zierbare Antwort zu erhalten.

Digitalisierungspotenziale in der Immobilien-Projektentwicklung

Die Potenzialanalyse führt mit 52% klar, also genau jene frühe Phase, in der entschieden wird, ob eine Parzelle überhaupt für ein Projekt geeignet ist. Standortanalyse (25%) und Bewertung/DCF (14%) folgen. Baurealisierung ist nur für 6% ein Digitalisierungsthema. Die Botschaft ist klar: Entwickler:innen wollen früher im Prozess bessere Entscheidungen treffen, weil dort der Hebel am grössten ist. Mit dem neuen automa­ti­sierten Potenzialanalyse-Report in Wüest Dimensions lässt sich das Ausnutzungspotenzial einer Parzelle inklusive baulicher Einschränkungen und wirtschaft­licher Szenarien für Ersatzneubauten bereits auf Knopfdruck abrufen.

Breakout-Session: Projektentwicklung: Von Potenzialen über Szenarien zu Entscheidungen

Immobilien-Management-Software: Automatisierung, bessere Entscheidungen und KI-gestützte Portfoliooptimierung 

Für fast zwei Drittel der Befragten ist die Antwort zur Frage des grössten Hebels von Immobilien-Management-Software eindeutig: Zeitersparnis und Automatisierung. Bessere Entscheidungsgrundlagen folgen mit 43% auf Platz zwei. Transparenz über Portfolio und Cashflows (33%) sowie Risiko- und Szenarienmanagement (20%) zeigen, dass das Interesse an komple­xeren Analysen durchaus vorhanden ist. ESG-Messbarkeit (7%) wird als Potenzial erkannt, aber nicht als wesent­licher Hebel. Das Muster ist klar: Wer täglich mit manuellen Prozessen kämpft, will zuerst Entlastung, und dann erst Szenariofähigkeit. 

Wie das konkret aussieht, zeigt der Mietspiegel in Wüest Dimensions. Das System vergleicht die aktuelle Ist-Miete einer Liegenschaft automa­tisch mit dem Marktquantil und der hedoni­schen Markt-Miete und macht Optimierungspotenziale sofort sichtbar. Ist eine Sanierung geplant, berechnet die Plattform auf Knopfdruck, wie sich ein verän­derter Ausbaustandard in Kombination mit Mikrolage und Nutzungsart auf die erziel­baren Marktmieten auswirkt. Keine externe Tabelle, kein separates Modell: Die Ergebnisse wie Cashflow-Optimierungspotenziale fliessen in Wüest Dimensions automa­ti­siert und nahtlos in den Business Plan mit ein.

KI-Potenziale im Immobilien-Management

Wie wir einleitend gesehen haben, gilt Datenqualität und ‑verfüg­barkeit als eine der zentralen Herausforderungen. Interessanterweise wird der KI nur wenig Potential zugerechnet, um diese Hürde zu meistern (16%). Stattdessen wird KI wird im Immobilien-Management dort priori­siert, wo sie echten Vorsprung bringt: bei der Identifikation von Optimierungspotenzialen (36%) und der Automatisierung von Szenarien (27%). Investitionen priori­sieren und Performance laufend optimieren (je 11%) vervoll­stän­digen das Bild. Das ist kein Zufall. KI schlägt manuelle Prozesse dort am deutlichsten, wo grosse Datenmassen nach versteckten Mustern durch­sucht werden müssen. Genau das ist ihr natür­liches Terrain.  

Der neue Optimizer in Wüest Dimensions ist dafür ein konkretes Beispiel. Er löst das mehrdi­men­sionale Optimierungsproblem im Spannungsfeld zwischen bautech­ni­schem Investitionsbedarf, Nachhaltigkeits- und Renditezielen sowie Liquiditäts- und Kapazitätslimitierungen. Im Hintergrund berechnet der Optimizer eine Vielzahl an in sich konsis­tenten DCF-Szenarien, vom Heizungsersatz bis zur Totalsanierung, und bewertet jede Variante auf Bauteilebene nach bautech­ni­scher Dringlichkeit, Wirtschaftlichkeit und CO2-Wirkung. Das Ergebnis ist eine priori­sierte Investitionsempfehlung auf Bauteil‑, Asset- und Portfolioebene, bei der Budget über Objekte und Jahre hinweg optimal verteilt wird.  

Besonders relevant ist die Standortdifferenzierung: nicht nur aufgrund anderer Regulatorien hinsichtlich mietrecht­licher Überwälzungsmöglichkeiten, sondern auch weil sich je nach Lage und Marktumfeld andere Mietsteigerungspotenziale ergeben können und sich umfas­sendere Massnahmen gegebe­nen­falls früher lohnen können. In der Peripherie, wo die Zahlungsbereitschaft geringer ist, kann eine gezielte Ertüchtigung wirtschaftlich im Zweifelsfall die bessere Wahl sein als eine Totalsanierung. Der Optimizer rechnet beides durch und empfiehlt, was sich tatsächlich lohnt.

Breakout-Session: KI-gestützte Wertoptimierung: von Daten zu besseren Investititonsentscheiden

KI in der Immobilienbewertung: Datenverfügbarkeit, Systemintegration und die Zukunft der Kreditvergabe

Immobilienbewertung findet in Banken an vielen verschie­denen Orten und in verschie­denen Teams statt: von der Kundenberatung über interne Expertenteams bis zu externen akkre­di­tierten Bewerter:innen. Es erfolgen Portfoliobewertungen im Risikomanagement und teils auch KI-gestützten Self-Service-Lösungen im E‑Banking. Diese verteilte Struktur schafft zusätz­liche Komplexität. Ein Bewertungsauftrag landet im Postfach oder per Telefon, Zuständigkeiten sind unklar, der Bearbeitungsstand steckt im Kopf der zustän­digen Person, Rückfragen laufen informell. Das ist kein Einzelfall, sondern ein struk­tu­relles Problem, das sich durch die gesamte Branche zieht. 

Die Frage nach den grössten Herausforderungen im Bewertungsprozess bei der Kreditvergabe macht das Ausmass deutlich:

Datenverfügbarkeit dominiert mit 75% mit Abstand. Dokumente zur finan­zie­renden Immobilie müssen erst bereit­ge­stellt und aufbe­reitet werden, bevor überhaupt eine Bewertung beginnen kann. Medienbrüche und fehlende Systemintegration (39%) verschärfen das Problem. Fehlendes Know-how in der Bank zum Thema Immobilienbewertung (21%) und die Komplexität der End-to-End-Finanzierungsprozesse (11%) sowie insbe­sondere die Verlässlichkeit der Bewertungsergebnisse sind weitere Faktoren, die jedoch nur von wenigen Teilnehmenden als echte Herausforderung betrachtet werden.

Rolle von KI im Immobilien-Bewertungsprozess der Zukunft

Die Datenaufbereitung (85%) steht im Bewertungsprozess der Zukunft klar an erster Stelle. Das automa­tische Auslesen von Informationen aus Dokumenten wie Grundbuchauszügen, Gebäudeversicherungsausweisen oder Mieterspiegeln ist der dring­lichste Schmerzpunkt. Genau hier hat Wüest Partner an der Wüest Dimensions Conference auch äusserst wertvolle neue KI-Funktionen präsen­tiert. Plausibilisierung, Benchmarking und Qualitätssicherung (67%) folgen auf Platz zwei: KI als zweites Augenpaar, das Berechnungsergebnisse prüft und Ausreisser erkennt. Portfolioszenarien und Simulationen (22%), die Automatisierung kompletter Bewertungsprozesse (19%) und die Benutzerführung (15%) ergänzen das Bild. Das Ergebnis zeigt: KI soll nicht den Berater ersetzen, sondern die Vorarbeit leisten und die Qualität sichern.

Breakout-Session: Stärkung der Zusammenarbeit von Kundenberatung, Expertenteam und KI im Bewertungsprozess

Digitalisierung im Maklerprozess: Von der Marktwertanalyse zum KI-gestützten Verkaufsdossier

Die Maklersession öffnete mit einem Blick in die Geschichte: Als 1993 das erste Immo-Monitoring erschien, wurden Immobilieninserate noch von Hand aus Zeitungsartikeln ausge­schnitten und mit Mac-Computern der ersten Generation ausge­wertet. Was damals eine grosse Innovation war, ist heute selbst­ver­ständlich. Die techno­lo­gische Transformation der Immobilienbranche ist kein neues Phänomen, wohl aber das Tempo, mit dem sie sich aktuell vollzieht. KI-Chatbots und automa­ti­sierte Bewertungsprozesse sind heute Realität, ermög­licht durch Sprachmodelle, die wir inzwi­schen täglich nutzen. Das Ziel von Wüest Dimensions bleibt dabei unver­ändert: fundierte und detail­lierte Analysen zu Immobilien und Immobilienmärkten zu liefern, mit den jeweils besten verfüg­baren techno­lo­gi­schen Mitteln. 

Wo sehen Makler:innen die grössten Chancen für Digitalisierung?

Durchgängige Workflows entlang des gesamten Vermarktungsprozesses ist mit 69% der mit Abstand wichtigste Wunsch. Der Frust über Insellösungen ist greifbar: Wer zwischen PDF-Exporten, manuellen Datenübernahmen und separaten Tools wechselt, verliert Zeit und Nerven. Dokumentenmanagement verein­fachen (54%) und effizi­entere Marktwertfindung (38%) sind daher ebenfalls stark gefragt. Automatisierte Datenübermittlung über Schnittstellen (27%) und Kundenberatung mit Expertenwissen stärken (19%) runden das Bild ab. Letzteres inter­es­siert weniger, weil das Expertenwissen bei den Makler:innen selbst bereits gut verankert ist. 

Eine direkte Antwort auf diesen Wunsch ist der neue KI-Chatbot in Wüest Dimensions: Statt Daten manuell aus verschie­denen Modulen auszu­werten, stellen Makler:innen Fragen direkt im System und erhalten sofort struk­tu­rierte, daten­ba­sierte Antworten zu Mikrolage, Mietabschlüssen, sozio­de­mo­gra­fi­schen Entwicklungen oder Preis- und Qualitätsvergleiche zwischen Standorten. Antworten, die sich direkt in Verkaufsdossiers übernehmen lassen. 

Wo bei Makler:innen die meiste Zeit verloren geht

Die Kundengewinnung (64%) ist das zeitin­ten­sivste Thema bei den Maklerinnen und Maklern. Das klingt nach einem Vertriebsthema, nicht nach einem Digitalisierungsthema. Doch wer schneller und überzeu­gender Marktwertanalysen liefert, gewinnt Vertrauen und damit Mandate. Aufbereitung von Verkaufsdossiers (52%) und Datenerfassung und Dokumentenmanagement (40%) sind zwei weitere Zeitfresser, die mit integrierten Plattformlösungen gezielt angesprochen werden können. Bewertung und Kalkulation (24%), Markt- und Standortanalysen (20%) sowie Inserierung und Vermarktung (16%) sind weniger zeitkri­tisch und in vielen Büros bereits effizi­enter organi­siert.

Breakout-Session: Wüest Dimensions als Smart Agent im Maklerprozess

Fazit: Immobilien-Software, KI und Datenqualität bestimmen, wer 2026 vorne ist

Die Schweizer Immobilienbranche ist bereit für den nächsten Schritt der Digitalisierung. Die Herausforderungen sind bekannt, die Technologien verfügbar. Die Live-Umfrage der Wüest Dimensions Conference 2026 liefert ein klares Bild: 

  • Datenqualität und Datenverfügbarkeit sind die grosse Bremse und gleich­zeitig die grosse Chance. Wer hier inves­tiert, schafft die Voraussetzung für alles andere. 
  • KI ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern opera­tiver Alltag in vielen Organisationen. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie und wo KI einge­setzt wird. 
  • Szenariofähigkeit und Entscheidungsunterstützung stehen auf allen Stufen ganz oben auf der Agenda, von der Potenzialanalyse über die Portfoliosteuerung bis zum Bewertungsprozess. 
  • Integrierte Plattformen schlagen isolierte Tools, in allen Sessions und Nutzersegmenten. Die Branche hat genug von Medienbrüchen und manuellen Datenübernahmen. 

Die Branche bewegt sich weg von isolierten Tools hin zu integrierten Plattformlösungen, die bessere Entscheidungsgrundlagen liefern, Transparenz über Assets, Cashflows und Portfolios schaffen, Szenarien und Risiken abbilden, ESG messbar machen und Prozesse automa­ti­sieren. Genau hier setzt Wüest Dimensions an: Die Lösung verbindet Daten, Modelle, Prozesse und KI entlang der gesamten Immobilienwertschöpfung und schafft damit die Grundlage für fundierte, zukunfts­ge­richtete Entscheidungen.

Die Zukunft gehört nicht denje­nigen mit den meisten Tools, sondern denje­nigen mit den besten Entscheidungen.

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