Immobilien-Digitalisierung 2026: Wo die Branche wirklich steht
Veröffentlicht am: 22. Juni 2026 Letzte Aktualisierung: 30. Juni 2026
Datenprobleme bremsen, KI beschleunigt, und integrierte Plattformlösungen gewinnen: An der Wüest Dimensions Conference 2026 sprachen 300 Immobilien-Entscheider:innen Klartext über den Stand der Digitalisierung in der Schweiz.

Wie weit ist die Digitalisierung der Immobilienbranche wirklich? An der Wüest Dimensions Conference 2026 haben wir diese Frage mit den Entscheider:innen aus dem gesamten Markt diskutiert: Investor:innen, Banken, Entwickler:innen, Asset Manager:innen, Makler:innen und Vertreter:innen der öffentlichen Hand.
Die Live-Umfrage unter den Teilnehmenden zeichnet ein klares Bild. Drei Erkenntnisse stechen dabei besonders hervor: Erstens bleibt die Datenfrage nach wie vor die grosse Herausforderung der Branche. Die Mehrheit der Befragten nennen Datenverfügbarkeit und Datenqualität als grössten Digitalisierungsbremser. Zweitens ist KI längst operativer Alltag: über die Hälfte der Teilnehmenden setzt künstliche Intelligenz bereits produktiv in einzelnen Prozessen ein. Und drittens zeigt sich über alle Segmente hinweg ein klarer Trend weg von Insellösungen hin zu integrierten Plattformen, die Bewertung, Szenarioanalyse und Portfoliomanagement in einem durchgängigen Prozess verbinden. Im Folgenden präsentieren wir die Erkenntnisse aus Plenar- und Breakout-Sessions, ergänzt durch die direkten Umfrageergebnisse der Teilnehmenden.
Die grössten Digitalisierungs-Bremsblöcke in der Immobilienbranche: Daten, Prozesse und fehlende Ressourcen
Digitalisierung scheitert selten an der Technologie selbst. Und erst recht nicht am fehlenden Business Case. Vielmehr sind es interne Faktoren, die den Fortschritt verlangsamen.
Sechs von zehn Befragten nennen Datenverfügbarkeit und Datenqualität als vordringlichstes Problem. Der Immobilienmarkt kämpft noch immer mit fragmentierten, inkonsistenten Datenbeständen, was später in der Analyse der Breakout-Sessions noch konkreter wird: Bei den Kreditvergabeprozessen dominiert die Datenverfügbarkeit ebenfalls klar als grösste Herausforderung.
Philip Chaney, Chief Product Officer bei Wüest Partner, erklärte an der Wüest Dimensions Conference: KI löst diese Probleme nicht von selbst. Sie hilft aber, bestehende Probleme effizienter anzugehen und neue Lösungswege zu gehen. Ein Beispiel dafür ist die Real Estate Data Exchange (REDX), die Schnittstellenplattform von Wüest Dimensions. Sie vereinfacht die Integration externer Datenquellen erheblich: Daten können über standardisierte Schnittstellen angeliefert und direkt in der Plattform mittels KI auf Konsistenz und Plausibilität geprüft werden. Das ermöglicht schnellere Onboarding-Prozesse und direkte Feedbackzyklen zwischen Datenlieferanten und der Plattform, was am Ende die Datenqualität auf breiter Ebene erhöht. Denn eines gilt auch im KI-Zeitalter: gute Entscheide brauchen gute Daten.
Fehlende Ressourcen und mangelndes Know-how bremsen 44% der Befragten. Regulatorische Anforderungen und Prozesskomplexität spielen zwar mit, sind aber nicht der entscheidende Engpass.
KI: Vom Experiment zur strategischen Komponente
Trotz der genannten Hürden wird KI im Immobilienmanagement mittlerweile breit eingesetzt:
Mehr als die Hälfte der Befragten setzt KI produktiv in einzelnen Prozessen ein. Das ist eine klare Botschaft: KI im Immobilienmanagement ist längst keine Zukunftsvision mehr. Weitere 38% befinden sich in der Testphase mit Pilotprojekten. Dass nur 14% noch ohne jeglichen KI-Einsatz arbeiten und 12% KI bereits strategisch integriert haben, zeigt: Die Branche befindet sich nicht mehr am Anfang, sondern mitten in der Skalierungsphase. Philip Chaney brachte es treffend auf den Punkt: Fast jeder hat heute ein LLM auf dem Desktop. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie KI sinnvoll integriert wird.
Was zählt beim KI-Einsatz? Effizienzsteigerung und Qualität
Zeitersparnis und Automatisierung sind die Haupttreiber hinter dem Einsatz von KI und wurden von 58% genannt, dicht gefolgt von einer verlässlichen Datenbasis und Qualität (54%). Interessant ist die Lücke zu den nächsten Kriterien: Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse und konkreter Mehrwert für Entscheidungen werden nur von einem Viertel der Befragten priorisiert. Nicht weil sie unwichtig wären, sondern weil Effizienz und Datenqualität noch dringlicher erscheinen. Integration in bestehende Prozesse (15%) und Datensicherheit (7%) schliessen das Bild ab. KI wird also nicht als Selbstzweck gesehen, sondern als Werkzeug, das dort überzeugt, wo es Zeit spart und auf verlässlichen Daten fusst.
Genau diesen Ansatz verfolgt das Konzept des „Agentic Brain“ von Wüest Dimensions: Statt starrer Modellauswahl ruft das System situativ das richtige Modell auf, kombiniert es mit den relevanten Marktdaten und eigenen Daten und bereitet die Ergebnisse direkt für den Entscheid auf. Der Mensch bleibt dabei im Loop, also die Fachexpert:innen, welche die finale Verantwortung tragen und die generierten Entscheidungsgrundlagen interpretieren und wo sinnvoll adjustieren. Im Gegensatz zu wahrscheinlichkeitsbasierten Sprachmodellen liefert Wüest Dimensions mit seinen validierten Modellen reproduzierbare und damit auditierbare Ergebnisse. Das Ergebnis ist für Nutzer:innen spürbar einfach: Wer dieselbe Abfrage drei Minuten später wiederholt, erhält exakt dasselbe Resultat, wie sein Teammitglied zuvor.
Wo der Nachholbedarf am grössten ist
Die Branche erkennt zunehmend, dass isolierte Tools nicht ausreichen. Gefragt sind durchgängige Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Bewertung und Szenarien (38%) führt vor der alltäglichen Nutzung von KI-Technologien (37%) und Asset- und Portfoliomanagement (32%). Diese Felder sind es, die durch die neuen Wüest-Intelligence-Funktionen in Wüest Dimensions vorangetrieben werden: KI-gestützte Bewertungsprozesse sowie Optimierung von Assets, Funds, Cashflows, Liquidität und Szenarien. Transaktionen & Brokerage (24%), Finanzierung & Kreditprozesse (23%) und ESG/Nachhaltigkeit (15%) zeigen, dass der Digitalisierungsdruck die gesamte Wertschöpfungskette erfasst hat.
KI-gestütztes Investment Management: Digitalisierung als Voraussetzung für operative Exzellenz
In der Session zur KI-gestützten Asset-Optimierung wurden die organisatorischen Prioritäten im Investment Management beleuchtet.
Digitalisierung und technologische Transformation stehen mit 72% besonders hoch in der Prioritätenliste. Danach folgt die operative Exzellenz (59%), was zeigt, dass digitale Transformation in diesem Segment nicht als Gegensatz, sondern als Voraussetzung für Effizienz verstanden wird. Nachhaltigkeit und Sourcing-Optimierung spielen für Investment Manager im Vergleich dazu eine klar untergeordnete Rolle.
Transparenz im Portfolio: Szenarien als blinder Fleck
Hinsichtlich der (fehlenden) Transparenz liegt der grösste Bedarf bei Szenarien und Alternativen (70%). Ein deutlicher Hinweis: Viele Organisationen haben Ist-Daten, wünschen sich aber noch mehr Möglichkeiten zur Vorausschau. Sie können beschreiben, wo sie stehen, aber nur schwer modellieren, wohin sich ihr Portfolio unter verschiedenen Marktbedingungen und Portfolioveränderungen entwickeln könnte. Konsolidiertes Reporting (50%) und Cashflows auf Gesellschaftsebene (35%) folgen. Die Kapitalstruktur (8%) bereitet kaum Sorgen, was angesichts des aktuellen Zinsumfelds und der soliden Eigenkapitalquoten in vielen Portfolios wenig überrascht.
Die Szenario-Fähigkeit des neuen Fund-Management-Moduls in Wüest Dimensions ermöglicht eine parametrisierte Finanzplanung auf Gesellschaftsebene: Asset Management Fees, Steuern und Kapitalstrukturen werden als regelbasierte Modelle hinterlegt, sodass Szenarien mit reproduzierbaren Ergebnissen gerechnet und miteinander verglichen werden können. Zukäufe und Verkäufe lassen sich als Share Deals oder Asset Deals modellieren. Das System zeigt direkt, welche Entitäten noch Handlungsbedarf aufweisen, z.B, wo Datengrundlagen unplausibel sind oder wo Liquiditätsengpässe entstehen oder Ausschüttungen unter Druck geraten könnten.
Breakout-Session: From Data to Value: KI-gestützte Optimierung von Assets, Funds, Cashflows & Liquidität
Nachhaltige Immobilienfinanzierung: Energie, CO2 und Klimarisiken im Fokus der Hypothekargeber
In der Session zur nachhaltigen Finanzierung diskutierten Hypothekargeber, Banken und Versicherungen die Schnittstelle von Klimarisiken und Wirtschaftlichkeit. Nachhaltigkeit ist für dieses Segment kein Trend mehr, der kommt und geht, sondern eine Realität, die sich dauerhaft in den Finanzierungsprozessen verankert hat. Ein Blick auf die CO2-Reduktion zeigt: Im Gebäudesektor wurden die Emissionen seit 1990 bereits um rund 47% reduziert. Dennoch: der Weg zu Netto-Null 2050 erfordert weitaus mehr Tempo.
Die Finanzierungsexpert:innen beschäftigen primär klar die Themen Energie und CO2. Naturgefahren (42%) und physische Klimarisiken (36%) folgen. Soziale Nachhaltigkeit (28%), transitorische Risiken (25%) und Biodiversät (14%) spielen eine nachgelagerte Rolle. Das zeigt: Der Fokus liegt auf messbaren, standortbezogenen und handlungsrelevanten Risiken. Insgesamt ist eine pragmatische Haltung erkennbar: zuerst dort ansetzen, wo der Handlungsdruck am grössten, der Hebel am direktesten ist und die Lösungen bereits am stärksten fortgeschritten sind.
In Wüest Dimensions lässt sich diese Journey von der Immobiliendokumentation über die Nachhaltigkeitsanalyse bis zur Sanierungsplanung durchgängig abbilden. Aus denselben Objektdaten, die für die Marktwertberechnung verwendet werden, können automatisch GEAK-angelehnte Effizienzklassen, CO2-Emissionen und Energiebedarf berechnet werden, ohne zusätzlichen Erfassungsaufwand. Ergänzt durch Naturgefahrendaten, Klimarisiken und ein ESG-Rating auf Standortebene entsteht so eine umfassende Grundlage für die Kreditprüfung und Beratung.
Treiber für Nachhaltigkeitsanalysen: Regulatorien führen, noch
Für Banken und Immobilienfinanzierer sind die Regulatorien (79%) mit Abstand der dominante Treiber hinter den Nachhaltigkeitsanalysen. Das ist ehrlich: Die Branche handelt hier teilweise reaktiv. Interne Zielsetzungen (47%) und finanzielle Risiken (29%) gewinnen aber zunehmend an Gewicht und deuten darauf hin, dass Nachhaltigkeit langsam von einer Pflicht zu einer strategischen Überzeugung wird. Kundenbedürfnisse (im Sinne der Nachhaltigkeit) spielen mit 15% bisher eine untergeordnete Rolle, was sich mit wachsender Markttransparenz und steigendem Bewusstsein der Eigentümerschafts- und Mieterseite ändern dürfte.
Breakout-Session: Nachhaltig Finanzieren: Klimarisiken und Wirtschaftlichkeit im Fokus der Hypothekarberatung
Digitale Projektentwicklung: Standortanalyse, Potenzialprüfung und datenbasierte Entscheidungen
In der Session zur Projektentwicklung wurde anhand des folgenden Beispiels ein zentrales Dilemma aufgeworfen: Ein Projektentwickler präsentiert den aktuellen Stand seines Projektes, wobei Marktanalyse, Wirtschaftlichkeitsrechnung, Mieterstruktur und Baukosten separat analysiert wurden und in verschiedenen Unterlagen dokumentiert werden. Daraufhin schlägt jemand einen anderen Wohnungsmix vor. Es folgen manuelle Anpassungen und ein Aufwand über Stunden oder gar Tage. Dies nur aufgrund eines simplen alternativen Szenarios. Die Problematik von nicht harmonisierten Daten kennen die meisten Anwesenden aus eigener Erfahrung.
Trotz dieser Hürden treffen bereits 23% ihre Projektentscheidungen stark datenbasiert und 61% zumindest teilweise. Nur 16% entscheiden primär erfahrungsbasiert. Die Botschaft der Session war dabei klar: Erfahrung ist wertvoll, gerade in regional verankerten Märkten. Aber dort, wo Projekte komplex, langfristig und kapitalintensiv sind, braucht es Daten, um Szenarien durchzurechnen, Risiken zu quantifizieren und Fehlinvestitionen zu vermeiden.
Grösste Herausforderungen bei Standortanalysen
Bei der Frage nach den Herausforderungen bei Standortanalysen zeigt sich ein ausgeglichenes Bild. Vier Herausforderungen halten sich in etwa die Waage: Vergleichbarkeit von Standorten, Unsicherheit bei der Interpretation, Zeitaufwand und fehlende Daten. Das ist aufschlussreich. Daten fehlen seltener als vermutet. Was fehlt, ist die Qualität der Aufbereitung, die Vergleichbarkeit über Regionen hinweg und schlicht die Zeit, um aus rohen Zahlen belastbare Entscheidungsgrundlagen zu machen. Genau hier setzen KI-gestützte Chatbot-Lösungen wie der neu entwickelte Wüest Intelligence Assistant an: Statt manuelle Auswertungen aus verschiedenen Modulen zusammenzutragen, erlaubt er es, Standortfragen direkt per Chat zu stellen und sofort eine strukturierte, datenbasierte und reproduzierbare Antwort zu erhalten.
Digitalisierungspotenziale in der Immobilien-Projektentwicklung
Die Potenzialanalyse führt mit 52% klar, also genau jene frühe Phase, in der entschieden wird, ob eine Parzelle überhaupt für ein Projekt geeignet ist. Standortanalyse (25%) und Bewertung/DCF (14%) folgen. Baurealisierung ist nur für 6% ein Digitalisierungsthema. Die Botschaft ist klar: Entwickler:innen wollen früher im Prozess bessere Entscheidungen treffen, weil dort der Hebel am grössten ist. Mit dem neuen automatisierten Potenzialanalyse-Report in Wüest Dimensions lässt sich das Ausnutzungspotenzial einer Parzelle inklusive baulicher Einschränkungen und wirtschaftlicher Szenarien für Ersatzneubauten bereits auf Knopfdruck abrufen.
Breakout-Session: Projektentwicklung: Von Potenzialen über Szenarien zu Entscheidungen
Immobilien-Management-Software: Automatisierung, bessere Entscheidungen und KI-gestützte Portfoliooptimierung
Für fast zwei Drittel der Befragten ist die Antwort zur Frage des grössten Hebels von Immobilien-Management-Software eindeutig: Zeitersparnis und Automatisierung. Bessere Entscheidungsgrundlagen folgen mit 43% auf Platz zwei. Transparenz über Portfolio und Cashflows (33%) sowie Risiko- und Szenarienmanagement (20%) zeigen, dass das Interesse an komplexeren Analysen durchaus vorhanden ist. ESG-Messbarkeit (7%) wird als Potenzial erkannt, aber nicht als wesentlicher Hebel. Das Muster ist klar: Wer täglich mit manuellen Prozessen kämpft, will zuerst Entlastung, und dann erst Szenariofähigkeit.
Wie das konkret aussieht, zeigt der Mietspiegel in Wüest Dimensions. Das System vergleicht die aktuelle Ist-Miete einer Liegenschaft automatisch mit dem Marktquantil und der hedonischen Markt-Miete und macht Optimierungspotenziale sofort sichtbar. Ist eine Sanierung geplant, berechnet die Plattform auf Knopfdruck, wie sich ein veränderter Ausbaustandard in Kombination mit Mikrolage und Nutzungsart auf die erzielbaren Marktmieten auswirkt. Keine externe Tabelle, kein separates Modell: Die Ergebnisse wie Cashflow-Optimierungspotenziale fliessen in Wüest Dimensions automatisiert und nahtlos in den Business Plan mit ein.
KI-Potenziale im Immobilien-Management
Wie wir einleitend gesehen haben, gilt Datenqualität und ‑verfügbarkeit als eine der zentralen Herausforderungen. Interessanterweise wird der KI nur wenig Potential zugerechnet, um diese Hürde zu meistern (16%). Stattdessen wird KI wird im Immobilien-Management dort priorisiert, wo sie echten Vorsprung bringt: bei der Identifikation von Optimierungspotenzialen (36%) und der Automatisierung von Szenarien (27%). Investitionen priorisieren und Performance laufend optimieren (je 11%) vervollständigen das Bild. Das ist kein Zufall. KI schlägt manuelle Prozesse dort am deutlichsten, wo grosse Datenmassen nach versteckten Mustern durchsucht werden müssen. Genau das ist ihr natürliches Terrain.
Der neue Optimizer in Wüest Dimensions ist dafür ein konkretes Beispiel. Er löst das mehrdimensionale Optimierungsproblem im Spannungsfeld zwischen bautechnischem Investitionsbedarf, Nachhaltigkeits- und Renditezielen sowie Liquiditäts- und Kapazitätslimitierungen. Im Hintergrund berechnet der Optimizer eine Vielzahl an in sich konsistenten DCF-Szenarien, vom Heizungsersatz bis zur Totalsanierung, und bewertet jede Variante auf Bauteilebene nach bautechnischer Dringlichkeit, Wirtschaftlichkeit und CO2-Wirkung. Das Ergebnis ist eine priorisierte Investitionsempfehlung auf Bauteil‑, Asset- und Portfolioebene, bei der Budget über Objekte und Jahre hinweg optimal verteilt wird.
Besonders relevant ist die Standortdifferenzierung: nicht nur aufgrund anderer Regulatorien hinsichtlich mietrechtlicher Überwälzungsmöglichkeiten, sondern auch weil sich je nach Lage und Marktumfeld andere Mietsteigerungspotenziale ergeben können und sich umfassendere Massnahmen gegebenenfalls früher lohnen können. In der Peripherie, wo die Zahlungsbereitschaft geringer ist, kann eine gezielte Ertüchtigung wirtschaftlich im Zweifelsfall die bessere Wahl sein als eine Totalsanierung. Der Optimizer rechnet beides durch und empfiehlt, was sich tatsächlich lohnt.
Breakout-Session: KI-gestützte Wertoptimierung: von Daten zu besseren Investititonsentscheiden
KI in der Immobilienbewertung: Datenverfügbarkeit, Systemintegration und die Zukunft der Kreditvergabe
Immobilienbewertung findet in Banken an vielen verschiedenen Orten und in verschiedenen Teams statt: von der Kundenberatung über interne Expertenteams bis zu externen akkreditierten Bewerter:innen. Es erfolgen Portfoliobewertungen im Risikomanagement und teils auch KI-gestützten Self-Service-Lösungen im E‑Banking. Diese verteilte Struktur schafft zusätzliche Komplexität. Ein Bewertungsauftrag landet im Postfach oder per Telefon, Zuständigkeiten sind unklar, der Bearbeitungsstand steckt im Kopf der zuständigen Person, Rückfragen laufen informell. Das ist kein Einzelfall, sondern ein strukturelles Problem, das sich durch die gesamte Branche zieht.
Die Frage nach den grössten Herausforderungen im Bewertungsprozess bei der Kreditvergabe macht das Ausmass deutlich:
Datenverfügbarkeit dominiert mit 75% mit Abstand. Dokumente zur finanzierenden Immobilie müssen erst bereitgestellt und aufbereitet werden, bevor überhaupt eine Bewertung beginnen kann. Medienbrüche und fehlende Systemintegration (39%) verschärfen das Problem. Fehlendes Know-how in der Bank zum Thema Immobilienbewertung (21%) und die Komplexität der End-to-End-Finanzierungsprozesse (11%) sowie insbesondere die Verlässlichkeit der Bewertungsergebnisse sind weitere Faktoren, die jedoch nur von wenigen Teilnehmenden als echte Herausforderung betrachtet werden.
Rolle von KI im Immobilien-Bewertungsprozess der Zukunft
Die Datenaufbereitung (85%) steht im Bewertungsprozess der Zukunft klar an erster Stelle. Das automatische Auslesen von Informationen aus Dokumenten wie Grundbuchauszügen, Gebäudeversicherungsausweisen oder Mieterspiegeln ist der dringlichste Schmerzpunkt. Genau hier hat Wüest Partner an der Wüest Dimensions Conference auch äusserst wertvolle neue KI-Funktionen präsentiert. Plausibilisierung, Benchmarking und Qualitätssicherung (67%) folgen auf Platz zwei: KI als zweites Augenpaar, das Berechnungsergebnisse prüft und Ausreisser erkennt. Portfolioszenarien und Simulationen (22%), die Automatisierung kompletter Bewertungsprozesse (19%) und die Benutzerführung (15%) ergänzen das Bild. Das Ergebnis zeigt: KI soll nicht den Berater ersetzen, sondern die Vorarbeit leisten und die Qualität sichern.
Breakout-Session: Stärkung der Zusammenarbeit von Kundenberatung, Expertenteam und KI im Bewertungsprozess
Digitalisierung im Maklerprozess: Von der Marktwertanalyse zum KI-gestützten Verkaufsdossier
Die Maklersession öffnete mit einem Blick in die Geschichte: Als 1993 das erste Immo-Monitoring erschien, wurden Immobilieninserate noch von Hand aus Zeitungsartikeln ausgeschnitten und mit Mac-Computern der ersten Generation ausgewertet. Was damals eine grosse Innovation war, ist heute selbstverständlich. Die technologische Transformation der Immobilienbranche ist kein neues Phänomen, wohl aber das Tempo, mit dem sie sich aktuell vollzieht. KI-Chatbots und automatisierte Bewertungsprozesse sind heute Realität, ermöglicht durch Sprachmodelle, die wir inzwischen täglich nutzen. Das Ziel von Wüest Dimensions bleibt dabei unverändert: fundierte und detaillierte Analysen zu Immobilien und Immobilienmärkten zu liefern, mit den jeweils besten verfügbaren technologischen Mitteln.
Wo sehen Makler:innen die grössten Chancen für Digitalisierung?
Durchgängige Workflows entlang des gesamten Vermarktungsprozesses ist mit 69% der mit Abstand wichtigste Wunsch. Der Frust über Insellösungen ist greifbar: Wer zwischen PDF-Exporten, manuellen Datenübernahmen und separaten Tools wechselt, verliert Zeit und Nerven. Dokumentenmanagement vereinfachen (54%) und effizientere Marktwertfindung (38%) sind daher ebenfalls stark gefragt. Automatisierte Datenübermittlung über Schnittstellen (27%) und Kundenberatung mit Expertenwissen stärken (19%) runden das Bild ab. Letzteres interessiert weniger, weil das Expertenwissen bei den Makler:innen selbst bereits gut verankert ist.
Eine direkte Antwort auf diesen Wunsch ist der neue KI-Chatbot in Wüest Dimensions: Statt Daten manuell aus verschiedenen Modulen auszuwerten, stellen Makler:innen Fragen direkt im System und erhalten sofort strukturierte, datenbasierte Antworten zu Mikrolage, Mietabschlüssen, soziodemografischen Entwicklungen oder Preis- und Qualitätsvergleiche zwischen Standorten. Antworten, die sich direkt in Verkaufsdossiers übernehmen lassen.
Wo bei Makler:innen die meiste Zeit verloren geht
Die Kundengewinnung (64%) ist das zeitintensivste Thema bei den Maklerinnen und Maklern. Das klingt nach einem Vertriebsthema, nicht nach einem Digitalisierungsthema. Doch wer schneller und überzeugender Marktwertanalysen liefert, gewinnt Vertrauen und damit Mandate. Aufbereitung von Verkaufsdossiers (52%) und Datenerfassung und Dokumentenmanagement (40%) sind zwei weitere Zeitfresser, die mit integrierten Plattformlösungen gezielt angesprochen werden können. Bewertung und Kalkulation (24%), Markt- und Standortanalysen (20%) sowie Inserierung und Vermarktung (16%) sind weniger zeitkritisch und in vielen Büros bereits effizienter organisiert.
Breakout-Session: Wüest Dimensions als Smart Agent im Maklerprozess
Fazit: Immobilien-Software, KI und Datenqualität bestimmen, wer 2026 vorne ist
Die Schweizer Immobilienbranche ist bereit für den nächsten Schritt der Digitalisierung. Die Herausforderungen sind bekannt, die Technologien verfügbar. Die Live-Umfrage der Wüest Dimensions Conference 2026 liefert ein klares Bild:
- Datenqualität und Datenverfügbarkeit sind die grosse Bremse und gleichzeitig die grosse Chance. Wer hier investiert, schafft die Voraussetzung für alles andere.
- KI ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern operativer Alltag in vielen Organisationen. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie und wo KI eingesetzt wird.
- Szenariofähigkeit und Entscheidungsunterstützung stehen auf allen Stufen ganz oben auf der Agenda, von der Potenzialanalyse über die Portfoliosteuerung bis zum Bewertungsprozess.
- Integrierte Plattformen schlagen isolierte Tools, in allen Sessions und Nutzersegmenten. Die Branche hat genug von Medienbrüchen und manuellen Datenübernahmen.
Die Branche bewegt sich weg von isolierten Tools hin zu integrierten Plattformlösungen, die bessere Entscheidungsgrundlagen liefern, Transparenz über Assets, Cashflows und Portfolios schaffen, Szenarien und Risiken abbilden, ESG messbar machen und Prozesse automatisieren. Genau hier setzt Wüest Dimensions an: Die Lösung verbindet Daten, Modelle, Prozesse und KI entlang der gesamten Immobilienwertschöpfung und schafft damit die Grundlage für fundierte, zukunftsgerichtete Entscheidungen.
Die Zukunft gehört nicht denjenigen mit den meisten Tools, sondern denjenigen mit den besten Entscheidungen.