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Immobilien Basel-Stadt: Ein Immobilienportfolio auf dem Weg zur CO₂-Neutralität

Veröffentlicht am: 12. April 2022 Letzte Aktualisierung: 24. März 2026

Der Gebäudepark der Schweiz ist derzeit für rund ein Viertel der CO₂-Emissionen der Schweiz verantwortlich. Immobilien müssen also einen bedeutenden Beitrag leisten, wenn die Schweiz ihr Ziel erreichen will, bis 2050 CO₂-neutral zu werden.

Immobilien Basel-Stadt (IBS) wollte genau wissen, wo das über 300 Liegenschaften umfas­sende Immobilienportfolio im Finanzvermögen des Kantons Basel-Stadt bezüglich CO₂-Emissionen steht. Der Auftrag war umfassend: Einerseits sollte Wüest Partner heraus­finden, wie viel CO₂ die Liegenschaften derzeit ausstossen, und aufzu­zeigen, wie das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 erreicht werden kann. Andererseits inter­es­sierte sich IBS dafür, wie sich die CO₂-Emissionen des Portfolios seit 1990 bis heute entwi­ckelt haben und was es bedeuten würde, wenn das Netto-Null-Ziel schneller erreicht werden soll, zum Beispiel bis 2040 oder sogar noch früher.

Bei dieser Aufgabe kam dem Emissions- und Investitions-Rechner eine sehr wichtige Rolle zu. Mithilfe dieses Instruments konnten wir den CO₂-Ausstoss des Portfolios im Finanzvermögen für jedes Jahr von 1990 bis 2050 berechnen, wobei für die in der Zukunft liegenden Jahre die gesamte Investitionsplanung der IBS mit allen vorge­se­henen Instandsetzungsmassnahmen mitein­be­zogen wurde.

CO₂-Absenkpfad Portfolio im Finanzvermögen des Kantons Basel-Stadt

Die Modellrechnungen ergaben, dass das Immobilienportfolio im Finanzvermögen im Jahr 2020 nur knapp 7 kg CO₂-Äquivalente pro Jahr und m2 Energiebezugsfläche ausstiess – weniger als die Hälfte des Schweizer Gebäudeparks (16.2 kg). Dieses gute Resultat ist vor allem auf die umfas­sende Fernwärme-Versorgung im Kanton Basel-Stadt und die geringe Zahl von Ölheizungen im Portfolio zurück­zu­führen. Ausserdem wurden die Liegenschaften regel­mässig energe­tisch saniert, sodass der Wärmebedarf deutlich reduziert werden konnte.

Für die Modellierung der CO₂-Emissionen bis 2050 wurde angenommen, dass möglichst alle noch fossil beheizten Liegenschaften beim nächsten Heizungsersatz an das Fernwärmenetz angeschlossen werden. Liegenschaften ohne Fernwärmeanschluss sollen künftig mit anderen erneu­er­baren Energien (z. B. Wärmepumpen) beheizt werden. Und wo weder das eine noch das andere möglich ist, sollen die CO₂-Äquivalente durch eine Überproduktion von erneu­er­barer Energie bei anderen Liegenschaften oder durch Investitionen in externe CO₂-Kompensationsmassnahmen (Zertifikate, Klimaschutzprojekte) erreicht werden.

Bei der Modellierung der bisher vorge­nom­menen Sanierungen hat sich gezeigt, dass der CO₂-Ausstoss der Liegenschaften im Finanzvermögen des Kantons Basel-Stadt zwischen 1990 und 2020 um rund 70% abgenommen hat. Immobilien Basel-Stadt liegt damit gegenüber dem vom Pariser Klimaabkommen vorge­se­henen Absenkpfad sogar im Vorsprung. Da die meisten Dekarbonisierungsmassnahmen für die Jahre 2020 bis 2040 einge­plant sind, wird der CO₂-Ausstoss mit knapp 1 kg CO₂ pro m2 und Jahr schon 2040 ein sehr tiefes Niveau erreicht haben. Mit anderen Worten: IBS könnte eine weitge­hende CO₂-Neutralität des Immobilienportfolios bereits bis 2040 erreichen.

Hinweis: Eine von Wüest Partner vorge­stellte Studie zeigt, dass Liegenschaften, die ohne Ausstoss von CO₂ betrieben werden können, trotz höherer Investitionskosten durch­schnittlich einen höheren Marktwert aufweisen (vgl. «Die Wirkung von Nachhaltigkeit auf Immobilienwerte» in: Immo-Monitoring 2022, Winter-Update, Kapitel 3). mehr Informationen

CO₂-Absenkpfad der Liegenschaften im Finanzvermögen des Kantons Basel-Stadt

Die konti­nu­ier­liche Zunahme der erneu­er­baren Energieträger und die Schwankungen im Energiemix bei der Fernwärme in Basel wurde anhand der veröf­fent­lichten Geschäftsberichte abgebildet.

Erklärung

  • Jede Liegenschaft wird durch einen Punkt reprä­sen­tiert.
  • Je grösser der Punkt, desto grösser der gesamte CO₂-Ausstoss der Liegenschaft.
  • Je höher der Punkt, desto höher der CO₂-Ausstoss pro m2.
  • Je weiter rechts der Punkt, desto weniger lang liegt die letzte energe­tische Sanierung zurück.
  • Die Schwankungen der mit Fernwärme beheizten Liegenschaften sind darauf zurück­zu­führen, dass je nach Situation die Versorgung mit Fernwärme nicht ausreichte und unter­schiedlich viel Unterstützung durch CO₂-produzierende Energieträger (meist Gas, früher auch Öl) nötig wurde. Heute bietet die Fernwärme in Basel-Stadt zwei Energieprodukte an, ein teureres CO₂-neutrales Produkt sowie eine günstigere Variante, die nicht komplett CO₂-neutral ist.
  • Jedes Mal, wenn eine Liegenschaft auf eine CO₂-freie Heizung (Fernwärme oder Wärmepumpe) umgestellt wird, fällt der entspre­chende Punkt auf die Nulllinie. Gleichzeitig wird der Punkt in der Regel auch kleiner, da gleich­zeitig durch­ge­führte energe­tische Sanierungen den Wärmebedarf der Liegenschaft verkleinern.

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