Weiter zum Ihnhalt

Soziale Nachhaltigkeit im Mietwohnungsmarkt nimmt ab

Veröffentlicht am: 08. Mai 2024 Letzte Aktualisierung: 22. April 2025

Bei vielen Mieterinnen und Mietern liegen die Kosten ihrer aktuellen Mietverträge auf einem verhält­nis­mässig tiefen Niveau. Der Hauptgrund hierfür ist, dass sie oft schon seit Jahren in denselben Wohnungen leben und in dieser Zeit von stabilen oder sogar sinkenden Mieten profi­tiert haben. Dies ist vor allem auf den langfristig fallenden Referenzzinssatz zurück­zu­führen. Im Gegensatz stehen Personen, die aus verschie­denen Gründen umziehen möchten oder müssen und eine vergleichbare Wohnung hinsichtlich Grösse und Lage suchen, vor grossen Herausforderungen bezüglich der Bezahlbarkeit. Doch welche Haushaltstypen und welche Kantone sind davon besonders betroffen?

Wenn Mietende aus ihrer bishe­rigen Wohnung ausziehen möchten oder müssen, erweist es sich als zunehmend schwierig eine neue Wohnung zu finden, die nicht teurer ist als die alte. Zwar kommt es oft vor, dass die inserierten Wohnungen einen höheren Ausbaustandard aufweisen und in einem besseren Zustand sind, was eine quali­tative Verbesserung bedeutet und so den höheren Preis recht­fertigt. Doch auch wenn Umziehende gar keine quali­tativ höher­wertige, sondern lediglich eine gleich­wertige Wohnung anstreben, so übersteigt diese häufig die Preisobergrenze, die Haushalte dafür ausgeben können. Günstiger Wohnraum wird zunehmend rar. Entsprechend hat auch die Zahl erschwing­licher Wohnungen, die auf dem Markt angeboten werden, spürbar nachge­lassen, was die finan­zielle Belastung nach einem Umzug erhöht.

Bei 28 Prozent der Schweizer Haushalte würde die Wohnkostenbelastung mehr als ein Drittel des Bruttoeinkommens ausmachen, wenn sie in eine gleich­artige Wohnung umziehen möchten. In den Kantonen Genf, Zug, Zürich, Waadt und Tessin liegen die Anteile gar bei mehr als 30 Prozent. Dabei sticht Genf besonders hervor, das trotz einer der umfang­reichsten Mietpreisregulierungen der Schweiz – an der Spitze dieser Statistik steht (detail­liertere Auswertungen zu den Mietpreisentwicklungen in Genf finden Sie auch im «Immo-Monitoring» 2023 | 2, Frühlingsausgabe).

Unterschiede je nach Haushaltstyp

Noch prekärer ist die Situation der Wohnungssuche für Alleinerziehende sowie für Menschen im Pensionsalter, die alleine wohnen. Bei mehr als der Hälfte dieser Haushalte wird die Grenze von 33 Prozent Wohnkostenbelastung geknackt, wenn sie nach einer für ihren jewei­ligen Haushaltstyp geeig­neten mittel­grossen Wohnung suchen. Deutlich entspannter sieht die Lage für Zweipersonenhaushalte aus, unabhängig davon, ob sich diese Personen im Erwerbs- oder im Pensionsalter befinden.

Lösungsansätze gesucht

Die hier vorge­stellten Analyseresultate geben für den Schweizer Mietwohnungsmarkt hinsichtlich sozialer Nachhaltigkeit derzeit kein gutes Bild ab. Zentrale Indikatoren wie die Verfügbarkeit von Wohnungen oder die Bezahlbarkeit von Wohnraum nach einem Umzug haben sich in den letzten Jahren zu Ungunsten der Mieterinnen und Mieter entwi­ckelt. Hier offen­baren sich bedeu­tende Herausforderungen für die Zukunft und die Notwendigkeit, diffe­ren­zierte Lösungen zu entwi­ckeln. Diese sollten die Neubautätigkeit fördern und sowohl die unter­schied­lichen regio­nalen Dynamiken als auch die verschie­den­ar­tigen Bedürfnisse der Haushalte berück­sich­tigen.

Aus dem aktuellen Immo-Monitoring

Dies ist ein Auszug aus unserer aktuellen Immo-Monitoring-Publikation. Wenn Sie mehr Informationen wünschen, können Sie sich hier Ihre Ausgabe bestellen.

Kontaktieren Sie unsere Experten für weitere Insights