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Energie-Performance von Wohngebäuden

Veröffentlicht am: 21. November 2024 Letzte Aktualisierung: 22. April 2025

Weniger Emissionen im Immobilienmarkt

Um die ambitio­nierten Klimaziele zu erreichen, müssen die richtigen Massnahmen ergriffen und zeitlich gut aufein­ander abgestimmt werden. Dafür ist eine breite und detail­lierte Datengrundlage notwendig. Effektiv gemessene Energieverbrauchsdaten von spezi­fi­schen Gebäuden bieten den Vorteil, dass sie präzise, spezi­fisch und unmit­telbar anwendbar sind. Sie ermög­lichen es Eigentümern und Investoren, fundierte Entscheidungen zu treffen, die Energieeffizienz gezielt zu verbessern, Kosten zu sparen und einen effek­tiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Um zuver­lässige Benchmarks für den realen Energieverbrauch, gemessen in Kilowattstunden (kWh), von Schweizer Wohngebäuden zu erstellen, haben Signa-Terre und Wüest Partner die Verbrauchsdaten von über 10’000 Wohngebäuden mit einer Energiebezugsfläche von knapp 18 Millionen Quadratmetern analy­siert. Dabei wurden die Daten anony­mi­siert, sodass keine Rückschlüsse auf bestimmte Gebäude oder deren Eigentümer mehr möglich sind.

Die Datenerfassung beginnt mit einer Begehung der Liegenschaft

Der Datenerfassungs- und ‑verar­bei­tungs­prozess von Signa-Terre beginnt mit einer techni­schen Begehung der Liegenschaften. Dabei werden die Zähler identi­fi­ziert, Messkonzepte erstellt und Energieaufteilungsschlüssel festgelegt, die als solide Grundlage für ein genaues Energie-Controlling dienen. Die Einhaltung inter­na­tional anerkannter Standards wie etwa ISAE 3000 Typ 2 bei der Erfassung und der Verarbeitung der Daten gewähr­leistet eine hohe Zuverlässigkeit.

Für ein aussa­ge­kräf­tiges Benchmarking werden die Verbrauchsdaten auf die Energiebezugsfläche (EBF) normiert, hier auf Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m²a). Diese Normierung erlaubt einen direkten Vergleich zwischen verschie­denen Wohngebäuden und liefert wertvolle Informationen über die aktuelle Performance und das Verbesserungspotenzial.

Berechnung der CO2-Äquivalenzwerte

Um die Emissionswerte, basierend auf den effek­tiven Verbrauchskennzahlen eines Wohngebäudes, zu  berechnen, wird der tatsäch­liche Energieverbrauch (gemessen in kWh) zunächst witte­rungs­be­reinigt, um die Daten zu harmo­ni­sieren und vergleichbar zu machen. Diese Witterungsbereinigung erfolgt gemäss SIA 380:2022, Anhang F, die auch von der Real Estate Investment Data Association (REIDA) benutzt wird. Anschliessend wird der berei­nigte  Energieverbrauch mit dem jewei­ligen Emissionsfaktor multi­pli­ziert, der vom  verwen­deten Energieträger abhängt. Dieser Emissionsfaktor beschreibt die Menge an CO₂-Äquivalenten (CO₂eq), die pro verbrauchter Energieeinheit freige­setzt werden. Die Faktoren werden regel­mässig aktua­li­siert und sind mit  den Vorgaben von REIDA abgestimmt.

Die Klassifizierung der CO2-Emissionen in die verschie­denen Scopes folgt der Methodik des Greenhouse Gas Protocol (GHGP). Eine genaue Liste der Emissionsfaktoren wird auf der Grundlage von Studien wie der «Intep-Studie» erstellt und für den Gebäudesektor jährlich angepasst. Die resul­tie­renden Emissionswerte geben die Treibhausgasemissionen (in kg CO₂eq) an, die aus dem Energieverbrauch resul­tieren.

Emissionen im Schweizer Immobilienmarkt

Wichtigste Ergebnisse

  • Die durch­schnitt­liche Energieintensität der unter­suchten Gebäude beträgt, gewichtet mit der Energiebezugsfläche (EBF), 119.2 kWh/m²a.
  • Die Emissionsintensität der unter­suchten Objekten liegt bei 19.3 kg CO₂-Äquivalente pro m² EBF und Jahr (kg CO₂eq/m2a).
  • Die Scope-1-Emissionen (direkte Emissionen aus Brennstoffen) dominieren dabei mit einer gewich­teten Emissionsintensität von 17.2 kg CO₂eq/m2a bei Weitem über die Scope-2-Emissionen (indirekte Treibhausgasemissionen aus einge­kaufter Energie). Die direkten Emissionen sind damit der grösste Verursacher in Sachen  CO₂-Belastung, was aufgrund des hohen Anteils an fossilen Brennstoffen (71.5%) den Erwartungen entspricht.
  • Die durch­schnitt­liche Energieintensität von Gebäuden variiert stark je nach Eigentümertyp. Immobilien, die sich im Besitz von  Privatpersonen oder Family Offices befinden, weisen mit durch­schnittlich 127.6 kWh/m2a die höchste durch­schnitt­liche Energieintensität auf.
  • Dies deutet darauf hin, dass diese Eigentümergruppen tenden­ziell ältere Gebäude besitzen, die energe­tisch weniger optimiert sind. Das kann daran liegen, dass ihnen die finan­zi­ellen Mittel fehlen, oder auch daran, dass sie angesichts der immer kompli­zierter werdenden Regulierungen nicht über das nötige Know-how verfügen. Zu beachten ist aber auch die Tatsache, dass der regula­to­rische Druck auf diese Eigentümer (noch) nicht so gross wie im Falle von insti­tu­tio­nellen Anlegern.
  • Am anderen Ende der Skala findet sich die Kategorie, die Immobilienstiftungen und Genossenschaften umfasst. Sie weist mit 109.8 kWh/m2a die niedrigste Energieintensität auf – ein Hinweis darauf, wie stark diese Eigentümertypen auf nachhaltige und energie­ef­fi­ziente Gebäude setzen.
  • Die durch­schnitt­liche Emissionsintensität (Scope 1 + 2) liegt zwischen 14.8 kg CO₂eq/m2a (Immobilienstiftungen, Genossenschaften) und 22.3 kg CO₂eq/m2a (Privatpersonen und Family Offices).
  • Bereits in früheren Studien, wie etwa durch REIDA, wurden tatsäch­liche Energieverbrauchs- und Emissionsdaten analy­siert. Ein Vergleich mit diesen Studien zeigt, dass die ermit­telten Werte nicht identisch sind. Dafür kann es mehrere Gründe geben: Zusammensetzung und Grösse des Samples, geogra­fische Verteilung des Samples, metho­dische Ansätze.
Emissionen in unterschiedlichen Portfolios

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