Ein neues Zentrum für Grolley-Ponthaux
Veröffentlicht am: 10. November 2025
Im Herzen der Freiburger Agglomeration hat die Gemeinde Grolley-Ponthaux eine umfassende Neugestaltung ihres Dorfzentrums beschlossen. Mit dem detaillierten Bebauungsplan «Place de la Gare» soll ein lebendiges, gut an den öffentlichen Verkehr angeschlossenes Quartier entstehen, das Wohnen, Gewerbe und Dienstleistungen vereint.
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie eine klare kommunale Vision, kombiniert mit unabhängiger Expertise, zu einer kohärenten und nachhaltigen Entwicklung führen kann.
Eine ambitionierte kommunale Vision
Der politische Wille war klar: Das Ortszentrum sollte neu gestaltet und die Attraktivität als Wohn- und Wirtschaftsstandort gestärkt werden.
Das Bauprojekt eines privaten Entwicklers zielt darauf ab, die im Bebauungsplan vorgesehene Dichte voll auszuschöpfen. Durch einen Tausch von baulichen Ausnutzungsreserven kann sofort nutzbares Baupotenzial freigesetzt und die Realisierung eines verdichteten Bauprojekts ermöglicht werden, das das Potenzial des Areals optimal nutzt. Konkret soll eine benachbarte Gemeindefläche in das Projekt einbezogen werden. Dieser Austausch geht über einen reinen punktuellen Eingriff hinaus: Er nutzt bislang ungenutzte Ausnutzungsreserven und erlaubt eine sinnvolle Verdichtung – selbstverständlich gegen Zahlung eines Transaktionspreises.
Um die Entscheidungsgrundlagen zu sichern und die Planung zu stützen, beauftragte die Gemeinde Wüest Partner mit der Bewertung der betroffenen Ausnutzungsreserve. Mithilfe einer Discounted-Cashflow-Analyse berücksichtigte das Expertenteam Baukosten, Marktmieten sowie die Risiken im Zusammenhang mit der Genehmigung des Nutzungsplans und der Baubewilligung. Diese Arbeit lieferte eine neutrale und transparente Grundlage für die Diskussionen zwischen den Beteiligten und ermöglichte eine fundierte Bestimmung des Werts der Ausnutzungsreserve.
«Der Austausch von baulichen Ausnutzungsreserven ist ein wirkungsvolles Instrument der operativen Raumplanung: Er erlaubt rasches Handeln und sichert gleichzeitig die Kohärenz der zukünftigen Entwicklung», fasst Julien Tobler, Director bei Wüest Partner, zusammen.
Ein durchmischtes und vernetztes Quartier
Das künftige Quartier «Place de la Gare» wird als neues Zentrum der Gemeinde konzipiert. Es wird moderne, vielfältige Wohnungen umfassen sowie Gewerbe- und Dienstleistungsflächen, die gezielt auf lokale Bedürfnisse ausgerichtet sind. Langfristig strebt die Gemeinde an, neue Einwohner:innen und Arbeitsplätze zu gewinnen sowie Einrichtungen wie eine Kindertagesstätte, Geschäfte und lokale Dienstleistungen zu schaffen.
Besonderes Augenmerk gilt der Gestaltung der öffentlichen Räume und der Förderung sanfter Mobilität. Die direkte Nähe zum SBB-Bahnhof und zu mehreren Bushaltestellen steigert die Standortattraktivität und unterstützt einen nachhaltigen Lebensstil – mit weniger Abhängigkeit vom Auto.
Nachhaltiger Mehrwert für die Gemeinde
Mit dem Projekt «Place de la Gare» schafft Grolley-Ponthaux ein neues lebendiges Zentrum. Die Entwicklung stärkt die Wohnattraktivität, belebt die lokale Wirtschaft und verbessert die Lebensqualität der Bevölkerung.
Die funktionale Mischung garantiert ein Quartier, das zu allen Tageszeiten lebt – ein Ort der Begegnung für Bewohner:innen, Arbeitnehmende und Besucher:innen. Zudem trägt die höhere Wohnungszahl dazu bei, der hohen regionalen Nachfrage nach Wohnraum gerecht zu werden und den Immobilienbestand der Gemeinde zu diversifizieren – ohne wesentliche Auswirkungen auf die aktuelle Nutzung des betroffenen Grundstücks.
Erfolgsfaktoren
Der Projekterfolg stützt sich auf mehrere Schlüsselelemente:
- Klare Governance zwischen Gemeinde und Projektpartner:innen
- Koordinierte Planung und sorgfältige Steuerung der Entwicklungsphasen
- Transparente Kommunikation gegenüber Bevölkerung und Gemeinderat
Die unabhängige Expertise von Wüest Partner stellt sicher, dass zentrale Entscheidungen – insbesondere zur Bewertung der Ausnutzungsreserve – auf soliden, nachvollziehbaren Grundlagen beruhen. So werden die Kohärenz und Nachhaltigkeit des Projekts langfristig gewährleistet und der Gemeinderat erhält eine verlässliche Entscheidungsgrundlage.
Fazit
Die Erfolgsgeschichte von Grolley-Ponthaux zeigt, dass operative Raumplanung ein kraftvoller Hebel für die Entwicklung einer Gemeinde sein kann.
Durch die Verbindung von politischer Vision, innovativem Umgang mit baulichen Ausnutzungsreserve und unabhängiger Expertise entsteht ein modernes, attraktives und nachhaltiges Zentrum. Das Projekt «Place de la Gare» verdeutlicht, wie ambitionierte Planung, starke Steuerung und erfahrene Partner:innen gemeinsam zu einem echten gemeinsamen Erfolg führen können.
