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Les perspectives européennes

Publiée: 05 novembre 2021Dernière mise à jour : 12 mai 2025

In Europa bleiben Immobilien trotz wirtschaft­licher Unsicherheiten ein gefragtes Gut. Erkennen lässt sich dies an breiter Front, so unter anderem beim Wohneigentum : In den meisten Ländern sind die Preise in diesem Segment seit dem Ausbruch der Coronapandemie gestiegen. Ein besonders starkes Jahreswachstum von über 10 Prozent verzeich­neten Länder wie die USA, Kanada, Schweden, die Niederlande oder Norwegen.

Indirekte Immobilienanlagen nahezu überall mit starkem Plus

Ein ähnliches Bild präsen­tiert  sich bei den  indirekten Immobilienanlagen : Die inter­na­tional getätigten Investitionen in Aktien von Immobiliengesellschaften führten dazu, dass die Performance in einer Vielzahl von Ländern in den ersten 8 Monaten dieses Jahres eindrü­cklich hoch war und die mittleren Jahresrenditen der davor­lie­genden Dekade deutlich übertrafen. Auffällig sind dabei insbe­sondere die Performances von Aktiengesellschaften in Bel­gien und Kanada, wo die Kurse im inter­na­tio­nalen Vergleich für gewöhnlich weniger stark schwanken und derart starke Ausschläge Seltenheitswert haben. Aber auch sie beein­drucken im laufenden Jahr mit einer Performance von 32 Prozent respektive 28 Prozent.

Immobilienmarkt Europa : Mehr Vorsicht bei Geschäftsliegenschaften

Im Vergleich zu den Kapitalmärkten bewegen sich die Märkte für Direktinvestments von Natur aus langsamer. Nichtsdestotrotz war seit dem Ausbruch der Coronapandemie bei Geschäftsliegenschaften eine erhöhte Vorsicht festzus­tellen, die zusätzlich Tempo aus dem Markt nahm. Dies zeigt sich unter anderem bei den Transaktionsvolumen an den europäi­schen Immobilienmärkten, die gemäss Real Capital Analytics (RCA) und Savills heuer noch unter dem Vorkrisen­niveau liegen und deren Umsatzverluste auch bis Ende Jahr noch nicht wettge­macht sein dürften. Das hängt viele­rorts mit dem Mangel an zum Verkauf ausges­chrie­benen Objekten zusammen. Parallel zeigen sich stagnie­rende und teilweise gar leicht steigende Anfangsrenditen, was darauf schliessen lässt, dass die Zahlungsbereitschaft der Investoren für Geschäftsobjekte etwas nachge­lassen hat. Aufgrund der langfris­tigen Trends hin zu neuen Arbeitsformen und angesichts des weiter steigenden Anteils von E‑Commerce ist die Unsicherheit bezüglich künftiger Mieteinnahmen und der Leerstandsentwicklung gestiegen, weshalb die Investoren Zurückhaltung üben. Dass die Zahlungsbereitschaft etwas zurück­ge­gangen ist, hängt sicherlich auch damit zusammen, dass sich die Leerstände bei den Büroflächen in einigen Metropolen zwischen­zeitlich erhöht haben – so zum Beispiel in London, Paris und Madrid. Am kurzfris­tigen Ende der Entwicklung lässt sich jedoch erkennen, dass die Leerstände wieder etwas abnehmen, was für eine allmäh­liche Belebung der Mieternachfrage spricht. In der Folge könnte die Zahlungsbereitschaft seitens der Investoren wieder steigen, was auf die Anfangsrenditen drückt. Es ist deshalb wahrscheinlich, dass die Rendite­kompression nach einer Zwischenpause wieder an Fahrt gewinnt. Vor allem bei Core-Objekten in den Metropolen Europas dürfte die Konkurrenz unter den Investoren sehr hoch bleiben.

Immobilienmarkt Europa Renditen

Verschiebung hin zu Wohn- und Logistikimmobilien

Weil Anlagealternativen im risikoarmen Bereich während des aktuellen globalen Tiefzinsumfelds ohnehin Mangelware sind und auch das Angebot an ausges­chrie­benen Immobilien rar ist, gewinnen Immobiliensegmente abseits der Geschäftsliegenschaften weiter an Bedeutung. Stärker als vor der Pandemie werden auf dem europäi­schen Markt Liegenschaften mit Mietwohnungen und Logistikflächen gesucht. Für die Wohnobjekte sprechen die verhält­nismässig sicheren Mieteinnahmen, die sich auch in unsicheren Zeiten sehr stabil entwi­ckeln. Die Nutzernachfrage nach Mietwohnungen dürfte sich ohnehin viele­rorts positiv entwi­ckeln, insbe­sondere dort, wo mit einem Haushaltswachstum zu rechnen ist (zum Beispiel in London und Berlin). Auch die neuerlich gestie­genen Wohneigentumspreise stützen die Nachfrage nach Mietwohnungen, da Wohneigentum für immer mehr Haushalte unersch­win­glich wird.

Logistikimmobilien ziehen ebenfalls ein wachsendes Interesse auf sich. Die Investoren glauben an die langfristig zuneh­mende Bedeutung des Onlinehandels und an den damit verbun­denen Bedarf an zusätz­lichen Logistik- und Lagerflächen. Die Nachfrage könnte noch stärker ansteigen, wenn Unternehmen ihre Abhängigkeit von der Just-in-Time-Produktion reduzieren möchten und deshalb mehr Lagerflächen zumieten. Gerade die letzten Monate haben gezeigt, dass der Unterbruch von Lieferketten ein grosses wirtschaft­liches Risiko darstellt. So kann es nicht verwundern, dass auch bei den Logistikimmobilien der Wettbewerb um die zum Verkauf stehenden Liegenschaften immer härter wird, was stark auf die Renditen drückt. Nichtsdestotrotz liegen die Renditen von Top-Logistik­objekten in den meisten Ländern immer noch 0.8 bis 1.5 Prozentpunkte über den Renditen von erstk­las­sigen Büroflächen. Eine Ausnahme bildet hier Grossbritannien, wo die Differenz inzwi­schen weniger als 0.5 Prozentpunkte beträgt

Mehr Informationen rund um die Entwicklungen im Immobilienmarkt finden Sie im neuen Immo-Monitoring.