Immobilienmarkt Deutschland 2026 | 2

Inhalt
Kennzahlen
+0,9%
Reales BIP, Prognose 2026
+2,5%
Inflation, Prognose 2026
3,6%
Zinssatz für neue Wohnungsbaukredite an private Haushalte (LZ >5 Jahre, März 2026)
Wirtschaftliches Umfeld
Die deutsche Wirtschaft ist im 1. Quartal 2026 moderat gewachsen. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte gegenüber dem Vorquartal um 0,3% zu. Wachstumsimpulse gingen vor allem von gestiegenen staatlichen und privaten Ausgaben aus. Die wirtschaftspolitischen Spannungen im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten sind in den aktuellen Daten bislang nur teilweise sichtbar und könnten sich im weiteren Jahresverlauf stärker auswirken.
Die aktuellen konjunkturellen Risiken spiegeln sich in den Stimmungsindikatoren wider: Der ifo Geschäftsklimaindex ist im April 2026 auf 86,2 Punkte gesunken und signalisiert eine spürbare Eintrübung. Sowohl die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage als auch die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate haben sich verschlechtert.
Am Arbeitsmarkt bleibt die Dynamik begrenzt; die saisonale Belebung fällt gering aus. Die Arbeitslosenquote verharrte im April 2026 bei 6,4%, während sich die Nachfrage nach Arbeitskräften auf niedrigem Niveau stabilisierte.
Die Inflationsrate stieg im April 2026 auf 2,9% und lag damit um 0,2 Prozentpunkte über dem Vormonat. Haupttreiber sind steigende Energiepreise infolge des Iran-Konflikts. Die Kerninflation (ohne Nahrungsmittel und Energie) entwickelte sich hingegen leicht rückläufig und lag bei 2,3%.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins im April 2026 unverändert bei 2,0% belassen und verweist auf gestiegene Inflationsrisiken bei gleichzeitig erhöhten Wachstumsrisiken. Vor dem Hintergrund der Energiepreisentwicklung ist eine erneute geldpolitische Straffung im Jahresverlauf nicht ausgeschlossen.
Die Renditen langfristiger Staatsanleihen stiegen zuletzt auf rund 3%, getragen von den Erwartungen steigender Staatsverschuldung.
Das wirtschaftliche Umfeld bleibt von Unsicherheiten geprägt. Belastend wirken vor allem geopolitische Risiken und energiepreisbedingte Kostensteigerungen. Gleichzeitig könnten staatliche Investitionen, insbesondere in Infrastruktur und Verteidigung, positive Impulse setzen. Angesichts bestehender handelspolitischer Unsicherheiten gewinnt der Handel innerhalb Europas sowie die Erschließung neuer Handelspartner an Bedeutung.
Vor diesem Hintergrund erwarten wir für das Gesamtjahr 2026 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,9%. Die Prognose bleibt jedoch mit den bestehenden Risiken weiter behaftet. Die Inflationsrate dürfte im Jahresdurchschnitt 2026 bei 2,5% liegen, bedingt durch den Anstieg der Energiepreise.

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