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Wüest Partner veröffentlicht Renewables Report 2025: Immobilien treiben die Energiewende

Veröffentlicht am: 28. November 2025 Letzte Aktualisierung: 02. April 2026

Deutschland ist bei der Energiewende grund­sätzlich auf Kurs, doch der Fortschritt verläuft unein­heitlich. Das zeigt der neue „Renewables Report Deutschland 2025: Immobilien und Erneuerbare Energien“ von Wüest Partner. Im ersten Halbjahr 2025 stammten bereits rund 61 Prozent des Nettostroms aus erneu­er­baren Energien, ein Plus von 3,2 Prozentpunkten gegenüber 2023. Damit sind die Erneuerbaren zur tragenden Säule der Energieversorgung geworden. Insbesondere Photovoltaikdachanlagen entwi­ckeln sich zum Motor der Energiewende, Immobilieninvestoren spielen dabei eine Schlüsselrolle.

Im 25. Jubiläumsjahr des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) bilan­ziert der Report, dass der Ausbau der erneu­er­baren Energien insgesamt gut voran­kommt, aller­dings mit klaren Unterschieden zwischen den Energieträgern. Windkraft bleibt die wichtigste Quelle, verfehlt aber weiterhin die angestrebten Ausbauziele. Solarenergie dagegen verzeichnete 2024 einen Rekordzubau von 17,3 Gigawatt. Gemäß des EEG soll künftig mindestens die Hälfte des Photovoltaikzubaus über Dachanlagen erfolgen. Damit werden PV-Dachanlagen regula­to­risch wie ökono­misch faktisch zur Pflicht und gewinnen im Immobilienportfolio deutlich an Gewicht.

„Wer verfügbare Dachflächen ungenutzt lässt, verzichtet auf planbare Zusatzrenditen, CO₂-Reduktion und Wertsteigerung. Die Rahmenbedingungen sind gut genug, man muss nur anfangen“, betont Thomas Lehmann MRICS, Partner bei Wüest Partner.

Milliardenpotenzial für Immobilienfonds und Wandel der Dach-PV

Mit dem geplanten Standortfördergesetz (StoFöG) soll sich zeitnah für insti­tu­tio­nelle Investoren ein neues Spielfeld eröffnen. Künftig könnten sie bis zu 15 Prozent ihres Vermögens in Projektgesellschaften inves­tieren und ergän­zende Infrastruktur wie Speicherlösungen oder Ladepunkte erwerben. Allein das Nettofondsvolumen offener Immobilienfonds birgt dadurch ein poten­zi­elles Investitionsvolumen von mehr als 15 Milliarden Euro.

Gleichzeitig bestehen struk­tu­relle Hürden: Überlastete Netze, schlep­pender Ausbau, politische Unsicherheit bei Einspeisevergütungen und wachsende Phasen negativer Strompreise dämpfen die Dynamik. Der Anteil von Gebäudesolaranlagen fiel 2025 erstmals unter die 50-Prozent-Marke. Ohne ausrei­chende Speicherlösungen drohen zudem Ertragseinbußen, weil die Zahl der Stunden mit negativen Strompreisen zunimmt und Strom oft dann produ­ziert wird, wenn er am Markt wenig wert ist.

Dennoch bleibt das Potenzial enorm: Auf deutschen Industrie- und Logistikdächern liegen laut Angaben von GARBE rund 360 Millionen Quadratmeter ungenutzte Flächen – mit einem technisch instal­lier­baren Potenzial von circa 36 Gigawatt.

„Die Zeit langfristig garan­tierter EEG-Zahlungen ist womöglich vorbei. Ein ‚Weiter so‘ ist unter diesen Bedingungen langfristig nicht möglich“, sagt Lehmann MRICS. „Für Investoren mit immobi­li­en­wirt­schaft­lichem Hintergrund wird eine sorgfältige Prüfung des Energiemarktes vor einem Markteintritt umso wichtiger.“

Trotz der Hindernisse bleiben Investitionen in PV-Dachanlagen wirtschaftlich attraktiv. Ein hoher Direktverbrauch ist dabei der wichtigste Hebel, um Cashflow zu steigern. Zudem sind PV-Anlagen ein strate­gi­sches ESG-Instrument, das den CO₂-Fußabdruck senkt und die Mieterbindung stärkt.

Praxisnahe Insights von Marktführern

Die Renewables Report enthält auch Interviews mit führenden Marktteilnehmern. Thomas Kallenbrunnen (GARBE Infrastructure GmbH) und Moritz Wickert (GARBE Renewable Energy – GREEN GmbH) berichten von über 100 Megawatt reali­sierten Projekten. Alessandro Mauri (Voltaro Energy GmbH) erläutert konkrete Vergütungsmodelle und Umsetzungsstrategien.

Mit dem Real Assets Approach verbindet Wüest Partner die Bereiche Immobilie und Infrastruktur auch in der Bewertung. Der Report liefert Investoren damit nicht nur einen Marktüberblick, sondern praxisnahe Strategien und klare Einschätzungen zu Chancen und Risiken.