Weiter zum Ihnhalt

Klimarisiken in Deutschland:Versicherungslücken und Versicherbarkeit

von Katharina Heitmann, Jacqueline Schweizer, Annika Steiner MRICS und Sophie Nieder

Katharina Heitmann Jacqueline Schweizer Annika Steiner MRICS Sophie Nieder

Veröffentlicht am: 22. Oktober 2026 Letzte Aktualisierung: 22. Oktober 2026

Der Klimawandel wird immer spürbarer und beein­flusst Häufigkeit und Intensität verschie­dener Naturgefahren, denen der deutsche Gebäudebestand ausge­setzt ist. Je nach Naturgefahr und Region bestehen jedoch erheb­liche Unterschiede im Versicherungsschutz. Die vorlie­gende Untersuchung verknüpft die Exposition gegenüber Starkregen, Flusshochwasser, Küstenhochwasser sowie Erdrutschen mit Versicherungsdaten auf Landkreisebene. Sie zeigt, wo physische Risiken und fehlender Versicherungsschutz zusam­men­treffen, wie sich die Versicherungslücke unter verschie­denen Emissionsszenarien entwi­ckeln könnte und wer im Schadenfall die ungedeckten Kosten trägt. Abschließend werden Ansätze vorge­stellt, wie Versicherungsschutz und Versicherbarkeit langfristig gestärkt werden könnten.

Wenn Klimarisiken zu Finanzrisiken werden

Der Klimawandel verändert die Gefahren, denen der deutsche Gebäudebestand ausge­setzt ist. Doch nicht für jede dieser Gefahren besteht ein Versicherungsschutz. Für Eigentümerinnen und Eigentümer, Banken und die öffent­liche Hand stellt sich deshalb eine praktische Frage: Wer trägt die Kosten, wenn ein Gebäude von Starkregen, Hochwasser oder einem Erdrutsch getroffen wird und der Versicherungsschutz fehlt? Dieser Artikel ist der zweite Teil einer Untersuchung zu den Klimarisiken für den deutschen Gebäudebestand. Er zeigt, wo Klimarisiken und Versicherungsdeckung ausein­an­der­klaffen und wie sich diese Lücke unter verän­derten Klimabedingungen entwi­ckeln könnte.

Hitze macht den Klimawandel spürbar

Die vergan­genen Sommer haben gezeigt, wie spürbar der Klimawandel in Deutschland geworden ist – besonders durch Hitze. Deren Folgen reichen von gesund­heit­lichen Belastungen bis zu höheren Kosten für die Anpassung von Gebäuden. Gleichzeitig begünstigt die Erwärmung auch klassische Schadengefahren: Wärmere Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen und damit das Potenzial für Starkregen erhöhen.

Hitze und Starkregen nehmen künftig stark zu

Im ersten Teil (vergleiche dazu: Der Klimawandel und die künftigen Risiken für den Gebäudebestand in Deutschland) haben wir unter­sucht, wie sich die Gefährdung durch sechs Naturgefahren unter verschie­denen Emissionsszenarien entwi­ckeln könnte: Hitze, Starkregen, Fluss- und Küstenhochwasser, Stürme und Erdrutsche. Als Ausgangslage dient ein histo­ri­scher Referenzzeitraum, der um das Jahr 2000 zentriert ist. Besonders deutlich nimmt die Exposition gegenüber Hitze und Starkregen zu.

Risikokarten und Versicherungsdaten

Für die vier Gefahren verknüpfen wir die Expositionsanalyse aus Teil 1 mit der vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ausge­wie­senen Elementarschaden-Versicherungsdichte auf Landkreisebene. Die Datensätze erfassen unter­schied­liche Gebäudebestände: Die Expositionsanalyse umfasst alle Gebäude in Deutschland, die GDV-Daten dagegen nur Wohngebäude. Die Ergebnisse sind deshalb als Näherungen zu verstehen und zeigen Größenordnungen und regionale Muster, nicht exakte Bestände. Ergänzend wurden Fachleute aus Versicherungswirtschaft und Klimaforschung zu den Ergebnissen und möglichen Lösungsansätzen befragt.

Für die vier Gefahren verknüpfen wir die Expositionsanalyse aus Teil 1 mit der vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ausge­wie­senen Elementarschaden-Versicherungsdichte auf Landkreisebene. Die Datensätze erfassen unter­schied­liche Gebäudebestände: Die Expositionsanalyse umfasst alle Gebäude in Deutschland, die GDV-Daten dagegen nur Wohngebäude. Die Ergebnisse sind deshalb als Näherungen zu verstehen und zeigen Größenordnungen und regionale Muster, nicht exakte Bestände. Ergänzend wurden Fachleute aus Versicherungswirtschaft und Klimaforschung zu den Ergebnissen und möglichen Lösungsansätzen befragt.



Abbildung 1

Vom Klimawandel zur Versicherungslücke

Wie Naturgefahren auf Gebäude treffen und daraus ungedeckte Schäden entstehen



Kontaktieren Sie unsere Expert:innen für weitere Insights.