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Der Klimawandel und die künftigen Risiken für den Gebäudebestand in Deutschland

von Annika Steiner MRICS, Sophie Nieder, Katharina Heitmann und Jacqueline Schweizer

Annika Steiner MRICS Sophie Nieder Katharina Heitmann Jacqueline Schweizer

Veröffentlicht am: 15. Juli 2026 Letzte Aktualisierung: 05. August 2026

Die vorliegende Analyse zeigt, welche Regionen und wie viele Gebäude in Deutschland künftig – unter verschiedenen Emissionsszenarien – von Hitze, Starkregen, Küsten- und Flusshochwasser, Stürmen sowie Erdrutschen betroffen sein könnten.

Der Klimawandel wird immer spürbarer. Eine außer­ge­wöhn­liche Hitzewelle sorgte im Juni 2026 für zahlreiche Temperaturrekorde in Deutschland und reiht sich in eine Serie extremer Wetterereignisse ein. Neben solchen akuten Extremereignissen rücken auch die langfris­tigen, schlei­chenden Veränderungen, denen der deutsche Gebäudebestand ausge­setzt ist, in den Fokus. Die vorlie­gende Analyse zeigt, welche Regionen und wie viele Gebäude in Deutschland künftig – unter verschie­denen Emissionsszenarien – von Hitze, Starkregen, Küsten- und Flusshochwasser, Stürmen sowie Erdrutschen betroffen sein könnten.

Der Klimawandel macht sich in Europa deutlich bemerkbar

Der Klimawandel ist in den Messdaten klar erkennbar. So wurde 2024 erstmals die 1,5‑Grad-Marke überschritten. Das bedeutet, dass die globale Durchschnittstemperatur zum ersten Mal mehr als 1,5 Grad Celsius über dem Referenzwert der vorin­dus­tri­ellen Periode (1850–1900) lag. Dieser Wert wurde im Pariser Klimaabkommen von 2015 als kritische Schwelle definiert, die einge­halten werden sollte, um die gravie­rendsten Folgen des Klimawandels abzuwenden. Zwar liegt der Fünfjahresdurchschnitt weiterhin unterhalb dieser Grenze, doch die Auswirkungen sind längst spürbar – besonders deutlich in Europa.

Die besondere Betroffenheit Europas hat auch geogra­fische Gründe: Auf der Nordhalbkugel gibt es deutlich mehr Landflächen als auf der Südhalbkugel. Da sich Land wesentlich schneller und stärker erwärmt als die Ozeane, sind die Temperaturen in Europa überdurch­schnittlich stark gestiegen. Selbst der Fünfjahresdurchschnitt liegt hier seit 2016 durch­gehend über der 2‑Grad-Marke. Die Erwärmung verändert wiederum das gesamte Wettersystem und führt zu inten­si­veren Hitzeperioden sowie zu hefti­geren Niederschlägen. Diese Entwicklungen wirken sich direkt auf den Gebäudebestand aus – von der Materialbeanspruchung über die Energieeffizienz bis hin zur Attraktivität und Versicherbarkeit von Immobilien.

Extremereignisse mit Milliardenschäden

Die wirtschaft­lichen Auswirkungen der Klimaerwärmung sind erheblich. Die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 kostete viele Menschenleben und zählt mit Schäden von rund 40,5 Milliarden Euro zu den teuersten Naturkatastrophen der deutschen Geschichte; der Großteil davon war nicht versi­chert. Solche Ereignisse sind längst keine Ausnahmen mehr: Überschwemmungen, Hitze und Stürme verur­sachen in Deutschland Jahr für Jahr Schäden in Milliardenhöhe. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) regis­triert seit Jahren steigende Gebäudeschäden infolge von Elementarereignissen. Hinzu kommen weniger sichtbare, aber kostspielige Langzeitfolgen: Fassadenrisse durch Temperaturschwankungen, Schimmelschäden nach Überflutungen oder steigende Kühlkosten in überhitzten Städten. Diese zuneh­menden Belastungen stellen nicht nur Eigentümer und Investoren, sondern auch die öffent­liche Hand vor wachsende Herausforderungen und tragen dazu bei, dass Klimarisiken zunehmend zu Marktrisiken werden.


In der vorlie­genden Studie haben wir unter­sucht, wie sich die künftige Entwicklung des Klimas auf die Häufigkeit und Intensität von sechs für Deutschland besonders relevanten Naturgefahren auswirken. Diese entstehen als Folge von Wetterextremen und betreffen den Gebäudebestand Deutschland unmit­telbar.


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