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Neue Chancen vor den Toren Hamburgs: Wachstum und Attraktivität des Umlands

Veröffentlicht am: 17. März 2025 Letzte Aktualisierung: 02. April 2026

Fluss, Gasse, Glasgebäude im Hintergrund, hamburg

In den letzten Jahren zeigte sich in der Metropolregion Hamburg ein deutlicher Trend: Trotz der anhal­tenden Attraktivität der Stadt Hamburg als Zuzugsziel verzeichnen die umlie­genden Kreise eine zuneh­mende Abwanderung von Hamburgern. Im Jahr 2023 zogen rund 22.300 Menschen aus der Stadt in die benach­barten Landkreise – ein Hinweis darauf, dass viele Bewohner Hamburgs das städtische Leben hinter sich lassen, um in ruhigere und günstigere Wohngegenden zu ziehen. Die Hauptgründe für diese Wanderungsbewegung sind vor allem die hohen Lebenshaltungskosten und die begrenzten Wohnmöglichkeiten in Hamburg. Besonders für Familien und junge Berufspendler stellt der hohe Mietpreis eine große Herausforderung dar. Das Hamburger Umland bietet hier attraktive Alternativen: Es gibt mehr erschwing­liche Wohnungen und ein ruhigeres Lebensumfeld. Trotz dieser Entwicklung bleibt Hamburg ein wichtiger Wirtschaftsstandort, der nach wie vor viele Menschen anzieht. Gleichzeitig stärkt die Zuwanderung in die angren­zenden Landkreise deren Wirtschaft. Das gut ausge­baute Verkehrsnetz zwischen der Stadt und dem Umland sorgt dafür, dass Pendler weiterhin von den beruf­lichen und kultu­rellen Angeboten der Metropole profi­tieren können. Insgesamt zeichnet sich eine dynamische Entwicklung in der Metropolregion Hamburg ab, von der die Stadt und das Umland gleicher­maßen profi­tieren.

Analyse des Hamburger Umlands 

Eine aktuelle Analyse hat sich genauer mit der Entwicklung der 35 Städte und Gemeinden rund um Hamburg befasst. Das zugrunde liegende Ranking basiert auf 13 Indikatoren, darunter die Bevölkerungsentwicklung, der Wohnungsbestand, der Pendlersaldo und die Anzahl der sozial­ver­si­che­rungs­pflichtig Beschäftigten. Zusätzlich wurden die Angebotsmieten für Wohnungen und Büros sowie die Angebotspreise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser berück­sichtigt. Entscheidend sind dabei nicht die absoluten Werte, sondern die relative Entwicklung der einzelnen Indikatoren. Für jede Variable wurde die relative Veränderung ermittelt und mit den relativen Veränderungen der anderen Gemeinden verglichen. Auf dieser Basis wird für alle 13 Indikatoren eine Teilnote von 1 (höchste Bewertung) bis 5 (niedrigste Bewertung) vergeben. Die Teilnoten werden für jede unter­suchte Gemeinde zu einer Gesamtnote verrechnet.

Bevölkerungsentwicklung: Ein Mosaik aus Wachstum und Rückgang

Die demogra­fische Entwicklung im Hamburger Umland ist von regio­nalen Unterschieden geprägt. Zwischen 2018 und 2023 wuchs die Bevölkerung Hamburgs um 3,7 Prozent, während die 35 ausge­wählten Umlandgemeinden nur ein Wachstum von 2,9 Prozent verzeich­neten. Trotz des Wachstums im Umland bleibt Hamburg als wirtschaft­liches und kultu­relles Zentrum der Region weiterhin der Hauptanziehungspunkt für Zuzügler. Besonders im südlichen Umland sind starke Wachstumsraten zu beobachten. Ein heraus­ra­gendes Beispiel ist Escheburg, das einen Anstieg von 16,7 Prozent verzeichnete. Mit etwa 4.000 Einwohnern zählt Escheburg zwar zu den kleineren Gemeinden, scheint jedoch den Zuzug gut zu bewäl­tigen. Auch in Neu Wulmstorf (7,4 Prozent) und Geesthacht (7,2 Prozent) wuchs die Bevölkerung, was auf eine attraktive Lage und gute Infrastruktur hinweist. Im Gegensatz dazu zeigen einige Gemeinden negative Entwicklungen. Braak verzeichnete einen Rückgang von 4,7 Prozent, und in Börnsen sank die Bevölkerung um 1,8 Prozent. Die Bevölkerung in der Gemeinde Appen blieb zwischen 2018 und 2023 nahezu konstant mit einem minimalen Plus von 0,1 Prozent, was auf eine stabile, aber wenig dynamische Entwicklung schließen lässt.

Bautätigkeit: Wachstum von Wohnungsbestand und Bevölkerung im Einklang

Das stabile Bevölkerungswachstum im Hamburger Umland wird weitgehend durch die Entwicklung des Wohnungsbestands aufge­fangen, beide stiegen mit einer Rate von 2,9 Prozent. In einigen Gemeinden fallen die Wachstumsraten des Wohnungsbestands jedoch unter­durch­schnittlich aus oder bleiben hinter der jewei­ligen Bevölkerungsentwicklung zurück. So verzeichnete Escheburg zwar einen überdurch­schnitt­lichen Anstieg des Wohnungsbestands zwischen 2018 und 2023 von 7,9 Prozent, jedoch stieg die Bevölkerung im selben Zeitraum um beein­dru­ckende 16,7 Prozent. Dies zeigt, dass Escheburg den Zuzug erkannt hat und aktiv auf die steigende Nachfrage reagiert. In Neu Wulmstorf stieg der Wohnungsbestand um 8,2 Prozent am stärksten, gleich­zeitig stieg die Bevölkerungszahl um 7,4 Prozent. Auch die Gemeinde Drage konnte mit einem Anstieg des Wohnungsbestands um 4,8 Prozent ein solides Wachstum verzeichnen. Diese Gemeinden haben erfolg­reich auf die zuneh­mende Nachfrage reagiert und weisen eine positive Entwicklung im Einklang von Bevölkerung und Wohnraum auf. Im Gegensatz dazu zeigen einige Gemeinden deutlich geringere Wachstumsraten, was auf unter­schied­liche Herausforderungen und Entwicklungsbedingungen hinweist. So stieg der Wohnungsbestand in Appen und Stapelfeld lediglich um 1,3 Prozent, während Wentorf bei Hamburg mit 1,0 Prozent und Braak mit 0,8 Prozent noch geringere Zuwächse verzeich­neten. Trotz dieser eher moderaten Wachstumsraten ist es ein positives Signal, dass in allen 35 unter­suchten Gemeinden der Wohnungsbestand im Vergleichszeitraum gestiegen ist.

Wohnungsmieten im Hamburger Umland ziehen spürbar an

Der Hamburger Mietmarkt entwi­ckelte sich seit dem 3. Quartal 2021 bis zum 3. Quartal 2024 dynamisch, was sich auch im Umland bemerkbar macht. Besonders gefragt sind Orte mit guter Anbindung an Hamburg, was die Preise vielerorts weiter steigen lässt und die Suche nach bezahl­barem Wohnraum erschwert. Im Durchschnitt erhöhten sich die Mieten in den 35 unter­suchten Umlandgemeinden um 15,7 Prozent, während Hamburg im gleichen Zeitraum einen Mietanstieg von 11,3 Prozent verzeichnete. Besonders starke Mietsteigerungen verzeich­neten Rellingen (+24,7 Prozent), gefolgt von Pinneberg (+23,3 Prozent), Bönningstedt (+22,4 Prozent) und Wedel (+22,0 Prozent). In anderen Gemeinden fiel der Mietpreisanstieg moderater aus: In Reinbek (+9,8 Prozent), Rosengarten (+8,6 Prozent), Tangstedt (+6,1 Prozent) und Bargfeld-Stegen (+3,1 Prozent) lag der Anstieg klar unter dem Durchschnitt.

Auch bei den absoluten Mietpreisen gibt es erheb­liche Unterschiede. Die höchsten Mieten im Hamburger Umland werden derzeit in Stapelfeld (14,01 EUR/qm), Rellingen (13,62 EUR/qm) und Norderstedt (13,59 EUR/qm) verlangt. Zum Vergleich: In Hamburg beträgt die durch­schnitt­liche Miete 15,92 EUR/qm. Wer hingegen günstiger wohnen möchte, findet in Tangstedt (10,66 EUR/qm), Bargfeld-Stegen (10,64 EUR/qm) und Jork (10,46 EUR/qm) die niedrigsten Mietpreise im Umland. Diese Entwicklung verdeut­licht, wie heterogen sich der Mietwohnungsmarkt im Hamburger Umland gestaltet. Insbesondere die direkte Nähe zur Hansestadt erweist sich als ein entschei­dender Faktor, der die Mietpreise maßgeblich beein­flusst und in vielen Gemeinden zu deutlichen Steigerungen führt.

Angebotspreise für Eigentumswohnungen und Eigenheime weiterhin unter Druck

Die Angebotspreise für Eigentumswohnungen im Umland von Hamburg verzeich­neten zwischen dem vierten Quartal 2021 und dem vierten Quartal 2024 einen Rückgang von 6,2 Prozent, während in Hamburg die Preise um 2,5 Prozent fielen. Besonders stark waren die Rückgänge in Norderstedt (-15,8 Prozent), Schenefeld (-16,4 Prozent) und Geesthacht (-22,0 Prozent). Insgesamt sanken die Preise in 29 von 35 Umlandgemeinden, was den anhal­tenden Druck auf den Markt verdeut­licht. Gemeinden wie Tangstedt (18,2 Prozent), Bönningstedt (8,5 Prozent) und Barsbüttel (4,5 Prozent) verzeich­neten jedoch auch Anstiege. Die Preissteigerungen deuten auf eine verstärkte Nachfrage in diesen Gemeinden hin, die oftmals auf die bessere Anbindung an Hamburg und andere wirtschaft­liche Faktoren zurück­zu­führen sind.

Die unter­schied­lichen Preisentwicklungen im Hamburger Umland lassen sich durch mehrere Faktoren erklären. In den Regionen mit Preissteigerungen spielen eine hohe Nachfrage nach Wohnraum, eine gute infra­struk­tu­relle Anbindung sowie poten­zielle Investitionen in lokale Entwicklungen eine Rolle. Gleichzeitig haben die stark gestie­genen Zinsen die Kaufkraft poten­zi­eller Käufer beein­trächtigt, was die allge­meine Preisentwicklung dämpft. In Gemeinden und Städten mit Preisrückgängen könnten eine Überversorgung des Marktes, wirtschaft­liche Unsicherheiten oder eine verän­derte Nachfrage nach Immobilien verant­wortlich sein. Auch hier hat der Zinsanstieg die Kaufentscheidung vieler Interessenten negativ beein­flusst und die Preisrückgänge weiter verstärkt.

In Bönningstedt (4.433 EUR/qm), Rellingen (4.402 EUR/qm) und Tangstedt (4.308 EUR/qm) überschreiten die Angebotspreise die Marke von 4.000 Euro. Deutlich günstiger sind Geesthacht (2.373 EUR/qm), Drage (2.783 EUR/qm) und Winsen (Luhe) (2.915 EUR/qm). Im Vergleich dazu liegt der Angebotspreis in Hamburg bei 5.970 EUR/qm.

Auch der Markt für Einfamilienhäuser im Umland von Hamburg hat sich zwischen dem vierten Quartal 2021 und dem vierten Quartal 2024 insgesamt rückläufig entwi­ckelt. Im Durchschnitt sanken die Angebotspreise um 6,2 Prozent, während in Hamburg ein noch stärkerer Rückgang von 11,9 Prozent verzeichnet wurde. Diese Entwicklung verdeut­licht die anhal­tenden Herausforderungen auf dem Immobilienmarkt, die durch eine Kombination aus gestie­genen Zinsen und verän­derten Nachfragestrukturen beein­flusst werden. Von den 35 unter­suchten Gemeinden verzeich­neten 30 einen Rückgang der Angebotspreise. Besonders starke Rückgänge gab es in Halstenbek (-17,8 Prozent), Norderstedt (-16,7 Prozent) und Börnsen (-15,5 Prozent). Diese Gemeinden erlebten erheb­liche Preisabschläge, was auf eine gedämpfte Nachfrage sowie poten­ziell auf eine Überversorgung des Marktes hindeutet. Auch in Reinbek (-15,5 Prozent) gingen die Preise zurück, während Appen einen deutlichen Preisanstieg von 8,9 Prozent verzeichnete. Der Preisanstieg in Appen könnte durch eine gestiegene Nachfrage sowie die relativ günstigen Preisniveaus in der Region bedingt sein. Ebenso konnten Delingsdorf (+2,1 Prozent) und Drage (+4,9 Prozent) moderate Preissteigerungen verzeichnen, was ebenfalls auf eine zuneh­mende Nachfrage und die attrak­tivere Lage dieser Gemeinden hinweist. Bei den absoluten Preisen liegen Schenefeld (4.503 EUR/qm) und Stapelfeld (4.686 EUR/qm) deutlich über dem Durchschnitt im Umland. Im Vergleich dazu gehören Geesthacht (3.061 EUR/qm) und Jork (2.868 EUR/qm) zu den Gemeinden mit den niedrigsten Preisen, was sie zu vergleichs­weise kosten­güns­tigen Alternativen im Hamburger Umland macht (Vergleich: Hamburg 5.216 EUR/qm).

Gemeinde Stelle: Überraschender Spitzenreiter im Umland-Ranking

Die Gemeinde Stelle hat sich in den letzten Jahren zu einem aufstre­benden Standort im Hamburger Umland entwi­ckelt und ist inzwi­schen ein beliebter Wohnort für viele geworden. Dank der exzel­lenten Verkehrsanbindung an Hamburg über die Bahnstrecke Hamburg-Lüneburg sowie die Autobahn A39 und der natur­nahen Lage ist Stelle besonders für Pendler und Familien attraktiv. Die Gemeinde vereint eine hohe Lebensqualität mit einer ruhigen, ländlichen Umgebung und modernen Wohnmöglichkeiten.

Stelle hat in einer Vielzahl von relevanten Indikatoren eine heraus­ra­gende Entwicklung bewiesen und in den letzten Jahren konstant Spitzenwerte erzielt. In einer umfas­senden Analyse der 13 wichtigsten Indikatoren erzielte Stelle in neun Kategorien die Bestnote (Note 1), was die Attraktivität und das Potenzial des Standorts unter­streicht. Die Bestnote erhielt Stelle u.a. bei der Baufertigstellungen, Bevölkerungsentwicklung, Entwicklung der Angebotspreise für Eigentumswohnungen, Entwicklung der Büromieten sowie die Anzahl der Einpendler und der Entwicklung der Beschäftigten am Arbeitsort. In zwei weiteren Bereichen erzielte die Gemeinde die Note 2, was ebenfalls eine starke Leistung wider­spiegelt. Diese exzel­lenten Bewertungen belegen nicht nur die hohe Lebensqualität, sondern auch die nachhaltige Entwicklung und die zukunfts­ori­en­tierte Ausrichtung der Gemeinde. Die Immobilienpreise in Stelle spiegeln diese positive Entwicklung. Dadurch ist Stelle eine attraktive Option für Investoren und Eigenheimbesitzer, die auf der Suche nach einem stabilen und zukunfts­fä­higen Markt sind. Angesichts der konti­nu­ier­lichen positiven Entwicklung und dem vergleichs­weise günstigen Miet- und Kaufpreisniveau nimmt Stelle eine heraus­ra­gende Spitzenposition unter den Umlandgemeinden ein. Etablierte Gemeinden wie Pinneberg oder Glinde, die zwar mit hohen absoluten Werten in den Kategorien und einem insgesamt hohen Preisniveau sowie einem stabilen sozio­de­mo­gra­fi­schen und sozio­öko­no­mi­schen Niveau punkten, landen im Vergleich dazu lediglich im oberen Mittelfeld des Rankings. Ihr Entwicklungstempo bleibt hinter dem dynami­schen Wachstum einiger aufstre­bender Gemeinden zurück.

Top-10 des Hamburger Umlandrankings:

RangGemeindeNote
1Stelle1,54
2Escheburg1,77
3Bönningstedt1,85
4Bargteheide, Stadt1,92
5Pinneberg, Stadt2,15
Rellingen
Jersbek
8Oststeinbek2,23
9Glinde, Stadt2,31
Seevetal

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