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Immer mehr Wohnraum pro Person

28. September 2021

Der Wohnraum wird immer grösser.

Rund 30 Prozent der Arbeitszeit könnte künftig in jenen Branchen von zu Hause aus gearbeitet werden, in denen die Tätigkeiten es zulassen. Viele von uns werden auch langfristig mehr Zeit daheim verbringen. Und einige Haushalte werden demzufolge mehr Wohnraum benötigen, damit sich die Heimarbeitenden mit einem Monitor und anderen Arbeitsutensilien gut einrichten können.

Nachfrage nach grösseren Wohnungen nimmt wegen Covid-19 zu

Dass die Nachfrage nach grösseren Wohnungen gestiegen ist, um im Homeoffice unter möglichst guten Bedingungen arbeiten zu können, zeigt sich besonders ausgeprägt im Mietwohnungsmarkt. Die Zahl der Suchabos für 3- bis 4.5-Zimmer-Wohnungen lag im Juni 2021 am deutlichsten über dem Niveau des Vorjahresmonats. Vergegenwärtigt man sich, dass gerade Ein- und Zweipersonenhaushalte einen immer höheren Anteil am Gesamtsaldo der zusätzlichen Haushalte pro Jahr ausmachen, ist dies besonders eindrücklich. Die Zusatznachfrage bei kleineren Wohnungen mit 1- bis 2.5-Zimmer-Wohnungen war jüngst gar negativ. Entsprechend ist davon auszugehen, dass der Wohnflächenverbrauch pro Kopf als Folge der Covid-19-Pandemie zunehmen wird.


Grösserer Wohnraum ist gefragt, insbesondere nach 3-4.5-Zimmer-Wohnungen.

Alterung der Gesellschaft erhöht den Bedarf an Wohnraum


Bereits vor der Corona-Pandemie hat der Wohnflächenverbrauch in der Schweiz kontinuierlich zugenommen. Nach den neusten Auswertungen liegt er derzeit bei 46 Quadratmetern pro Person. In den Ostschweizer Kantonen Thurgau und Schaffhausen sowie in den beiden Appenzeller Halbkantonen wird am meisten Wohnfläche pro Person beansprucht. Deutlich unterdurchschnittlich ist der Wert in den städtisch geprägten Kantonen Genf und Basel-Stadt. Der Grund für diesen langjährigen Trend ist nur in zweiter Linie die vermehrte Nachfrage nach grösseren Wohnungen. Primär dafür verantwortlich ist die rückläufige Belegungsdichte pro Wohnung, die den Wohnflächenverbrauch pro Person erhöht, und die stark steigende Zahl von Haushalten mit nur einer oder zwei Personen leistet hierzu einen entscheidenden Beitrag.

Bei einer Auswertung nach Lebensphasen zeigt sich, dass ab einem Alter von 55 Jahren die Belegungsdichte in einem Mieterhaushalt stark abnimmt, wodurch sich der mittlere Wohnflächenverbrauch erhöht. Oft trifft dies dann zu, wenn die Kinder ausziehen und einen eigenen Haushalt gründen oder in einen anderen Haushalt einziehen. Den höchsten Wohnflächenverbrauch pro Kopf verbuchen Personen ab 75 Jahren – dies vor allem deshalb, weil der Anteil Einpersonenhaushalte in dieser Altersklasse stark überdurchschnittlich ist.

Infolge der weiter zunehmenden Alterung unserer Gesellschaft wird die Zahl der benötigten Wohnungen für die zusätzlich entstehenden Haushalte weiter steigen. Dies bedeutet auf der einen Seite, dass die intensive Neubauproduktion von Mietwohnungen dadurch zusätzliches Nachfragepotenzial erhält. Auf der anderen Seite heisst es aber auch, dass insbesondere an grossstädtischer Lage, wo noch immer Wohnungsknappheit herrscht, auch langfristig ein Nachfrageüberhang bestehen könnte.


Dei Belegungsdichte erhöht den -bedarf an Wohnraum.

Mehr Informationen zum Wohnungsmarkt finden Sie in den Ausführungen des «Immo-Monitorings».

Neue Einschätzungen zur Entwicklung der Leerstandszahlen in der Schweiz finden Sie hier.