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Neuer Pflegeheim-Atlas: Bedarf an Pflegeheimplätzen wird bis 2035 deutlich steigen

26. Oktober 2021

Person, Human, Suit

Anfang November wird Wüest Partner den neuen Pflegeheim-Atlas veröffentlichen. Bereits in der dritten Auflage analysieren wir darin die demografischen Verschiebungen in Deutschland, untersuchen die Aktivitäten auf dem Markt für Pflegeimmobilien und prognostizieren den Bedarf an Heimplätzen bis 2035. Als kleinen Vorgeschmack präsentieren wir nachfolgend einige der spannendsten Ergebnisse des Pflegeheimatlas 2021: 

Besonders im Osten wurde kräftig gebaut 

Das Zahl der Pflegeheime hat sich im Vergleich zu 2009 insbesondere in den ostdeutschen Bundesländern kräftig erhöht. In Mecklenburg-Vorpommern (64,9%), Brandenburg (61,5%), Thüringen (57,7%) und Sachsen-Anhalt (57,1%) stehen heute mehr als doppelt so viele Heime wie noch vor gut zehn Jahren. 

Die Bedeutung der häuslichen Pflege nimmt zu 

Immer mehr Pflegebedürftige werden in der häuslichen Unterkunft, ambulant oder teilstationär gepflegt und versorgt. Das zeigt der Rückgang der Pflegequote, die angibt, wie hoch der Anteil aller Pflegebedürftigen in Heimunterbringung ist. Zum Jahreswechsel 2015/2016 lag diese noch bei 30 Prozent, was bedeutet, dass fast jeder dritte Pflegebedürftige in einem Pflegeheim untergebracht war. Bis 2019 ist die Pflegequote auf 23 Prozent gesunken. 

Steigender Bedarf an Heimplätzen bis 2035 

Die Zahl der Pflegebedürftigen hat sich zwischen 2015 und 2019 um rund 1,27 Millionen Personen auf 4,13 Millionen erhöht. Das ist ein Plus von 44,3 Prozent. Bis 2035 prognostizieren die Experten von Wüest Partner einen weiteren Anstieg um 320.000 Personen auf 4,8 Millionen Pflegebedürftige. Entsprechend erhöht sich auch der Bedarf an Pflegeheimplätzen. Bis zu 157.000 zusätzliche Pflegeheimplätze werden benötigt. 

Bedarf fällt regional sehr unterschiedlich aus 

Dabei gibt es deutliche regionale Unterschiede, denn neben einzelnen regionalen Schwerpunkten im Osten Deutschlands, wie beispielsweise den Landkreisen Rostock, Vorpommern-Greifswald und Barnim, weisen insbesondere westdeutsche Regionen einen erhöhten Bedarf auf. Das liegt darin begründet, dass in den ostdeutschen Bundesländern nach der Wiedervereinigung und auch in den zurückliegenden Jahren bereits viele Heime errichtet wurden. 

Auf Bundeslandebene besteht der höchste Bedarf auch in den bevölkerungsreichsten Ländern. Bayern steht hierbei an oberster Stelle. Gemäß Prognose müssen in dem Freistaat bis 2035 knapp 30.000 zusätzliche Heimplätze geschaffen werden. Dahinter folgen Nordrhein-Westfalen mit knapp 25.000 Plätzen und Baden-Württemberg mit knapp 21.000 Plätzen. Der vollständige Pflegeheim-Atlas wird am 10. November veröffentlicht.

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