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Investmentpotenziale in Europa nach Covid-19

08. Juli 2021

Investoren adjustieren ihren Investmentfokus aufgrund der Folgen der Coronavirus-Pandemie neu. Im Zuge des Brexits und der damit verbundenen Unsicherheit der wirtschaftlichen Entwicklung werden bereits alternative Bürostandorte zum einstigen Primus London gesucht. Wüest Partner hat ein Rating für 30 europäische Städte durchgeführt, um jene Metropolen zu identifizieren, in denen sich die Erfolgsaussichten für Investitionen in den Bürosektor verbessert haben und jene, in denen es gesunken ist.

Methodik des Rankings

Bei der Erstellung des Ratings wurden 16 Kennziffern berücksichtigt. Prämisse der Untersuchung war dabei, dass die wirtschaftliche Resilienz während der Covid-19-Pandemie in den Städten größer ist, die es geschafft haben, die Übersterblichkeit in der Bevölkerung gering zu halten. Ein weiterer Faktor ist der Umfang der staatlichen Unterstützungsprogramme für die Wirtschaft. Da ein enger Zusammenhang zwischen dem Investitionsvolumen der Anleger und der wirtschaftlichen Entwicklung einer Metropole besteht, wurde diese für das Rating ebenfalls berücksichtigt. Zudem wurde der Anteil der besonders zukunftsträchtigen Branchen an der Gesamtbeschäftigung in den jeweiligen Städten einkalkuliert. So haben sich beispielsweise die Perspektiven für die Städte mit einem hohen Beschäftigungsanteil in der Informations- und Kommunikationsbranche während der letzten Monate stark verbessert. Neben diesen Variablen wurden weitere Einflussgrößen miteinbezogen, die die aktuelle immobilienmarktspezifische Attraktivität repräsentieren, wie beispielweise der Leerstand, Veränderung und Niveau der Mietpreise, die Absorption neu erstellter Flächen und die realen Renditen im Vergleich zu den jeweiligen Staatsanleihen. 

Ranking: Die Investmentpotenziale sind in Berlin besonders hoch.

Investmentpotenziale: Berlin an der Spitze

Mit Berlin, München und Frankfurt rangieren gleich drei deutsche Metropolen in den Top-10 der Investmentpotenziale, wobei die Bundes- und die bayerische Landeshauptstadt die vorderen beiden Ränge belegen. Es folgen Stockholm, Oslo, Amsterdam, Helsinki, Rotterdam, Zürich, Frankfurt und London. 

Damit ist Berlin gemäß Rating die derzeit attraktivste Stadt für Investitionen in den Büroimmobilienmarkt. Die Spreemetropole zeichnet sich durch eine vergleichsweise niedrige Leerstandsrate von 2,3 Prozent und eine gute Absorption der neu auf den Markt gelangenden Flächen aus. Darüber hinaus ist hier der Anteil zukunftsträchtiger Branchen am Arbeitsmarkt stark überdurchschnittlich und der Büroflächenmarkt bietet aufgrund seiner schieren Größe relativ viele Optionen für den Investment-Einstieg. 

Mit München auf Platz zwei und Frankfurt auf Platz neun landen gleich drei deutsche Städte unter den Top10. Die bayerische Landeshauptstadt hat mit 3,3 Prozent nur eine geringfügig höhere Leerstandsquote als der Spitzenreiter Berlin. Zudem fällt der Anteil der Zukunftsbranchen am Arbeitsmarkt mit 18,7 Prozent rund sechs Prozentpunkte niedriger aus. In Frankfurt wird mit 530 Euro je Quadratmeter und Monat das höchste Mietpreisniveau unter den deutschen Metropolen erreicht. 

Rotterdam mit dem grössten Sprung nach vorn

Im Vergleich zum üblichen Metropolen-Rating von Wüest Partner klettert Rotterdam 15 Plätze nach vorne auf den siebten Rang. In der niederländischen Hafenstadt ist eine stabile Flächenabsorption zu beobachten und die Anfangsrenditen sind höher als sonst auf Basis des Länderrisikos zu erwarten. Die Investmentpotenziale sind deshalb zum aktuellen Zeitpunkt besonders gut zu bewerten.

London nur auf Platz 10

Die britische Finanzmetropole London schafft es knapp in die Top-10, jedoch hat die englische Wirtschaft besonders stark mit den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie zu kämpfen. Die Arbeitslosigkeit ist stark angestiegen und drückt die Nutzernachfrage nach Büroflächen. Zudem belastet die Unsicherheit der Brexit-Folgen die wirtschaftliche Perspektive. Hoffnungsvoll stimmt jedoch, dass der Anteil der zukunftsträchtigen Branchen in London sehr hoch ist.

Weitere Informationen

Detaillierte Analysen finden Sie im «Immo-Monitoring» 2021, Frühlingsausgabe.